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Nein zum programmierten Verschwinden der deutschen Sprache an französischen Schulen!

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Najat Vallaud Belkacem muss ihren Plan, die bilingualen Klassen  aufzuheben, zurücknehmen. Denn gerade diese bilingualen Klassen haben den Rückgang des deutschen Spracherwerbs in Frankreich aufgehalten. Diese Klassen aufzuheben ist ein politischer, wirtschaftlicher, kultureller und diplomatischer Unverstand und eine Beleidigung für die deutsch-französische Freundschaft.

In 20 Jahren ist der Anteil der Schüler, die Deutsch in französischen Schulen lernen, um mehr als ein Drittel gesunken: sie repräsentierten ein Viertel der Schüler im Jahr 1995 und weniger als 15% im Jahr 2014, was einen Rückgang von fast 500.000 Schülern bedeutet.

Gleichzeitig hat sich der Anteil der Schüler, die Spanisch lernen, von knapp einem Viertel im Jahr 1995 auf fast die Hälfte der Schüler im Jahr 2014 erhöht.

Besorgt über diese Feststellung hat der Rat der deutsch-französischen Minister anlässlich des 50. Jahrestages des Elysée-Vertrags am 22. Januar 2013 in Berlin an die strategische Priorität, die Sprache des Partners zu lernen, erinnert:

"Wir bekräftigen die große Bedeutung des Erlernens der Sprache des Partners zugunsten eines besseren gegenseitigen Verständnisses und der Annäherung unserer Gesellschaften. (...). Wir unterstützen den Zugang zur Partnersprache in jungen Jahren, vor allem im Rahmen der zweisprachigen Kindergärten, aber auch in Hochschuleinrichtungen sowie in Gymnasien und technischen und professionellen Ausbildungszentren. Wir unterstreichen auch die wichtige Rolle des zweisprachigen allgemeinen Schulunterrichts, insbesondere des Abibac und untersuchen Möglichkeiten, diesen auch in anderen Formen der Grundausbildung zu entwickeln, einschließlich in Form eines technologieorientierten und / oder beruflichen Abibac-Lehrplans. "

 

Diejenigen, die heute von der Ministerin für Bildung, Najat Vallaud Belkacem, die Aufrechterhaltung der bilingualen Klassen fordern, verlangen nichts anderes als Respekt für diese feierliche Verpflichtung des Präsidenten der Republik, François Hollande.

Warum?
1. Weil die Gründung dieser bilingualen Klassen im Jahre 2005 zur Eindämmung des zahlenmässigen Rückgangs der Zahl der Deutschlernenden beigetragen hat.

 

2. Weil bilinguale Klassen, die den Schülern die Möglichkeit bieten, ab der 6. Klasse zwei Fremdsprachen zu lernen, , vermeiden, dass Eltern zwischen deutscher und englischer Sprache wählen müssen.

3. Weil diese Klassen, den Schülern, die deutsch in der Grundschule gelernt haben, das Deutschlernen auch in der 6. Klasse weiter anbieten, ohne die Kontinuität zwischen Primär- und Sekundärstufe zu unterbrechen: wenn sie nicht in bilinguale Klassen kommen, wählen die Schüler  in der 6. Klasse Englisch als erste Fremdsprache und müssen zwei Jahren warten, um eine zweite Fremdsprache hinzuzunehmen,

4. Weil bilinguale Klassen eine Antwort auf die Schwierigkeiten der deutschen Sprache für einen französischen Schüler geben, da für sie eine längere Lernkurve als bei Spanisch oder Englisch anfällt.

Wenn der Leiter der Staatlichen Bildungsbehörden im Elsass , Professor Jacques-Pierre Gougeon, für den Erhalt der bilingualen Klassen kämpft und betont, dass das Elsass keine Ausnahme darstellt, hat er recht. Warum soll man Tausenden von jungen Franzosen die Gelegenheit eines Praktikums oder eines Jobs in einem Nachbarland, in dem die Jugendarbeitslosigkeit viermal geringer ist als in Frankreich, einfach zuücknehmen?

Wenn die deutsche Botschafterin in Frankreich, Susanne Wasum Rainer, sagt, dass "Deutsch ein Kollateralschaden der Reform des Collège ist“,  hat sie recht.

In der Tat, Deutsch ist das Opfer einer buchhalterischen und ideologischen Vision der Erziehung.

Das Aufheben der bilingualen Klassen macht zwar Unterrichtsstunden frei und ermöglicht so, eine zweite Fremdsprache ab der 5.Klasse einzuführen jedoch ohne deutliche Erhöhung der Fremdsprachenstunden während der ganzen Schulzeit.

Die Aussage, dass bilinguale Klassen elitär seien, weil sie Schülern, die in „Brennpunktschulen“ angemeldet sind, die Möglichkeit geben, die traditionelle Fachrichtungen zu umgehen, ist absurd. Stattdessen sollte die Ministerin sich darüber freuen, dass benachteiligte Schüler dank bilingualer Klassen von einer positiven „Diskriminierung“ für den Rest ihrer Schulzeit profitieren.

Warum Schüler in den „Brennpunktschulen“, die mehr arbeiten und gleichzeitig zwei Sprachen von der 6. Klasse an lernen wollen, bestrafen? Warum systematisch die Exzellenzförderung in Frage stellen, einschließlich und insbesondere in benachteiligten Schulen?

Deutsch ist die Sprache mit den meisten Muttersprachlern in Europa. Frankreich und Deutschland sind wirtschaftlich so integriert wie nie und beide Länder sind der einzige Motor – und die einzige Hoffnung - der Europäischen Union.

52 Jahre nach dem Elysée-Vertrag ist die Verteidigung der deutschen Sprache alles andere als ein Rückzugsgefecht oder einen korporativen Reflex einer bedrohten Disziplin. Eine Vernachlässigung unserer jeweiligen Muttersprachen zugunsten der englischen unterstützt die Verschlechterung der Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland.

Deshalb fordern wir Frau Najat Vallaud Belkacem, Ministerin für Bildung, Hochschulwesen und Forschung, auf, die bilingualen Klassen zu erhalten, um so die Verpflichtungen des Präsidenten der Republik zu erfüllen.

Philippe Gustin

Präfekt, Referent von Luc Chatel, ehemaliger Minister für Bildung, ehemaliger Botschafter Frankreichs in Rumänien. Philippe Gustin begann seine Karriere als Grundschullehrer in Deutschland, wo er 8 Jahre lang lebte.

 

 

 



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