Schutz der Bäume und Büsche an Autobahnen und Bundesstrassen

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Worum geht es?

In den letzten Jahren werden zunehmend großflächige Abschnitte an Autobahnen und Bundesstraßen (z.B. B64) in NRW gerodet. Offiziell ist von Gehölzpflege die Rede, wer jedoch z.B. die A40, A 42 oder A44 entlang fährt, bemerkt, dass nicht einzelne kranke oder abgestorbene Bäume entfernt werden, sondern über mehrere 100 m , teilweise über Kilometer eine komplette Rodung durchgeführt wird, inklusive der Büsche die dort stehen. Anschließend steht dort, nichts mehr. Auch gesunde, gerade gewachsene und ältere Bäume werden nicht verschont. Es ist ein regelrechter Kahlschlag.

Auf Rückfrage wird erklärt, dass die Eschen an den Autobahnen erkrankt seien. Sieht man allerdings die Stämme genauer an, dann sieht man, dass dort Birken, Eschen, Erlen, Buchen, Eichen und mehr gefällt werden. In Zeiten des Klimawandels sollte es ein Grundsatz sein  jeden Baum zu erhalten und vor allem niemals großflächige Rodungen zu Lasten der Umwelt und damit zu Lasten der Menschen durchgeführt werden.

Was bedeuten die Bepflanzungen, Bäume und Sträucher, entlang der Autobahnen, für die Umwelt und uns Menschen?

-       Bäume und Büsche sind eine ökologische Nische. Hier finden Vögel, Insekten und Kleintiere einen vom Menschen unberührten Raum, in dem keine Gifte versprüht werden und sie ein Stück weit, Ruhe vor Menschen finden können.

-       Die Büsche entlang der Autobahnen, z.B. Weißdorn, Holunder und Haselnuss, sorgen im Frühjahr dafür, dass Bienen und Hummeln erste Nahrung finden können, und dass Bienen und Hummeln für uns von existenzieller Bedeutung sind, weiß mittlerweile jeder. Im Herbst und Winter sorgen die Früchte dieser Büsche dafür, dass unsere heimischen Vögel und Kleintiere Früchte finden können, um den Winter zu überleben.

-       In Zeiten der massiven Belastung der Städte und Menschen durch Feinstaub, halten Bäume und Büsche an den Straßen einen Teil des Feinstaubs zurück und nicht nur das, sie verhindern auch, dass sich große Mengen Feinstaubs direkt durch die Luft in der angrenzenden Gegend verteilen können.

-       Bäume und Büsche schenken der Umwelt und damit uns Menschen Sauerstoff. Jeder mittelgroße Baum produziert in einem Jahr für 50 Menschen Sauerstoff. Wir können uns nicht mehr erlauben, darauf zu hoffen, dass andere Länder genug Bäume stehen lassen, die uns mit Sauerstoff versorgen. Und nein, das Sauerland reicht nicht aus, um die Belastung des Ruhrgebiets wett zu machen.

-       Bäume und Büsche sorgen für weniger Unfälle. Wer schon einmal bei windigem Wetter die Autobahn entlanggefahren ist, hat es entweder selbst erlebt oder es bei einem vor ihm fahrenden LKW gesehen. Büsche und Bäume am Fahrbahnrand halten Wind und Windböen davon ab mit voller Wucht über die Autobahn zu fegen, kommt das Fahrzeug dann allerdings plötzlich auf ein freies, unbewachsenes, gerodetes Stück, wird es nicht selten von einer Bö erfasst, die selbst einen schweren LKW Anhänger seitlich versetzt.

-       Bäume und Büsche sorgen für weniger Lärmbelästigung und damit für weniger lärmbedingten Stress bei Menschen, die in den angrenzenden Gebieten wohnen. Wer schon einmal in der Nähe der Autobahn gewohnt hat oder spazieren gegangen ist, der merkt, wie im Winter der Lärm durch die Autobahn massiv zunimmt, da der Schutz durch Blätter und Pflanzen fehlt.

Daher fordere einen sofortigen Stopp der Rodungen!  Lassen sie Büsche und Bäume an Autobahnen stehen und pflegen sie diese.

Mit freundlichen Grüßen 

Karin Pätze