Endlich Frühstückspausen für die Unterstufe an weiterführenden Schulen

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Das neue Schuljahr hat gerade in NRW begonnen und den meisten Schülerinnen und Schülern wird es an der weiterführenden Schule so gehen, wie meiner Tochter im letzten Jahr. Sie werden sich in der Pause entscheiden müssen: will ich spielen, im Kontakt mit meinen neuen Mitschüler/innen sein, oder will ich lieber essen. Mein Kind hat sich - selbstverständlich -immer für's Spielen entschieden und ich habe Wochen gebraucht um zu verstehen, warum sie meistens hungrig und durstig nach Hause kam und WAS das Problem war: an den meisten weiterführenden Schulen gibt es keine gesonderte Frühstückspause mehr, wie sie an jeder Grundschule selbstverständlich ist.

Das war uns Eltern völlig neu. 

Vorbei die Zeit der liebevoll gestalteten Brotdosen, die einer Papiertüte wichen.  Wichtig war nun nur noch: schnell essen, damit man spielen kann. 

Ich halte den Wegfall der Frühstückspause aus folgenden Gründen für grundlegend falsch: 

1. Gerade, um eine neue Klassengemeinschaft entstehen zu lassen, braucht es Zeit und die Möglichkeit miteinander ins Gespräch zu kommen. Besonders für Kinder, die alleine auf eine Schule gewechselt sind und niemanden kennen, ist es eine besonderes Herausforderung in Kontakt zu kommen. Dies gelingt viel leichter, wenn in einer festen Zeit im Klassenverband gemeinsam gegessen wird. Kindern geht es wie uns Erwachsenen auch: gemeinsames Essen ist Gemeinschaft und verbindet. In Kontakt zu kommen fällt uns beim Essen auch leichter. 

2. Ernährungsexperten weisen darauf hin, dass Kinder immer dicker werden und es an gemeinsamen Zeiten am Familientisch mangelt. Hier kann Schule einen Unterschied machen: "slow food" statt "fast food". Des Weiteren könnte in den  beiden Klassen der weiterführenden Schule hier die Change genutzt werden, dass die Lehrer in Interaktion mit Ihren Schülern kommen und die folgende Hofpause vorbereiten: "Was werdet ihr machen?", "Wer ist noch alleine?"  - Fragen, die an den meisten Grundschulen selbstverständlich sind. Grundschullehrer werden bestätigen, dass dies auch für sie die Zeit ist, in der man in den persönlichen Kontakt kommt. Eine wahre Change für die weiterführenden Schulen. Des Weiteren können die Kinder in Ruhe essen und trinken, um danach in die Hofpause zu gehen. Mehr dazu in meinem Artikel "Pause machen ohne Pausenbrot"

Umsetzbar ist die Maßnahme schnell und problemlos und noch dazu kostenlos! Nach den ersten beiden Stunden verbleibt die Lehrkraft noch für 10 Minuten im Klassenraum, bevor die Kinder in die Hofpause gehen. Dies sollte Intern für die Schulen unkompliziert zu regeln sein. Ein weiterer Vorteil der Frühstückspause im Klassenraum ist, dass keine vergessenen Brotdosen und Trinkflaschen auf dem Schulhof verbleiben. 

Ich halte es für absolut sinnvoll und wichtig, dass Kinder sich in ihrer Klasse wohl und sicher fühlen. Dass sie Kontakte zu Mitschüler/innen und Lehrer/innen aufbauen, um gut zu lernen. Bewegung und Spiel hilft den Kindern das gelernte Wissen schneller zu speichern und sich in den folgenden Stunden neu zu konzentrieren. Dass schon Kinder lernen, das Pausen wichtig und zielführend sind, halte ich für unerlässlich. Im System Schule ist eine selbstgewählte Frühstückspause organisatorisch nicht möglich. Aber möglich ist es, den Kindern Zeit und Raum zu gewähren, um eine eine wirkliche Pause zu haben, in der sie Essen und in Kontakt kommen können. Mit sich und mit anderen. 

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und Unterstützung!



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