Verhindern von Präsenzklausuren an bayerischen Hochschulen und Universitäten

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Sehr geehrter Herr Söder, Herr Piazolo, Herr Schober,

UPDATE: Am 12.01. verschärft die Landesregierung die Maßnahmen in geschlossenen Räumen mit der Pflicht von FFP2 Masken. Warum wird auf der einen Seite weiterhin verschärft und beim Thema Präsenz-Prüfungen an Hochschulen bleibt die Situation gleich?

31.849 Neuinfektion und 1188 Todesfälle am 08.01.2021, Todeszahlen alleine im Dezember höher als von März - November zusammen -  trotzdem Präsenzprüfungen?

Am Dienstag wurde auf Bund-Länder-Konferenz beschlossen den Lockdown zu verlängern und zusätzlich noch eine Umkreisbeschränkungen auf 15 km zu setzen.

Nichtsdestotrotz bleiben auch durch die bayerischen Sonderregeln vom 06.01.2020 die Regelungen an Hochschulen von der Politik unberührt und jede Hochschule darf somit entscheiden, wie sie beispielweise mit den anstehenden Prüfungen umgeht. Die Technische Hochschule Ingolstadt, an der wir studieren, hat sich dazu entschieden die Prüfungen trotzdem in Präsenz durchzuführen. Wir halten dies für gravierenden falsch und sehr gefährlich. Im Anhang finden Sie die konkreten Probleme über die Planung des anstehenden Prüfungszeitraumes, welcher am 19.01.2021 beginnt:

  • Prüfungen werden in Präsenz während des Lockdowns in den Räumlichkeiten der THI geschrieben
  • Ansteckungsgefahr für Dozenten und Studenten sehr hoch
    • Insbesondere deshalb, da in einigen Prüfungsräumen keine Fenster und auch keine Lüftung zur Verfügung stehen. Gesamte Studiengänge werden auf 1-2 Räume aufgeteilt, hierbei wird „nur“ der Mindestabstand von 1,50 m eingehalten und Maske getragen
  • Andere Hochschulen wie (Technische Hochschule Rosenheim, Technische Hochschule Deggendorf, Hochschule München, TU München, LMU München, Universität Regensburg etc.) ermöglichen alternative Prüfungsformen wie beispielsweise online-Klausuren, mündliche Online-Prüfungen oder auch Abgaben zu einer bestimmten Frist.
  • Die Bayerische Staatsregierung ermöglicht Online-Prüfungen: Die Hochschule sieht rechtliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung - Widerspruch?! Andere Hochschulen haben dabei offensichtlich keine/weniger Probleme.
    • Die Bayerische Staatsregierung schreibt hierzu auch: „[…] hat das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit der Verordnung zur Erprobung elektronischer Fernprüfungen an den Hochschulen in Bayern (Bayerische Fernprüfungserprobungsverordnung – BayFEV) die Rahmenbedingungen festgelegt“
  • Teilnahmebeschränkung: Sollte man aufgrund eines Kontaktes (bspw. Kontaktperson 1. Grades) kurz vor dem Prüfungszeitraum in Quarantäne geschickt werden, gibt es keine Möglichkeit an den Prüfungen teilzunehmen, da diese nur in Präsenz angeboten werden --> Nachteil, wenn die Prüfungen im nächsten Semester nachgeholt werden sollen. Beispielsweise statt 4 Prüfungen im SS2021 nun 9 Prüfungen.Dadurch entsteht den betroffenen Studierenden ein erheblicher Nachteil
  • Durchgehendes Tragen der Maske: Nachteil für die Studenten, da man sich schlechter konzentrieren kann, weniger Sauerstoff, Kopfschmerzen usw. Dies wäre bei Online-Prüfung beispielweise anders
  • Vor und nach den Prüfungen werden sich vor den Räumlichkeiten Studenten ansammeln --> Gespräche unter den Studenten --> Kontakte von weit mehr als den erlaubten 2 Haushalten entstehen
  • Das Ausmaß von Weihnachten/Silvester und der neuen Virus-Mutation kann laut Bundeskanzlerin erst ab dem 17.01.2021 genauer beurteilt werden. Ab dem 19.01.2021 startet die Prüfungsphase. --> Könnte zum Superspreader-Ereignis werden
  • Schulen/Kitas bleiben komplett geschlossen. Die THI bleibt offen für Prüfungen wodurch zweifelslos Kontakte zustande kommen
  •  Bayerische Staatsregierung überlässt den Hochschulen die Verantwortung wie sie die Prüfungen durchführen. Die THI bemüht sich nicht um online-Prüfungen und nutzt die „Option für Präsenzprüfungen im Ausnahmefall“ aus, da diese Art von Prüfungen für sie weniger Aufwand bedeutet
  • Bundesregierung/ Bayerische Staatsregierung greift zu sehr drastischen Mitteln wie Umkreisbeschränkung und Kontaktbeschränkungen --> THI führt trotzdem alle Prüfungen in Präsenz durch --> passt nicht zusammen
  • Die starken persönlichen Einschränkungen hinsichtlich der Beschränkung der sozialen Kontakte wird durch die drei wöchige Prüfungsphase komplett zunichte gemacht --> Innerhalb von diesen drei Wochen kommen mehrmals Kontakte mit bis zu 80 Personen zustande.
  • Fragen: Was passiert wenn ein/e Student/in oder Dozent/in an Corona erkrankt ist? Müssen anschließend alle in Quarantäne? Wird die Prüfungsphase dann abgesagt? Werden dann ganze Studiengänge oder gar die ganze Hochschule zu Nachprüfungen geschickt? Da mehrere unterschiedliche Prüfungen mit unterschiedlichem Teilnehmerkreis stattfinden, während noch keine Symptome bei eventuell betroffenen Studenten auftreten, ist dies besonders problematisch.
  • Angesichts der hohen Anzahl täglicher Neuinfektionen würde eine ca.80 Studierende betreffende Prüfung in Präsenzform, abgehalten in schwer belüftbaren Räumlichkeiten, den aktuell verordneten und jüngst sogar verschärften Kontaktbeschränkungen nicht nur in aller Gänze widersprechen, sondern auch die mühsam erkämpften Ergebnisse letzterer grandios zunichte machen.
  • Bayerische Staatsregierung überlässt den Hochschulen die Verantwortung wie sie die Prüfungen durchführen. Falls von der Politik kein „Einspruch“ erfolgt, wird die THI die Prüfungen in Präsenz stattfinden lassen und könnte so mühsam erkämpften Ergebnisse grandios zunichte machen. Wir fordern daher die Politik auf: Verhindern Sie die Präsenzprüfungen an der THI aus den oben genannten Gründen.

Lösung:

Zu lösen wäre das Problem dann durch Anordnung der Durchführung von Online-Prüfungen/Abgaben oder die Verschiebung der Prüfungsphase auf einen Zeitpunkt, an dem sich das Infektionsgeschehen wieder beruhigt hat bzw. mehr Impfungen vorliegen. Dies kann entweder durch die Hcohschule selbst oder durch die bayerische Staatsregierung erfolgen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!