Verantwortung für kommende Generationen statt „Spaß am Auto“

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Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) lässt sich seit neuestem in einem „Stadtgeländewagen“ oder „SUV“ aus dem Hause Mercedes-Benz durch das angebliche Musterländle in Sachen Umweltschutz fahren. Dieser Staatspanzer des ersten grünen Ministerpräsidenten Deutschlands wird mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben und kann zusätzlich als "Plug-In-Hybrid" per Ladekabel mit Strom aufgetankt werden. Der SUV wiegt leer in der Benzin/Plug-In-Variante über 2 Tonnen und ist über 4,60 Meter lang (siehe Foto).

Herr Kretschmann, der als frisch gebackener Ministerpräsident noch „weniger Autos auf den Straßen“ wollte, ist heute der Meinung, mit solchen komplett überdimensionierten Lifestyle-Fahrzeugen würde er „Spaß ohne Emissionen“ haben. Auch freut sich Baden-Württembergs neuster, oberster Autolobbyist, dass man mit diesem Privatpanzer „Menschen, die Spaß am Auto hätten, diesen Spaß nicht mehr verderben müsse, "sondern dass sie auch schnittig fahren können"“. Laut des SWR setzt Kretschmann mit diesem Egoverstärker „auf umweltfreundliches Fahren“ (Quelle für alle Zitate: SWR „Kretschmann mit Elektro-Dienstwagen unterwegs“).

Herr Kretschmann missachtet hier wissentlich oder unwissentlich Fakten und beteiligt sich am Greenwashing eines Konzerns, der als Teil der Automafia in Deutschland mit krimineller Energie und systematisch Gesetze missachtet hat. So hat Mercedes im Zuge des Diesel-Skandals bereits Gerichtsprozesse mit Kunden „wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung“ verloren. Auch bei dem jetzt von Kretschmann beworbenen Modell GLC hat das Kraftfahrtbundesamt verbotene Abschaltvorrichtungen bei der Diesel-Variante entdeckt (Quelle https://www.lehnen-sinnig.de/vw-skandal/mercedes-fahrer-erstreiten-erste-urteile-jetzt-auch-gegen-daimler-hersteller-muss-manipulierte-c-klasse-und-vito-zuruecknehmen-und-kaufpreis-erstatten/

Im Gegensatz zur Behauptung Herrn Kretschmanns kann man auch mit einem Wasserstoff/Plug-In-SUV nicht umweltfreundlich fahren. So ist alleine die Herstellung dieser Dinosaurier mit immensen Umweltschäden und Energieverbrauch verbunden. In den Batterien steckt Neodym aus China, bei dessen Abbau radioaktive Abfallprodukte entstehen. Auch für die Karosserie aus Aluminium wird Regenwald abgeholzt, immens viel Strom verbraucht und giftiger, sogenannter Rotschlamm bleibt zurück (Quelle https://www.sueddeutsche.de/auto/zwiespaeltige-umweltbilanz-e-autos-dreckiger-als-gedacht-1.2748493 All das ist offensichtlich für den grünen?! Politiker Kretschmann kein Problem, um für dieses fragwürdige wie unnötige Produkt zu werben.

Auch sonst zeugt Herrn Kretschmanns Aussage, er würde mit diesem Mercedes-Werbemobil „ohne Emissionen“ fahren, im besten Fall von grober Unkenntnis. Erstaunlich für einen Vertreter einer Partei, bei der der Umweltschutz angeblich die „Kernkompetenz“ darstellt. Herr Kretschmann sollte nach 7 Jahren als Staatschef von Baden-Württemberg der Strommix bekannt sein. Dieser hatte 2016 ganze 25,3 Prozent erneuerbarer Energien beinhaltet, während Kohle immer noch mit 29,1 Prozent zu Buche schlug. Nicht unwesentlich tragen zu dem hohen Kohle-Anteil die in Kretschmanns Amtszeit neugebauten Kohleblöcke in Karlsruhe und Mannheim zu Buche.

Der „Stadtgeländewagen“ Mercedes GLC ist deshalb weder „umweltfreundlich“ noch angesichts der immensen Schäden, die bei der Herstellung und dem Betrieb dieses Privatpanzers entstehen, vertretbar. Angesichts der sich stetig verstärkenden Klimaerwärmung und der ökologischen Krise fordern wir Herrn Kretschmann als grünen Ministerpräsidenten auf, dieses Greenwashing sofort zu beenden und den Staatspanzer von Mercedes umgehend zurückgeben. Das Gleiche gilt für alle anderen, grünen Kabinettsmitglieder der aktuellen Landesregierung Baden-Württembergs, die derzeit Staatspanzer der Marke Mercedes als Dienstwagen nutzen.