Erfolg

Uni OL: Präsenzprüfungen verschieben - Online-Konzept entwickeln - Fristen verlängern

Diese Petition war mit 647 Unterstützer*innen erfolgreich!


Sehr geehrter Herr Präsident Prof. Dr. Dr. Piper,

wir sehen die Aussetzung des Präsenzprüfungsbetriebs bis mindestens 20. April 2020 als zielführende und notwendige Maßnahme an und bedanken uns für die Einsicht und die Umsetzung. Auch die Möglichkeit zur Fristverlängerung von Abschlussarbeiten begrüßen wir. Gleichwohl fordern wir noch immer die Entwicklung eines zukunftsfähigen Online-Konzepts und eine Gewährung der Fristverlängerung für "gewöhnliche" Hausarbeiten, Modulprüfungen, Portfolio etc. Dies kann in Anbetracht der nur eingeschränkt nutzbaren Universitätsbibliothek kein schwerer Schritt sein.

Mit freundlichen Grüßen

TEILERFOLG - Ob dieser auf Grundlage der Gremienentscheidungen oder auf Grundlage dieser Petition basiert, ist unklar, aber auch sekundär:

Frau Prof. Dr. Verena Pietzner, die Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales hat soeben folgende Beschlüsse verkündet:

Das Präsidium hat heute nach Rücksprache mit den Studiendekanaten der Fakultäten verschiedene Maßnahmen zu Lehr- und Prüfungsveranstaltungen getroffen.

Die Universitätsleitung erwägt darüber hinaus weitere Maßnahmen, die in Abhängigkeit von Empfehlungen oder Weisungen der zuständigen Fachministerien in der nächsten Zeit in Kraft treten könnten.

Lehrbetrieb bis zum 20. April:
• Sämtliche Präsenzlehre an der Universität Oldenburg entfällt. Dies betrifft zurzeit insbesondere Blockveranstaltungen (z.B. Seminare, Laborpraktika oder Exkursionen). Betriebs- und Orientierungspraktika sollen unterbrochen werden. Es bedarf dazu jedoch einer Rücksprache mit den Praktikumsverantwortlichen.
• Sprechstunden sollen im Rahmen der Möglichkeiten telefonisch stattfinden oder durch andere Kommunikationsformen ersetzt werden.
Das Präsidium arbeitet gemeinsam mit den Fakultäten daran, Lösungen für die ausfallenden Lehrveranstaltungen zu finden. Mit der Fakultät VI - Medizin und Gesundheitswissenschaften wird zu klinischen Praktika und großen Forschungsarbeiten eine gesonderte Lösung gefunden. Die Fakultät wird diese an die Studierenden kommunizieren.

Prüfungen bis zum 20. April:
• Präsenzprüfungen (z. B. Klausuren, mündliche Prüfungen) sind auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Die einzige Ausnahme bilden Prüfungen, deren Nichtabnahme bis Ende April 2020 dazu führen würde, dass Studierende das Studium nicht abschließen können. Dies betrifft z. B. letzte Prüfungen von Lehramtsstudierenden, die sich im April für das Referendariat bewerben wollen. Die davon betroffenen Studierenden werden gebeten, sich an ihre Prüferinnen und Prüfer zu wenden.
• Die Frist für die Abgabe von Bachelor- und Masterarbeiten kann auf Antrag (formlos bei E-Mail) beim Prüfungsamt um vier Wochen verlängert werden.
• Prüfungsleistungen, die nicht in Präsenz erbracht werden (z.B. Hausarbeiten, Essays, Portfolios), sind weiterhin innerhalb geltender Fristen z. B. über Stud.IP, E-Mail oder per Post einzureichen. Die Prüferinnen und Prüfer werden gebeten, dabei - insbesondere bei Studierenden mit Kindern - flexibel mit Fristverlängerungen umzugehen.
Über weitere Entwicklungen halten wir Sie zeitnah auf dem Laufenden.

Ursprüngliche Version der Petition:

Sehr geehrter Herr Präsident Prof. Dr. Dr. Piper,

etliche Studierende sind aufgrund des sich ausbreitenden Corona-Virus SARS-CoV-2 in Sorge um ihre Gesundheit und um die Gesundheit ihres Umfelds. Nicht jede*r Studierende ist so gesund, wie es in der Regel von Teenagern und Mittzwanzigern gesellschaftlich erwartet wird. Viele Studierende haben selbst Vorerkrankungen oder Personen im nahen (familiären) Umfeld (mit denen sie zum Teil zusammenwohnen) und sollen ihre und deren Gesundheit für 3, 4, 5, vielleicht in Ausnahmefällen einmal 6, 7, 8 oder 9 Kreditpunkte gefährden?

