Mojtaba, darf nicht abgeschoben werden

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Seit zwei Jahren betreue ich eine Familie aus dem Iran mit afghanischer Abstammung. Hauptsächlich kümmere ich mich um den Sohn, der hier in Deutschland inzwischen sehr gut integriert ist.

Er hat sich innerhalb von zwei Jahren allein Deutsch beigebracht. Bei einem Wissenstest im Zusammenhang mit der Aufnahme für einen praxisbezogenen Deutschkurs in Dresden hat man ihm gesagt, dass er jetzt schon sehr gut ist.

Seit einem Monat besucht er nun den Deutschkurs B1+. Er hat die ersten Prüfungen sehr gut bestanden. Ab Januar 2018 soll er ein Praktikum in einer Arztpraxis anfangen, welches 6 Monate gehen soll. Im Anschluss (ab August 2018) hat er die Zusage für einen Ausbildungsplatz zum Medizinischen Fachangestellten.

Seit einem Jahr ist er Mitarbeiter in unserem Verein und Sprachmittler für eine Asylunterkunft. Ab August soll eine Integrative Maßnahme unter seiner Leitung anfangen. Er war im Iran Lehrer für Kick-Boxen. Diese Fähigkeiten möchte er jetzt hier anwenden, um Jugendlichen Wege zu zeigen, ohne Gewalt und mit Körperbeherrschung das Leben zu meistern.

Mojtaba  ist im Iran geboren und hat sich als Goldschmied sein Lebensunterhalt verdient. Von dem Geld hat er außerdem ein Studium finanziert und 4 Semester Chemie studiert. Seine Eltern mussten vor mehr als 30 Jahren aus Afghanistan fliehen, da seine Mutter Sunnitin ist, der Vater jedoch Schiit. Er wurde von der Familie der Frau fast umgebracht. Mit den Folgen hat er heute noch zu kämpfen, was auch ärztlich in Deutschland bestätigt wurde. Mojtaba gilt in Afghanistan als Bastard und ist vom Ehrenmord bedroht, da die Familie seiner Mutter die Familienehre vermeintlich nur so wieder herstellen kann.

Im Iran gelten afghanische Menschen als Menschen zweiter Klasse. Sie dürfen offiziell keine Fahrschule und keine Ausbildung usw. machen. Seit mehreren Jahren werden im Iran lebende afghanische Männer jedoch als „Kanonenfutter“ nach Syrien geschickt. Wenn sie dieser Aufforderung  nicht nachkommen, werden sie nach Afghanistan ausgewiesen. In Syrien sollen sie unter anderem gegen den sunnitisch geprägten IS kämpfen. Mojtaba war als Schiit in Syrien in akuter Lebensgefahr. Im gelang  nach einem Monat die Flucht aus Syrien. Die Eltern mussten daraufhin aus dem Iran fliehen, da sie sonst zur Rechenschaft gezogen worden wären. Nach einmonatiger Flucht über die Balkanroute kamen sie in Deutschland an und fühlten sich das erste Mal in Europa willkommen. Das BAMF lehnte jedoch den Asylantrag ab, da Afghanistan ein „sicheres“ Land sei. Da sie keine andere Wahl hatten, mussten sie Klageverfahren in die Wege leiten. Die Eltern werden wahrscheinlich anerkannt, da inzwischen erwiesen ist, dass die Mutter durch die Flucht und der Vater durch seine Verletzungen in Afghanistan  psychisch krank sind. Die Verhandlung steht noch aus. Bei Mojtaba erfolgte die Verhandlung am 09.07.2017 vor dem Verwaltungsgericht in Dresden.

Dazu muss erwähnt werden, dass Mojtaba noch nie in Afghanistan war. Er hat außerdem keine Chance, dort seinen Lebensunterhalt zu verdienen, da ihm dafür die Tazkira (Ausweispapiere) fehlt. Diese kann nur von zwei männlichen Blutsverwandten beantragt werden. Der afghanische Staat würde deshalb Nachforschungen in der Familie anfangen. Diese würde dadurch erfahren, dass Mojtaba im Land ist und versuchen, ihn zu töten, um die Familienehre wiederherzustellen.

Die Klage von Mojtaba gegen die Ablehnung seines Asylantrags wurde dennoch abgelehnt. Mojtaba ist sehr verzweifelt. Auch ich und mit mir viele andere können diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Hier wird ein offener, engagierter und zutiefst integrationswilliger Mensch sehenden Auges in ein Land geschickt, das er nie betreten hat und in dem ihm der Tod droht.

Bitte helfen sie uns mit Ihrer Unterschrift, sodass nicht im Namen des deutschen Volkes Unrecht geschieht.

Holger Wedemeyer

Bündnis Radeberger Land hilft e.V. für Menschen in Not



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