Petition update

Übergabe der Petition gegen Palmöl

Daniel Suckrow
Potsdam, Germany

Jun 14, 2020 — 

Am 11. Juni habe ich unsere Petition gegen Palmöl an den Staatssekretär des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit übergeben.

Anfangs haben mich die positiven Ansätze überrascht:

- bis 2023 sollen keine Ölzusätze mehr im Biosprit sein, außer Nebenerzeugnisse, die bei der normalen Landwirtschaft entstehen. Das bedeutet, es werden keine Ölpflanzen direkt für die Erzeugung von Biosprit verwendet. Soweit hört sich dies gut an, ich hoffe nur, dass diese Regelung auch kontrolliert werden kann, was sehr kompliziert sein kann. Das gleiche passiert bei den RSPO zertifizierten Palmölzulieferern, welche häufig nichtmal wissen, was damit gemeint ist und demnach auch nichts oder kaum etwas wirklich kontrolliert wird.

- Palmöl soll ebenfalls bis 2030 komplett aus Biokraftstoff verschwinden

- es sollen generell Maßnahmen gegen Palmölprodukte eingeführt werden, jedoch ist ein Verbot von Palmölprodukten leider unrealistisch


Zusammengefasst sind dies die Ergebnisse der Petitionsübergabe.
Des Weiteren habe ich einen von mir verfassten Text übergeben, den ich hier zum Schluss der Email einfüge.
Mir war es wichtig ihm verständlich zu machen, dass wir nicht mehr viel Zeit haben, um etwas zu tun und dass 10 Jahre zu wenig sein werden. Herr Pronold ist in dem Bereich meines Empfindens nach sehr optimistisch, dass unsere Gesellschaft das hinbekommt da „wir schon andere Dinge als Gesellschaft geschafft haben, da schaffen wir auch das“.
Da die gesamte Situation sehr neu und ungewohnt war, konnte ich meines Erachtens nach nicht so tiefgründig in die negativen Aspekte der Palmölindustrie eingehen, wie ich es mir gerne vorgestellt hätte aber im Ganzen lief es gut und einiges konnte ich ja auch im Schreiben loswerden.

Mir tun nur die Menschen leid, welche in diesen Regionen vertrieben werden und die Tiere, welche ihre Heimat ebenfalls verlieren. Dass man es als Einzelperson kaum schafft, dieses große Leid verhindern zu können, macht mich traurig. Deshalb sollten wir alle unseren Beitrag gegen Palmöl leisten und uns stark zu machen. Beispielsweise per Email, Telefon, Petitionen, Spenden, Demonstrationen usw. Wir müssen glaube ich alle an einen Strang ziehen und da wir knapp 110000 Menschen sind, können wir viel Bewegen! Deshalb rufe ich euch hiermit auf, einen freiwilligen finanziellen Beitrag an Organisationen in Borneo und Indonesien zu überweisen. Wenn jeder theoretisch 10€ spendet, können wir mehr als 1000000 Euro stark machen! Das würde schonmal ein positiver Anfang sein. Deshalb wäre ich euch sehr dankbar wenn ihr mit einem individuellen Beitrag mithelft den Regenwald zu schützen!
Wer mag, kann mir im Anschluss der Spende eine email schicken an d.suckrow@icloud.com , damit ich einen kleinen Überblick habe und mich dafür bedanken kann.

Mögliche Spendenseite: https://lebenswald.org , https://www.regenwald.org/spende/146/regenwaldkauf-am-amazonas

 


Egal ob ihr spendet oder nicht, vielen Dank für eure Unterstützung und bleibt dran, nur gemeinsam können wir das eingefahrene politische System verändern und international was bewegen.


Mein letzter Wunsch: Dass wir ein/e Verantwortliche/n finden, der/die mit vollem Herzblut die Natur und ihre Tiere liebt und Eins mit ihr ist. Einen Menschen, der die Lücken in den Mauern der Gesellschaft nutzt, um Großes zu bewirken. Jemanden der bereit ist, ans andere Ende der Welt zu reisen, um große Regierungen zu überzeugen. Denn Worte können oft mehr als Gesetze! Wir brauchen jemanden, der Prioritäten neu definiert und sich nicht über die Natur stellt, sondern sich der Verbundenheit tief vertraut ist und aus der Natur seine Stärke zieht. Jemanden, der empfänglich für das Leid von Tieren und Menschen ist und den Wert des Tieres nicht über ein Gesetz definieren lässt. Leider muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich diesbezüglich eher pessimistisch bin aber man sollte nicht aufgeben. Letztendlich sind die Tiere und die Natur unschuldig und deshalb sind wir in der Pflicht unsere Stimme für Sie zu benutzen!

