Gemeinsamer Aufruf von Angehörigen in der Coronazeit - Einsamkeit in Heimen beenden

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Die Menschen brauchen Ihre Hilfe.
Sie hoffen auf einen Weg aus der Einsamkeit.

In vielen Bereichen werden Lockerungen geschaffen, nicht aber in Senioren - und Pflegeheimen. Alte, kranke und behinderte Menschen haben bis auf unbestimmte Zeit nicht das Recht, von ihren engsten Angehörigen besucht zu werden. Die Menschen dort und ihre Angehörigen leiden schwer unter der Isolation. Sie möchten selbst bestimmen und das Recht haben, von ihren engsten vertrauten Angehörigen besucht zu werden. Die psychische Belastung wird bei vielen Bewohnern gesundheitliche Schäden zur Folge haben:

- Angst-und Unruhezustände

- Depressionen

-Verweigerung der Medikamente

- Verschlechterung der motorischen Fähigkeiten wegen fehlender Unterstützung

- Zunahme von Hospitalismuserscheinungen, dazu gehören Nahrungsverweigerung, stereotype Bewegungen, Reizbarkeit, Verstimmungen, Aggressionen

-  Folgen sind oft die Gabe von sedierenden Mitteln und Neuroleptika

Dies ist längerfristig ethisch und sozial nicht vertretbar. Das Personal bemüht sich intensiv und wir sind dafür sehr dankbar. Aber es ist in Zeiten erhöhter Krankheitsfälle und fehlender Tagesstrukturangeboten zu gefordert, um die Zuwendung von Angehörigen zu ersetzen. Viele alte und kranke Menschen haben weniger Angst davor zu sterben, als davor in ihrer letzten Lebensphase allein gelassen zu werden.

Die derzeitigen  Verordnungen sind gut gemeint, berücksichtigen aber wenig die menschliche Komponente. Die Erfahrungen der letzten Wochen haben gezeigt, dass  sich das Virus trotz Besuchsverbote nicht aufhalten lässt. Die Verbreitung hat umfassendere Ursachen. Inzwischen ist die Verhältnismäßigkeit zwischen dem Schutz vor Ansteckung und den Grundbedürfnissen der Bewohner  nicht mehr gewahrt.

Wir sind sicher, dass uns Angehörigen und Vertrauten, unter Einhaltung aller notwendigen Schutzvorkehrungen, ein Besuchsrecht eingeräumt werden muß.

Wir möchten, dass dieses zusätzliche Leid ein Ende hat, bevor Menschen an der Folge der bereits lang anhaltenden Isolation noch mehr leiden oder sogar sterben.

Deshalb bitten wir Sie, die verantwortlichen Politiker/innen ebenso wie Ministerien, Verbände und Einrichtungsleitungen, das Besuchsverbot aufzuheben und verbindliche Besuchsmöglichkeiten zu schaffen.

Mögliche Maßnahmen wären u.a.:

- Beschaffung und Bereithaltung ausreichender Schutzkleidung

- Einrichten von Zeitkorridoren für Besuche

- Bereitstellung von geschützten Bereichen

- Möglichkeit für Angehörige, die Schutzkleidung selber zu besorgen oder sich   finanziell zu beteiligen, damit das vorbehaltene Kontingent für das Pflegepersonal auf alle Fälle gesichert ist.

- Schutzschleusen zur Überprüfung der Hygienekette

- ausreichende Tests mit zeitnahen Ergebnissen

Bei allen weiteren Entscheidungen sollten nicht Isolation, sondern achtvolles Miteinander und das Recht jedes Einzelnen auf Selbstbestimmung im Focus stehen.

Wenn Sie unserer Meinung sind oder betroffene Angehörige im Heim haben, unterzeichnen Sie bitte unser Anliegen und teilen Sie diese Petition.