Wir fordern Sie im Einklang mit Ihren Ankündigungen vom 13. März 2020 und vom 15. März 2020 auf, neben einer Verschiebung des Lehrbetriebs in Präsenzform und einer Bibliotheksschließung, auch Prüfungsleistungen aller Art, die eine Präsenz der Studierenden, Dozierenden und weiterem an der Universität tätigen Personal erfordern, ebenfalls vorerst bis einschließlich 19. April 2020 auszusetzen. Diese Zeit sollten Sie zudem nutzen, um ein Konzept zu entwickeln, wie Lehre und Prüfungsbetrieb auch von den heimischen Computern aus zu realisieren wären, zumal die Universität etwa mit Stud.IP über ein sehr facettenreiches Campus-Management-System verfügt, mit dem Klausuren (etwa über VIPS) und Screencasts problemlos umgesetzt werden könnten.

Gleichsam fordern wir einen fairen Nachteilsausgleich für alle Studierenden, die aufgrund der Schließung der Universitätsbibliothek ihre Hausarbeiten nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen schreiben können. Aufschiebungen von fünf Wochen jeglicher Abgabefristen, wie sie jetzt etwa das Institut für Germanistik beschlossen hat, sollten uniweit beschlossen werden.

Ihr bisheriges Krisenmanagement wird der Lage allenfalls im Ansatz gerecht! Dass Sie auf der Informationshomepage noch immer vom Virus „2019-nCov“ schreiben; wenn doch die offizielle Bezeichnung nunmehr seit einem Monat „SARS-CoV-2“ lautet, lässt Zweifel an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen aufkommen.

Bei den Maßnahmen zur Verschiebung des Vorlesungsbeginns handelt es sich entgegen Ihrer Umschreibung – mit Verlaub – keineswegs um „Empfehlungen“, sondern um Anordnungen Ihres Dienstherrn, des Niedersächsischen Wissenschaftsministeriums, vertreten durch Herrn Minister Björn Thümler. Empfehlungen wurden allenfalls seit Donnerstag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und regelmäßig von Herrn Prof. Dr. Lothar Wieler vom Robert-Koch-Institut gegeben. Hierzu zählen vor allem die Ratschläge „weitestgehend auf Sozialkontakte zu verzichten“ und „nicht zwingend notwendige Veranstaltungen“ abzusagen.

Die von universitärer Seite zusätzlich getroffene Maßnahme, Veranstaltungen mit Teilnehmern über 30 Personen abzusagen, sofern Externe involviert sind, mutet sehr willkürlich an und deren Begründung als „[Maßnahme] zum Schutz der Gesundheit unserer Beschäftigten und Studierenden“ entbehrt vor dem Hintergrund, dass Veranstaltungen >= 30 Personen mit ausschließlicher Beteiligung Universitätsangehöriger weiterhin stattfinden, jeder Grundlage! Wir empfinden es von hochschuloffizieller Seite geradezu unverantwortlich, dass Sie weiterhin Prüfungen erlauben, zu denen sich Hunderte Studierende in die schlecht gelüfteten Horsäle quetschen.

Es kann nicht sein, dass Studierende entweder feste Klausurtermine (selbst, wenn es Nachschreibtermine sind) wahrnehmen oder sich – wenn sie die Gesundheit als höheres Gut einstufen – von den Terminen abmelden und ein ganzes Studienjahr auf eine weitere Chance warten müssen, ein ganzes Studienjahr verlieren! Wir befinden uns im Jahr 2020 und viele Universitäten, darunter etwa die Universität Hamburg, haben entsprechend reagieren können. Was hindert uns daran in Oldenburg?

Herr Prof. Dr. Lenzen hat diese Entscheidung in Hamburg als Erziehungswissenschaftler getroffen; treffen Sie diese notwendige Entscheidung als Mediziner! Nehmen Sie die gesellschaftliche Verantwortung UND die Verantwortung, die Sie für Ihre Studierenden und Bediensteten haben, wahr und stellen Sie diese Kleckertaktik ein, in der nur zögerlich eine Einschränkung auf die andere folgt! Das verunsichert nur noch mehr und lässt zu viele Fragen offen! Uni dicht und Punkt!

Eine weitere Aufrechterhaltung von Präsenzprüfungen gefährdet – auch, wenn Sie es sich nicht eingestehen mögen – Leben! Es schadet nicht, sich hierzu einmal die Talkshow „Anne Will“ vom gestrigen Sonntag anzuschauen. Achten Sie hierbei insbesondere auf die Rechnungen, die Herr Kekulé – seines Zeichens Mikrobiologe von der Universität Halle-Wittenberg – anstellt.

Mit freundlichen Grüßen



Heute: Nicholas verlässt sich auf Sie

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