Stoppt privates Feuerwerk in Essen!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 2.500.


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Kufen,

im Jahr 2019  haben sich die Essener Bürger bei Ihren Bürgersprechstunden über Müll, Lärm, Gestank und über Tierquälerei beklagt. Das bunte, glanzvolle Lichtermeer wird von stinkendem giftigem Rauch eingehüllt. Vögel fliehen und werden von den Sprengkörpern zerfetzt und fallen mit all dem Müll vom Himmel.  Das  ganze Jahr über verteufeln wir den Müll, aber an Silvester schauen wir einfach weg. Wie kann das sein? Wir lassen zu, dass in einer Nacht in ganz Deutschland rund 5.000 Tonnen Feinstaub frei gesetzt werden. Selbst bei Immissionswetterlagen wird Ihrerseits kein Verbot ausgesprochen. Es gab Situationen, in der noch am Folgetag eine stinkende Glocke über Essen hing.

Viele Millionen Euro wurden für die Einhaltung der Schadstoff- Grenzwerte ausgegeben. In der Silvesternacht jedoch werden die gewonnenen Errungenschaften konterkariert. Durch den Titel der „Grünen Hauptstadt“ hat die Stadt Essen ganz bestimmt die Verpflichtung, Umwelt schädigende und gesundheitsgefährdende Stoffe sowie Lärm,  ausschließlich  zum reinen Vergnügen vieler,  vom Bürger und anderen Lebewesen fernzuhalten.

Aus heutiger Sicht passt ein vom Schwarzpulver angetriebenes pyrotechnisches Feuerwerk mit hohem Schadstoffanteil aus dem 15. Jahrhundert nicht mehr ins Zeitalter der nachhaltigen elektrifizierten-digitalen Neuzeit.

Wegen der plausiblen Gründe der „Deutschen Umwelthilfe“, Silvester-Böller in privaten Händen zu verbieten, will der Verkehrsclub Deutschland (VCD) KV-Essen gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe die Petition zum Verbot von privatem Feuerwerk in Essen starten.

Wir hoffen auf Ihre Unterstützung und verbleiben mit freundlichen Grüßen.

Peter Kayser und die Deutsche Umwelthilfe e.V.

 

Peter Kayser

Vorsitzender des VCD-KV-Essen

An der Hütung 8

45327 Essen 

 

Zu den Gründen:

1. Die Feinstaubbelastung in der Silvesternacht wird aufgrund der Feuerwerke um das bis zu 30-fache des Erlaubten überschritten. Im Klartext: in der Silvesternacht wird etwa 16 Prozent der gesamten im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge innerhalb eines Jahres ausgestoßen. Dies ist auch für die Bürger durch immer dichter werdenden Nebel zu erkennen, der das Bestaunen der durch die Raketen hervorgerufenen Lichtspiele mancherorts gar nicht mehr zulässt. Dies hat auch schon 2016 Diplomchemiker Rudolf Schierl in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung bewiesen.
2. Jedes Jahr entlaufen und sterben Haustiere durch massenhaftes Abfeuern von sogenannten "Böllern". Da sich an die geltenden Gesetze nicht gehalten wird (Abfeuern nur am 31.12. und 01.01. erlaubt), ist es für viele Tierhalter tagelang ein Spießrutenlauf. Ganz zu schweigen von den Wildtieren, die durch die Knallerei in Panik geraten und auch teilweise schwere Unfälle verursachen. Auch die ohnehin schon stark schwindenden Vogelbestände werden durch Feuerwerke gefährdet. Siehe dazu z.B. die Vorfälle in Arkansas (USA), als im Jahr 2011 in der Silvesternacht mehr als 3000 Vögel tot vom Himmel fielen.
3. Die hohen Mengen an Müll, die jedes Jahr nach den Silvesterfeuerwerken auf unseren Straßen liegen bleiben und von den Kommunen weggeräumt werden müssen. Wäre dies noch vertretbar, gilt dies nicht für den Müll, der auf Privatgrundstücken oder Wasserflächen landet und diese vergiftet.
4. Die Unfallgefahr, die jedes Jahr durch schwere Verletzungen und leider auch tragische Todesfälle aufgrund unsachgemäßen Gebrauchs von Feuerwerken aufs Neue bestätigt wird. Wenn man sich den hohen Alkoholkonsum bei den Feiern vor Auge hält, ist es eigentlich schon fast ein Wunder, dass nicht noch mehr passiert. Vor allem Jugendliche und Kinder werden Opfer der Feuerwerkskörper. Hier einige Beispiele vom Jahreswechsel 2016/ 2017:
- eine Siebenjährige wurde bei Hannover verletzt, als ein 14-jähriges Mädchen ihr einen Feuerwerkskörper in den Ausschnitt steckte, wo dieser dann auch explodierte
- eine Vierjährige wurde in Bremen von einer Gruppe Jugendlicher mit Böllern beworfen
- einem Neunjährigen wurden in Köln zwei Finger abgerissen, als er auf einem Spielplatz vermeintliche Blindgänger aufhob
- alleine in Berlin gab es in der Silvesternacht 14 Schwerverletzte durch Feuerwerkskörper.
5. Belastungen der Steuerzahler durch Schäden in zweistelliger Millionenhöhe jedes Jahr. Hervorgerufen durch Brände, Sachbeschädigungen, Verletzungen und Vorsätzlichkeiten wie das Zünden von Feuerwerkskörpern in Containern und Briefkästen.
6. Ohne Rücksicht auf die Umwelt, Tiere und andere Menschen (z.B. Demenzkranke) wird vor und nach der erlaubten Zeit Feuerwerk abgebrannt und auch die Sicherheitszonen um Krankenhäuser, Altenheime, landwirtschaftliche Nutzflächen wird trotz angedrohter Geldbußen bis zu 50.000€ ignoriert.
7. Auch letztes Jahr wurden diese „Kleinsprengstoffe“ gezielt zur Körperverletzung an Menschen (unter anderem Polizisten und Rettungskräften) und Tieren verwendet. Allein dies sollte Grund genug für das Verbot sein! Dass einige der Täter alkoholisiert waren, spielt keinerlei Rolle, denn dies ist im Vorfeld bereits klar.