Bürger von Weimar sollen zahlen

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Nach der Ankündigung von Coca Cola, das Abfüllwerk in Weimar im Frühjahr schließen zu wollen, werden wohl nicht nur etwa 180 Menschen ihre Arbeit verlieren. Auch ein Anstieg der Trinkwasserpreise für die Weimarer Bürger ist wahrscheinlich. Wie Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) gegenüber Thüringen24 sagte, sei die Stadt Weimar für die Wasserversorgung des Werks zuständig gewesen.

Trinkwasservertrag für Coca Cola in Weimar geschlossen
Um den hohen Bedarf an Trinkwasser zu stillen, habe die Stadt daher Wasser aus einer nahen Talsperre zugekauft. "Erst im Sommer habe ich einen neuen Vertrag für Talsperrenwasser unterschrieben, für das wir nun keinen Abnehmer mehr haben", so Wolf. Weimar bleibe daher nun auf dem etwa zwei Millionen Euro teuren Vertrag sitzen.
 

Kosten auf Weimarer umlegen
Da die Stadt mit ihrer Wirtschaftsförderung jedoch die Rahmenbedingungen stellen müsse, könne man Coca Cola diesen Vertrag nicht in Rechnung stellen, so Wolf. Die Kosten müssen daher wahrscheinlich auf die Weimarer Trinkwasserkunden umgelegt werden. "Es ist unfair, dass Weimars Bürger nun wegen Coca Cola mehr zahlen müssen", sagte das Stadtoberhaupt. Doch eine andere Möglichkeit sehe er nicht. Auf die Einwohner Weimars umgerechnet ergäbe das den hypothetischen Wert von gut 31 Euro, die dann auf die Trinkwasserrechnung eines jeden Einzelnen aufgeschlagen werden würden.

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Coca Cola zahlte wenig Gewerbesteuer
Coca Cola hatte das Werk 1991 eröffnet. Noch vor der Wende habe der vorher in der Schwanseestraße ansässige Getränkeproduzent Limona VEB das Grundstück an das globale Unternehmen verkauft. Bereits beim Verkauf des Grundstücks habe es laut Wolf Vergünstigungen gegegeben. Auch die in Weimar gezahlte Gewerbesteuer sei nicht übermäßig hoch gewesen. "Es gibt eindeutig bessere Zahler", so Wolf. Das Werk soll nun wegen gesunkener Absatzzahlen im Mehrwegsortiment geschlossen werden.

Werkseröffnung hoch subventioniert
Nach Informationen aus dem Wirtschaftsministerium, die Thüringen24 vorliegen, sind außerdem zur Eröffnung der Produktion umgerechnet 12,7 Millionen Euro aus Mitteln der "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" an Coca Cola geflossen. Die Zusagen, die mit den Subventionen verbunden waren, seien jedoch alle eingehalten worden, wie ein Sprecher des Ministeriums gegenüber Thüringen24 bestätigt. Auch sei die Zweckbindungsfrist ausgelaufen, sodass keine Rückforderungen gestellt werden könnten.



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