Klausuren an der Uni Marburg - Alternativen statt Präsenz!

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Diese Petition wurde gestartet um die Philipps-Universität Marburg dazu aufzufordern, Alternativen anstelle von Präsenzklausuren für das Wintersemester 2020/21 im Hinblick auf die derzeitige Corona-Pandemie zu ermöglichen.

In den neuen Informationen zur Corona-Situation schreibt die Uni Marburg unter anderem Folgendes:

  • „Alle Menschen sind aufgerufen, ihre Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren.“
  • „Das Arbeiten von zwei oder mehreren Personen in einem Büro soll weiterhin unter allen Umständen vermieden werden.“ 
  • Sitzungen, wie z.B. Gremien- und Senatssitzungen sollen durch Webkonferenzen ersetzt werden
  • Homeoffice muss angeboten werden, soweit es keine zwingenden Gründe gibt, die dagegen sprechen
  • "Dennoch und gerade auch mit Blick auf eine erhöhte Ansteckungsgefahr durch die in Großbritannien entdeckte Virusmutation sind sich Fachleute und Politik einig, dass die Anstrengungen nicht verringert, sondern sogar noch verstärkt werden müssen, um die Pandemie wirksam unter Kontrolle zu bringen." - Dr. Friedhelm Nonne (Kanzler der Philipps-Universität Marburg)

Trotzdem wurde uns mitgeteilt, dass die Prüfungen in Präsenz stattfinden werden. 

Wir sind erschrocken über die vielen Widersprüche und Gegensätze der Uni Marburg im Bezug auf einen verantwortungsvollen Umgang mit uns Studierenden.

Unserer Meinung nach besteht ein großes Risiko, dass das Schreiben von Präsenzklausuren unsere ganzen Anstrengungen der vergangenen Monate (um die geltenden Maßnahmen einzuhalten) zunichte macht. Die Philipps-Universität Marburg bezieht sich in bisherigen Mails immer wieder darauf, dass es bis dato zu keiner Ansteckung innerhalb der Uni kam – das ist eine tolle Leistung und sollte unserer Meinung nach nicht durch Präsenzklausuren aufs Spiel gesetzt werden, solange Alternativen vorliegen.

Was ist der zwingende Grund, der FÜR Präsenzklausuren spricht und gleichzeitig alle möglichen schwerwiegenden Konsequenzen relativiert, obwohl es durchaus andere Möglichkeiten gibt?

Warum sollen trotz der Notwendigkeit, die Infektionsraten weiterhin drastisch zu senken, Studierende aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands mit unterschiedlichsten Inzidenzraten wieder nach Marburg kommen, um hier ihre Prüfungen ablegen zu können? Steht dies nicht in einem totalen Widerspruch? Es wurde bereits die britische Mutation in Hessen nachgewiesen, die bis zu 70% ansteckender ist. All diese Studierenden werden womöglich mit Bus und Bahn nach Marburg bzw. zu den Prüfungsorten anreisen, obwohl dies vollkommen vermeidbar wäre. Andere Unis gehen hier als Vorbild voran und haben Konzepte entwickelt, um genau dieses Szenario zu umgehen (siehe unten: Anhang Beispiel Goethe Uni und Uni Münster). Warum ist dies nicht an der Uni Marburg machbar?

Inwiefern hat die Uni Marburg bei Präsenzklausuren Risikopatienten oder Angehörige von Risikopatienten bedacht? Warum lässt die Uni solche massiven Nachteile für die ohnehin schon benachteiligten Risikogruppen entstehen, wenn es doch gute Alternativen gibt?


Nach Recherche auf verschiedenen Info-Seiten anderer deutscher Universitäten und diversen Gesprächen mit Studierenden der Uni Marburg sehen wir folgende Lösungsvorschläge als gute Alternativen zu Präsenzklausuren:

  • Online-Klausuren (siehe u.a. Goethe Uni – hier wurden Lösungen für die möglichen Nachteile von Online-Klausuren gefunden)
  • Wahlmöglichkeit „Präsenz- oder Onlineklausuren“ für Risikopatienten und / oder Angehörige
  • Hausarbeiten
  • (Rückwirkende Bewertung von erbrachten Studienleistungen diesen Semesters)
  • (Schnelltests vor Klausuren für alle Studierenden → Problem: hohe Kosten und trotzdem Inkaufnahme von An- und Abreise)

Wir Studierenden wünschen uns wirklich sehr, dass auch unsere Sicht stärker berücksichtigt wird und zeitnahe rechtssichere Lösungen und Alternativen gefunden werden - nicht nur für den verantwortungsbewussten Umgang mit uns Studierenden sondern eben auch für das gesamte Infektionsgeschehen in Zeiten einer Pandemie. Denn sollte es zu einer oder mehreren Infektionen kommen, könnte dies nicht nur gefährliche Folgen für den Landkreis Marburg-Biedenkopf bedeuten, sondern womöglich auch überregional, wenn die Studierenden nach ihren Prüfungen wieder in ihre Heimat zurückkehren.

 

 

Anhang: Vorbilder für äquivalente Prüfungsformen:


Goethe Uni Frankfurt: "Lehrende sind gebeten, für das Wintersemester 2020/21 soweit möglich auf Klausuren als Prüfungsform (Studien- und Prüfungsleistung) zu verzichten und großzügig auf Äquivalenzleistungen auszuweichen. Dies gilt explizit auch dann, wenn die studiengangspezifische Ordnung lediglich eine Klausur als Prüfungsleistung vorgesehen hat. Klausuren können bspw. in Formate umgewandelt werden, in denen keine eindeutigen Lösungen erfragt werden, sondern Argumentationen im Vordergrund stehen (z.B. Essay-Fragen), d.h. bei denen Austausch und Übernahme von Antworten unter den Studierenden als Plagiat ersichtlich wäre. Diese alternativen Prüfungsformen können im Wintersemester 2020/21 als so genanntes take home exam bzw. als Online-Prüfungen (Prüfungen am heimischen PC in einer vorgegebenen Zeitspanne ohne Aufsicht) durchgeführt werden."

Uni Münster: "Digital durchgeführte Prüfungen sind der Regelfall." und "Präsenzprüfungen sind die Ausnahme und die Ausnahmen unterliegen einer strengen Prüfung und Dokumentationspflicht innerhalb der Fachbereiche."