Silvester ist Tierquälerei - uns‘re Stadt wird Böller-frei!!!

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Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann,

für mich als Hundehalterin ohne Garten, für meine Freundin als Katzenhalterin und für meinen gesamten Bekanntenkreis, in dem Tiere gehalten werden, gereichen die Tage um Silvester zur alljährlichen Qual.

Jeder Gassigang wird förmlich zum Spießrutenlauf. Besonders im engbesiedelten Statdteil Buckenberg-Haidach, meiner Heimatstadt Pforzheim, muss man meist schon kurz nach Weihnachten jeder Zeit Tag und Nacht aus allen Ecken mit einem ohrenbetäubenden Böller-Bombardement rechnen, das unsere Tiere regelmäßig in Panik geraten lässt. Auch von den Balkons der Hochhäuser werden Böller geworfen, was die gesamte Situation regelrecht lebensgefährlich macht.

Auf allen öffentlichen Spielplätzen, vor dem Bürgerhaus, in den Wohnanlagen stehen schon Tage vor und Tage nach Silvester zahlreiche Jugendliche herum, und vertreiben sich die Zeit mit sinnloser Böllerei, die mit dem Jahreswechsel nicht das Mindeste zu tun hat! Besonders beliebt: Böller in den vielen Tiefgaragen zu zünden - ein Hochgenuss für den,  der  gerade in dem Moment vorbeigehen darf und einen Hörsturz oder einen Nervenzusammenbruch riskiert.

Silvester selbst - der blanke Horror!!! Ab dem späten Nachmittag kann man sich eigentlich gar nicht mehr vor die Tür trauen, aber der Hund soll ja sein Geschäft nicht in der Wohnung verrichten müssen.

Schon eine halbe Stunde vor Mitternacht (man kann ja wohl nicht abwarten) bricht dann das Inferno los, das die ältere Generation an die schlimmsten Kriegserlebnisse erinnert, und für die dieses Treiben alles andere als ein Spaßfaktor ist!

Sie alle sehnen sich nach der guten alten Zeit, wo das neue Jahr mit dem Läuten der Kirchenglocken begrüßt wurde.

Hat sich dann das Bombardement endlich endlich gelegt und man möchte sich zur Ruhe begeben, meinen ein paar unersättliche, sie müssten als ‚Alleinunterhalter‘ in den Morgenstunden und in den kommenden Tagen immer noch Radau veranstalten.

Nicht zu vergessen die Luft- und Umweltverschmutzung und die Zerstörung, die mit unsachgemäß angewendeten Böllern und Feuerwerkskörpern einhergeht.

Noch Wochen nach dem Inferno lassen sich erstmal keine Vögel mehr in den Wohnanlagen blicken, auch sie sind völlig verstört und auch gefährdet. 

Von alten und kranken Menschen ganz zu schweigen, die jedesmal fast einem Herzanfall erliegen.

Es hat sich ja leider in den letzten Jahrzehnten die Unsitte eingebürgert, sämtliche Events vom Fußballspiel bis zur privaten Gartenparty mit Böllern zu kommentieren.

Der Gipfel der Geschmacklosigkeit und Pietätlosigkeit war für mich im August 1999 erreicht - am Tag der totalen Sonnenfinsternis - als auf deren Höhepunkt dieses einmalige stille und erhabene Naturschauspiel und noch dazu Jahrhundertereignis im Stadtteil Buckenberg-Haidach in Pforzheim von sämtlichen Balkonen der Hochhäuser mit Böllerei begleitet wurde!!!

Deshalb bitte ich Sie hiermit dringend,  sehr verehrter Herr Ministerpräsident von Baden-Württemberg, sich dem Vorschlag Horst Seehofers, Ministerpräsident von Bayern, anzuschließen, und dafür zu sorgen, dass ein verschärftes Sprengstoffgesetz gegen die private Benutzung von Feuerwerkskörpern erlassen wird - dies sollte natürlich besonders für Ballungsgebiete gelten.

Ich bedanke mich im Voraus herzlich für Ihr Verständnis und Ihre Intervention und verbleibe im Namen aller Tiere und geschädigten Personen

Mit freundlichen Grüßen 

Maria Kugler

75181 Pforzheim