 


Vielen Dank und liebe Grüße,
Daniel


Mein Text zur Petitionsübergabe:

Mit der Abgabe dieser Petition verfolge ich das dringend notwendige Ziel, alle auf Palmöl basierenden Produkte zu verbieten (vor allem Biokraftstoff).
Riesige Palmölplantagen zerstören die Natur in Südostasien und viele Tier- und Pflanzenarten sind schon vom Aussterben bedroht oder sind bereits ausgestorben.
Palmöl mag zwar ertragreicher sein gegenüber anderen Ölpflanzen, jedoch sind die Auswirkungen auf die Umwelt so immens, dass ein dringender Verkaufsstop von Palmölprodukten notwendig ist, um der rasant anwachsenden Abholzung in Südostasien entgegenzuwirken.
Nicht nur die Natur leidet enorm unter den riesigen Palmölplantagen, sondern auch die dort lebenden Menschen. Sie verlieren ihr Land und werden oft gewaltsam vertrieben. Aufgrund der wachsenden Nachfrage kaufen die Großkonzerne immer mehr Landfläche auf, weshalb auch der Grundstückspreis ansteigt. Dies macht es vor allem kleinen Naturschutzorganisationen schwer Land aufzukaufen, um es vor den Konzernen zu schützen.
Doch leider sind das nicht alle negativen Auswirkungen. Laut einer Studie der Universitäten von Harvard und Colombia (Public health impacts of the severe haze in Equatorial Asia in September–October 2015) sind bereits ungefähr 100000 Menschen an den Folgen des Rauches der Brandrodungen in Indonesien gestorben.
Vielen Menschen wird die komplette Lebensgrundlage genommen, da vor allem in Indoniesen ca. 40 Millionen Menschen in direkter Nähe des Waldes leben und von ihm leben. Leider wächst die Nachfrage an Palmöl rasant, sei es durch Nahrungsmittel, die Tierindustrie oder Biokraftstoff. Auch wenn heute schon längst bewiesen ist, dass Biokraftstoff negative Auswirkungen auf die Umwelt hat und mehr natürliche Ressourcen verbraucht als herkömmlicher Kraftstoff, sollten wir uns ehrlich fragen, ob uns all die weiteren vermeintlichen Vorteile des Palmöls die Zerstörung unserer Lebensgrundlage wert ist oder ob es vernünftiger ist, im Namen der Umwelt und der Menschen auf Alternativen umzusteigen? (Mögliche Alternativen: Regionales Raps- oder Sonnenblumenöl, bei gleichzeitiger Schaffung von großen Naturschutzgebieten)

Verbrauch Palmöl, Deutschland (2017) (regenwald.org)

Biosprit: 581000t (52% des gesamten Palmöls)
Lebensmittel: 246000t (23 % des gesamten Palmöls)
Futtermittel: 148000t (14% des gesamten Palmöls)
Chemie/Pharmazie: 118000t (10,5% des gesamten Palmöls)
Reinigungs- und Pflegemittel: 30000t (2,7% des gesamten Palmöls)

