Blanka Zmigrod unvergessen!

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Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Feldmann,

am 23. Februar 2021 jährt sich der Mord an der Frankfurter Jüdin und Shoa-Überlebenden Blanka Zmigrod im Westend zum 29. Mal. 

Blanka Zmigrod wurde  am 22. Januar 1924 in Königshütte (Polen) als Jüdin geboren. Die nationalsozialistische Zustimmungsdiktatur überlebte das junge Mädchen trotz mehrerer Aufenthalte in vier Konzentrationslagern, darunter Auschwitz. Nach dem Ende der Shoa emigrierte Zmigrod nach Israel. Von wo sie bereits 1960 wieder nach Deutschland zurück kehrte. Im Frankfurter Westend fand sie ihre neue Heimat. Als lebensfroher Mensch begann sie im Jahr 1991 im damaligen Restaurant Mövenpick am Opernplatz zu arbeiten. Die anderen Angestellten des Restaurants beschrieben sie als zuverlässige und beliebte Person. 

Blanka Zmigrod wurde am 23. Februar 1992 auf der Kreuzung Kettenhofweg/Niedenau von einem schwedischen Rechtsterroristen durch einen Kopfschuss ermordet. Nach der Tat griff er nach ihrer Handtasche und floh. In Schweden hatte der Täter bereits zwischen August 1991 und Januar 1992, aus rassistischen Motiven auf elf Menschen mit Migrationsgeschichte geschossen. Dabei ermordete er den 34-jährigen Studenten Jimmy Ranijba. Im Januar 1994 wurde der Täter in Schweden wegen der dort verübten Anschlagsserie und Banküberfälle zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. 

Wegen des Mordes an Blanka Zmigrod war der Rechtsterrorist ebenfalls im Visier der deutschen Ermittlungsbehörden. Eine Auslieferung erfolgte jedoch erst im Jahr 2016. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main erhob im Mai 2017 Anklage gegen den Täter. Als Gast des Restaurants Mövenpick soll der Täter Blanka Zmigrod beschuldigt haben ihn bestohlen zu haben. Dabei beleidigte er Zmigrod und ihre Kollegin, aufgrund ihrer osteuropäischen Herkunft, rassistisch. Am 21. Februar 2018 wurde er zu einer lebenslangen Haftstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. In der Urteilsbegründung war lediglich von Habgier und dem gestohlenen Casio-Taschencomputer durch den Täter die Rede. 

Der Rechtsterrorist, der die Anschläge in Oslo und auf Utøya im Jahr 2011 verübte, benannte während seines Gerichtsprozesses Zmigrods Mörder als Inspiration. In einem Handbuch des international agierenden Neo-Nazi-Netzwerks Blood & Honour wird die schwedische Mordserie als exemplarisches Beispiel für den führerlosen Widerstand genannt. Des Weiteren soll diese rechtsterroristische Anschlagsserie in Schweden auch als Vorbild für die späteren Morde des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) in Deutschland gedient haben. 

Bis heute ist ungeklärt, ob der Täter Blanka Zmigrod aus antisemitischen oder rassistischen Motiven ermordet hat. Fest steht, dass Zmigrod’s KZ-Tätowierung gut erkennbar war und sie somit als Jüdin identifizierbar gewesen ist. Ebenfalls fand eine politische Bewertung des Mordes durch das Gericht nur teilweise statt. Es ist jedoch eine traurige Tatsache, dass eine Shoa-Überlebende durch einen Rechtsterroristen in Frankfurt ermordet wurde. 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Feldmann,

als Frankfurter Jude bitte ich Sie, unserer ehemaligen Bürgerin Blanka Zmigrod ein würdiges Andenken zu ermöglichen und die Erinnerung an diese lebensfrohe, starke und mutige Frankfurter Persönlichkeit hochzuhalten. Ihr Tod steht in einer Reihe rechtsterroristischer Kontinuitiäten in Frankfurt und Hessen: der NSU-Mord an Halit Yozgat am 6. April 2006 in Kassel, der Mordversuch an Ahmed I. in Lohfelden bei Kassel im Januar 2016, der Mord an Walter Lübcke im Juni 2019, das Bekanntwerden rechtsextremer Streetart im Westend im Sommer 2019, der rechtsterroristische Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 und die Drohmails des sogenannten NSU 2.0. 

Im Jahr 2021 wird bundesweit 1700 Jahre dokumentiertes jüdisches Leben in Deutschland gefeiert. Zu diesem 1700-jährigen Jubiläum gehören auch Antisemitismus, Mord und Erinnerungskultur. Bereits im Jahr 2018 hat eine Initiative den Kettenhofweg symbolisch in Blanka-Zmigrod-Weg umbenannt. 

Ich bitte Sie und die Stadt Frankfurt am Main ein Denkmal, an der Kreuzung Kettenhofweg/Niedenau, für unsere ermordete Bürgerin Blanka Zmigrod zu errichten. Ihre Ermordung mahnt uns, keine Sekunde verstreichen zu lassen, ohne das Engagement gegen rechten Terror, Antisemitismus und Rassismus ruhen zu lassen. #BlankaZmigrod #SayHerName



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