Mensch, Solingen! OGS-Plätze für alle Kinder!

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Wir fordern, dass jedes Solinger Kind, das einen OGS-Platz haben möchte, auch einen Platz bekommt, unabhängig von der jeweiligen familiären Situation und für die gesamte Grundschulzeit. Solingen will eine familienfreundliche Stadt sein, in der auch Grundschulkinder zuverlässig betreut sein sollten.

Seit 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, sobald ihr Kind ein Jahr alt wird. Die stetig steigenden Anmeldezahlen und die Schaffung vieler neuer Kindergartenplätze bestätigen den Bedarf. Auch die weiterführenden Schulen haben im letzten Jahrzehnt ihr Verpflegungs- und Betreuungsangebot ausgebaut. Umso bedauerlicher ist es, dass die Stadt Solingen diesen Wandel mit der Schaffung von OGS-Plätzen nicht in gleichem Maß begleitet hat.

Die Fakten:
- seit 2014 wächst die Einwohnerzahl in Solingen stetig an
- 188 angemeldete Kinder haben im aktuellen Schuljahr keinen OGS-Platz erhalten: diese Familien müssen dann die Betreuung privat organisieren
- die Stadt richtet bei einem festgestellten zusätzlichen Bedarf von 15-20 Gruppen lediglich eine (!) weitere Gruppe ein (Aussage vom Schulamt im Schulausschuss zur Vorlage 5407/2019, das Solinger Tageblatt berichtete am 29.03.19)
- der Ausbau der Grundschulen und OGS-Plätze wird nach wie vor vernachlässigt
- auf Beschluss der Stadt Solingen gemeinsam mit der Lenkungsgruppe Offener Ganztag müssen 20% der Plätze an Härtefälle, 30% an Kinder mit pädagogischem Bedarf und 50% an Kinder mit berufstätigen Eltern vergeben werden: diese Auswahlkriterien verschärfen zusätzlich die Situation aller berufstätigen Eltern
-die Zahlen der letzten Jahre zeigen, dass die Differenz zwischen den vorhandenen OGS-Plätzen und dem Bedarf jedes Jahr größer wird

Was bedeutet es für Eltern, keinen OGS-Platz zu bekommen?
- ihre Kinder sind nach der Schule und bei Unterrichtsausfall nicht betreut
- sie müssen die Betreuung nachmittags, in der 12-wöchigen Ferienzeit sowie für sonstige schulfreie Tage organisieren
- ein Elternteil muss seine Erwerbstätigkeit drastisch reduzieren oder aufgeben, schlimmstenfalls enden berufliche Werdegänge oder klappen Wiedereinstiege nicht und Familien stoßen an ihre finanziellen Grenzen

Was bedeutet es für das soziale Klima an einer Schule?
- eine Gruppe Eltern wird gegen eine andere ausgespielt, eine "gerechte" Auswahl vorzunehmen ist schier unmöglich und provoziert Unzufriedenheit in der Elternschaft, ein Viertklässler kann genauso Bedarf an Betreuung haben wie ein Erstklässler, Teilzeiteltern genauso Bedarf an Entlastung wie  Vollzeitbeschäftigte, Arbeitssuchende erhalten ohne Betreuung gar keinen Job
- Familien haben schlechtere Integrationsmöglichkeiten in jedweder Hinsicht
- für die jeweilige Grundschule bedeutet es auch, dass sie für Kindergartenkinder-Eltern sofort an Attraktivität verliert, wenn berufstätige Eltern sich nicht auf eine zuverlässige Betreuung verlassen können

Was bedeutet es für die Stadt Solingen, wenn Solinger Grundschüler nicht zuverlässig betreut sind?
- der Verlust an Arbeitskraft bedeutet einen Verlust an Steuerkraft und Kaufkraft und  höhere Sozialausgaben
- ein Imageverlust als familienfreundliche Stadt droht, wenn sich Familien andere Standorte suchen, die es ihnen ermöglichen, Familie und Beruf in Einklang zu bringen und Unternehmen sich andere Standorte suchen, die ihre Attraktivität als Arbeitgeber sichert

Wie ließe sich das Problem lösen?
- neue Raumnutzungskonzepte, wie die multifunktionale Nutzung eines Klassenraums (wie sie z.B. an den Grundschulen Schützenstraße und Katternberger Straße erprobt werden), oder sogenannte Drei-Raum-Lösungen, wie sie in anderen Städten üblich sind, ermöglichen die Eröffnung weiterer Gruppen

-An-,Um- oder Neubauten, um die Raumnot zu lindern

- temporäre Aufstellung von Containern als Übergangslösung bis zur Fertigstellung eines Neubaus
- Flexibilisierung des Betreuungsrahmens z.B. durch Auflösung der strikten Trennung der Übermittagsbetreuung und OGS oder indem sich mehrere Kinder bedarfsangepasst tageweise einen OGS-Platz teilen
- Erweiterung der Übermittagsbetreuung hinsichtlich der Betreuungszeiten und des Verpflegungsangebots
- außerschulische Kooperationen, z.B. mit Sportvereinen, den Wohlfahrtsverbänden oder kirchlichen Einrichtungen, die bereits Nachmittagsangebote für Kinder anbieten oder einrichten können

Unterstützen Sie diese Petition, wenn auch Sie wollen, dass die Betreuungslücke zwischen Kindergarten und weiterführender Schule geschlossen wird!