Wenn wir nicht anfangen „radikale“ Schritte vorzunehmen und nur darauf hoffen, dass „Alles schon wird“, dann wird es bald zu spät sein. Unsere Erde und das auf ihr vorkommende Leben ist abhängig von einem sensiblen Ökosystem. Die Art und Weise wie wir mit der Umwelt umgehen reflektiert letztendlich unser inneres Sein und verdeutlicht, dass wir uns sehr von der Umwelt distanziert haben. Dieses Unverständnis, welches durch kapitalistische Interessen noch verstärkt wird, wird nicht länger tragbar sein und dies zeigt sich nun von Jahr zu Jahr deutlicher. Die Signale sind längst vorhanden und jetzt liegt es in unserer Hand und auch in der Verantwortung der Politik, diese Signale wahrzunehmen und sie als Grundlage für weitere Entscheidungen zu nehmen. Eine von vielen Entscheidungen muss sein; von Palmöl basierenden Produkten abzusehen, diese zu verbieten und bessere Alternativen zu finden und zu nutzen. Natürlich sind umweltschonende Alternativen nicht immer unkompliziert umzusetzen und kapitalistisch gesehen kurzfristig nicht effizient, jedoch sollten wir gekonnt abwägen, was von größerer Wichtigkeit ist. Auf der einen Seite haben wir wirtschaftliche Interessen und auf der anderen Seite die Umwelt, welche uns und vielen Arten das Leben und eine Zukunft ermöglicht. Entscheiden wir uns für die bequeme wirtschaftliche Seite, dann wird es uns wahrscheinlich in ein paar Jahrzehnten, in der Form, nicht mehr geben. Also lieber jetzt ein paar „Einbußen“ hinnehmen und eine sichere Zukunft auf der Erde gewährleisten, als dass kurzfristige kapitalistische Entscheidungen das zukünftige Leben auslöschen.
So gesehen sind zukunftsorientierte Entscheidungen, welche vielleicht vom heutigen kapitalistischen Standpunkt aus gesehen negativ zu bewerten sind, die einzigen Entscheidungen, die gewährleisten können, dass wir in Zukunft ein anständiges Leben führen können. Vielleicht könnte man diese zukunftsorientierte Perspektive als gesunden Kapitalismus bezeichnen, da er nicht als Nebenfolge die Zerstörung des Planten hat und somit eine Perspektive bietet.
Deshalb bitte ich Sie hiermit im Namen der 110000 UnterzeichnerInnen, sich gegen Palmöl stark zu machen und sich für bessere, umweltschonendere Alternativen einzusetzen. Regenwälder sind essentiell für das Ökosystem auf dieser Welt und es sind schon über 50% zerstört. Man kann die Erde nicht als Wirtschaftsobjekt ausnutzen, denn sie ist keins, auch wenn die Menschheit das gerne so hätte. Wir sollten die Erde mit all ihren Ökosystemen als Einheit wahrnehmen, welche auch nur als diese funktionieren kann. Werden bestimmte Teile beschädigt oder gar entfernt, dann ist der Organismus im Ganzen geschwächt. Die Erde braucht ihre Wälder, Meere, Seen, Gebirge und ihre Atmosphäre so, wie wir unsere Organe zum Überleben brauchen. Deshalb sollten wir die Erde als einen Teil von uns wahrnehmen und nicht als einen von uns abgegrenzten Raum, denn das ist sie nicht. Wenn wir (als westliche, kapitalistische Gesellschaft) das begreifen würden, würden wir nicht so mit der Erde umgehen, wie wir es heute tun und ich hätte niemals eine Petition gegen Palmöl starten müssen. Nun übertrage ich die Verantwortung auf Sie und auf das Ministerium für Umwelt, endlich etwas Wirksames gegen das Palmöl zu unternehmen und keinen Pseudoumweltschutz zu betrieben (siehe Biokraftstoff).
Bitte nehmen Sie und das Ministerium diese Petition ernst und seien Sie bereit, sich aktiv für bessere Alternativen stark zu machen. Dies ist kein Anliegen, welches nur 5 min Beachtung findet und dann in Vergessenheit gerät. Hier geht es um Menschenrechte, um Tierschutz, um Umweltschutz und in gewisser Weise um die Zukunft der Erde.

An dieser Stelle möchte ich die Doku „Asimetris“ (YouTube) empfehlen, welche sehr anschaulich über die weitreichenden Folgen des Palmöls informiert.
Eine weitere wichtige Dokumentation, die ich Ihnen (und den Mitgliedern des Ministeriums) ans Herz legen möchte ist „Cowspiracy“ (Netflix), welche sich mit den enormen Auswirkungen der Tierindustrie auf unsere Umwelt beschäftigt. Obwohl die Tierindustrie mehr zum Klimawandel beiträgt als die komplette Verkehrsindustrie und für den größten Anteil der Regenwaldabholzung und Zerstörung der Meere verantwortlich ist, findet dieses Thema in Bezug auf Umweltschutz viel zu wenig Beachtung. Und als ausgebildeter Ernährungsberater ist dies schwer zu ertragen, da der einzige Grund für den Konsum tierischer Lebensmittel nur unsere geschmackliche Befriedigung ist. Da stellt sich mir die Frage: Darf ein Tier sterben/leiden, weil wir diesen Geschmack toll finden? In Anbetracht der zerstörenden Ausmaße der Umwelt erscheint mir diese Entscheidung als äußerst fragwürdig. Wie sagt man so schön:


„Die eigene Freiheit endet dort, wo die eines Anderen beginnt“


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