Kommunales Wildtierverbot für Zirkusse in der Stadt Landshut gefordert!

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Sehr geehrte Bürgermeister der Stadt Landshut, sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates, sehr geehrte Damen und Herren,

vom  09.06.17 bis zum 18.06.17 wird Circus Krone in Landshut gastieren. Wie Sie sicher wissen, haben mittlerweile immer mehr Menschen erkannt, dass eine Haltung von Löwen, Elefanten und Co in einem reisenden Zirkusbetrieb systembedingt nicht möglich sein kann und zudem nicht mehr zeitgemäß ist. Die Mehrheit der Bevölkerung, das belegen repräsentative Umfragen, sprechen sich daher gegen die Haltung und Zurschaustellung von wilden Tieren im Zirkus aus. Erst im vergangenen Jahr hat der Bundesrat, und das zum dritten Mal, mehrheitlich für einen Entschließungsantrag an den Bundestag gestimmt und die Regierung aufgefordert endlich ein Gesetz auf Bundesebene zu installieren. Auf eine Reaktion des zuständigen Ministeriums wird seit Jahren vergebens gewartet, während bereits 18 Länder Europas, zum Beispiel Österreich und die Niederlande, gehandelt haben und wilde, bestimmte oder alle Tiere im Zirkus verboten haben. Im Übrigen fordert auch die SPD, die Grünen, die Linke, die Bundestierärztekammer und zahlreiche Vereine, Organisationen und Gruppen ein Wildtierverbot.

Auch auf kommunaler Ebene kann hier gehandelt werden. Fast 100 Städte haben bis zum heutigen Tag kommunale Wildtierverbote ausgesprochen und berufen sich dafür auf das Selbstverwaltungsrecht. Zirkusse, die Wildtiere mit sich führen bekommen dort keine städtischen Flächen zur Verfügung gestellt.

Nicht artgerechte Haltung von wilden Tieren im Zirkus

Das Leben in einem Zirkus bedeutet für die Tiere, ständiges Reisen und damit lange Transportwege in dunklen Lkws über die dröhnenden Autobahnen. Hinzukommt ein Bewegungsmangel durch ständiges Leben in kleinen Gehegen mit teilweise fehlendem Sozialkontakt. In der Manege müssen die Tiere dann, begleitet von lauter Musik, grellem Licht und Applaus, Dinge vorführen, die sie freiwillig in der Natur niemals machen würden. So muss ein Elefant bei Circus Krone beispielsweise einen Kopf-Rüssel-Stand vorführen. Dass bei solchen Dressuren oft auch Gewalt im Spiel ist, konnte eine Recherche der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. im Zoo Hannover erst kürzlich wieder zeigen. Unter brutalem Einsatz des sogenannten Elefantenhakens wurden kleinen Babyelefanten zirkusähnliche Tricks beigebracht, um diese anschließend zur Belustigung der Menschen vorzuführen. Ein solcher Haken ist auch bei Circus Krone und vielen anderen Zirkussen im Einsatz. Die nicht artgerechte Haltung im Circus führt bei vielen Tieren zu heftigen Verhaltensstörungen, wie wir es gerade bei den Elefanten immer wieder beobachten können. Auch im Circus Krone leiden alle Elefanten unter der Stereotypie „Weben“, welches für viele Biologen ein eindeutiges Zeichen für seelisches Leid und Unwohlsein ist.

 Wilde Tiere im Zirkus: „Tickende Zeitbomben“

Neben vielen tierschutzrechtlichen Aspekten spielt auch der Faktor „Sicherheit“ eine entscheidende Rolle. So kam es in den letzten Jahren immer wieder zu gefährlichen Tierausbrüchen für Menschen und Tieren. Im Jahr 2013 brach beispielsweise in Lengerich  ein Tiger aus dem dort gastierenden Zirkus aus. Ganz in der Nähe eines Kindergartens lief das Raubtier eine Straße entlang und konnte anschließend von einem Dompteur eingefangen werden. In den Jahren zuvor kam es unter anderem zu einer schweren Verletzung eines Kindes durch einen Tiger und einen Ausbruch von zwei Löwen, die daraufhin von der Polizei erschossen wurden. Im Juni 2015 brach ein Elefant aus einem im baden-württembergischen Buchen gastierenden Zirkus aus und tötete dabei einen Rentner. Alleine seit Anfang des Jahres gab es mindestens acht weitere Ausbrüche von Tieren aus einem Zirkus.

Den Wandel der Zeit erkennen

Zweifelsohne. Zirkusse waren früher ein netter Zeitvertreib und beleibt bei Jung und Alt. Doch im Laufe der Jahre haben wir immer mehr über das Sozialverhalten und den Umgang mit Tieren gelernt. Aus heutiger Sicht ist es unverantwortlich, Tiere im 21. Jahrhundert in einem Zirkus vorzuführen. Kinos, Freizeitparks, Spielplätze und Zirkusse ohne Tiere sind nur wenige Beispiele an heutigen Unterhaltungsmöglichkeiten. Betriebe wie Circus Flic Flac beweisen täglich, dass eine Unterhaltung von Menschen für Menschen ebenfalls bestens funktioniert. Erst vor einigen Tagen gab einer der bekanntesten und erfolgreichsten Zirkusse Deutschlands, Circus Roncalli, bekannt, dass man ab nächstem Jahr auf alle Tierdarbietungen verzichtet, da man mit der Zeit gehen möchte.

Auch wenn Zirkusse nach wie vor auf Privatflächen gastieren könnten, kann die Stadt Landshut anlässlich dieses Gastspiels ein wichtiges Zeichen für mehr Tierschutz und gleichzeitig ein Zeichen an die Bundesregierung senden.
 
Bitte bringen Sie dieses Thema in eine der nächsten Stadtratssitzungen ein.



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