Verifizierter Erfolg

Weiterbewilligung der Pflege für Bastian Schiefen

Diese Petition war mit 58.184 Unterstützer/innen erfolgreich!


Es geht um meinen Sohn Bastian. Er ist 11 Jahre alt und der Zwillingsbruder von Adrian. Bastian hat eine geistige Behinderung.

Seit dem 3. Lebensjahr ist Bastian in Therapie. Dies hat leider nicht geholfen. Er wurde zunehmend aggressiver und impulsiver. Er war eine Gefahr für sich und für andere. Es konnte halt immer was passieren.

Schweren Herzens haben wir Bastian dann vor gut 2 Jahren in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt in eine stationäre Pflegeeinrichtung gegeben. Dort bekommt er eine 24 Stunden Betreuung, alle Therapien die er braucht und ganz ganz viel Zuneigung und die Mitarbeiter der Wohngruppe arbeiten mit Herz und Leidenschaft für die Kinder.

Mit dieser Petition möchten ich erreichen, dass die Pflege im bekannten Umfeld der bisherigen Wohngruppe für Bastian weitergeführt wird. Eine Entscheidung darüber soll schon diesen Freitag fallen.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schwer das damals für mich war. Ich habe die Jungs zwar adoptiert, aber in meinem Herzen sind es meine Jungs, meine Kinder mein Leben. Dieses Kind wegzugeben, tat einfach weh. Du gehst ins Kino und denkst, dass hat Bastian auch gerne gemacht, du gehst auf nen Spielplatz mit den anderen und denkst, ach hier haben wir mit Bastian dies und das gemacht. Es hat lange gedauert dass zu verarbeiten, dass er in der Gruppe auch Dinge tut, die ihm Spaß machen und ich mir dann selbst Dinge zugestanden habe, sie einfach zu genießen.

Bastian ging es langsam besser. In kleinsten Schritten merkte man, er öffnet sich und entwickelt sich. Wutausbrüche wurden weniger, die schulische Leistung stieg. Klar es waren immer nur cm und keine Meter, die er gemacht hat, aber besser als nichts. Ziel der Wohngruppe ist es, Bastian so fit zu bekommen, dass irgenwann ein Leben bei uns in der Familie möglich ist.

Bis dato klingt alles noch super! Doch dann kam der Wechsel der Sachbearbeiterin. Plötzlich wurde alles in Frage gestellt. Ist die Einrichtung richtig für Bastian, Helfen sie überhaupt ausreichend, machen die ihren Job eigentlich richtig. Die Einstellung des Jugendamtes des Rheinisch-Bergischen Kreises war absolut contra. Doch was soll passieren? Um Bastian noch effektiv zu helfen, benötigt die Gruppe nicht mal eine halbe Stelle mehr. Dies wurde angesprochen und sofort abgelehnt. Die Lösung wäre nur eine andere Gruppe.

Hört sich prinzipiell nicht so schlecht an. Man muss aber den Hintergrund von Bastian sehen. Für ihn wäre das ein erneutes Entwurzeln. Dies würde extreme psychische Belastung bedeuten. Dies sah auch das betreuende SPZ in Köln sowie seine Psychologin so. Es liegen Berichte vor, in dem ganz klar steht, dass ein Umzug für Bastian zum jetzigen Zeitpunkt absolut unzumutbar ist.

Diese Berichte wurden von der zuständigen Sachbearbeiterin ignoriert. Es wurde ein Termin für eine Besichtigung der neuen Gruppe vorgeschlagen. Zu diesem Termin war ich jedoch auf Geschäftsreise. Dies teilte ich mit. Ein Ausweichtermin wurde gefunden und  ich habe dieses zugesagt. Für mich war das Thema dann erst einmal erledigt und ich wollte Freitag in einer Woche mir diese neue Einrichtung mit meiner Frau anschauen. Doch es sollte alles anders kommen. Heute erreichte mich von der Sachbearbeiterin eine E-Mail:

Sehr geehrte Frau Schiefen, sehr geehrter Herr Schiefen,

die Zusammenarbeit zwischen dem Jugendamt RBK und der Einrichtung XXXX, sowie zwischen dem Jugendamt und Ihnen als Sorgeberechtigte für Bastian ist aus unserer Sicht nicht mehr gegeben. Insbesondere das letzte Hilfeplangespräch am 19.09.2016 zeigte, dass die Einrichtung die gemeinsam gesetzten Ziele zum Teil nicht umsetzt. Aus diesem Grund habe ich Ihnen zwei Termine zur Besichtigung einer anderen Einrichtung vorgeschlagen, sowie einen Gesprächstermin mit mir. Dies haben sie bislang abgelehnt. Aus den genannten Gründen sehe ich für Bastian unter den jetzigen Umständen keine geeigneten Bedingungen für seine weitere Entwicklung. Zudem hat die Einrichtung XXXXX deutlich gemacht, dass Bastian für sie -ohne weitere Hilfen durch das Jugendamt- nicht tragbar ist. Die stationäre Unterbringung von Bastian Schiefen, geb 04.01.2005, wird deshalb zum 17.10.2016 beendet.

Falls Sie Gründe haben, den Umzug zurück zu Ihnen in diesem Zeitraum nicht vollziehen zu können, oder ein Gespräch mit mir wünschen, bitte ich um zeitnahe Kontaktaufnahme.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Auf Deutsch: Wir, das Jugendamt, helfen nicht weiter und setzen das Kind vor die Tür der Einrichtung. Ich kann euch gerade nicht erklären wie ich mich fühle. Wisst ihr, ihr wollt nur das Beste für euer Kind, ihr denkt, dass ihr alles erdenklich gute für euren Sohn macht, damit ihm geholfen wird. Und wenn ihr dann für das Wohlergehen kämpft, dann wird ihm die Hilfe ganz gestrichen? Sorry, dass hat nichts mit Merkel oder Bildungspolitik zu tun und sollte jetzt irgendeiner dieses „Aber den Flüchtlingen wird geholfen“ Fass aufmachen, kann er sich getrost verpissen. Ich hoffe einfach nur, dass ihr diesen Post teilt, dass er Wellen schlägt und dass einem kleinen Mann geholfen wird, die Unterstützung zu bekommen, die er als 11 jähriger Erdenbewohner verdient hat.

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt das zu lesen. Ich freue mich über jeden, der es teilt bzw. diese Petition unterstützt!



Heute: Andreas verlässt sich auf Sie

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