Make Reparieren great again - Jetzt die Mehrwertsteuer auf Reparaturen abschaffen!

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Es ist nicht neu: Dinge zu reparieren hilft, Ressourcen zu sparen, Müll zu vermeiden und Arbeitsplätze zu erhalten. Doch nicht alles lässt sich selbst reparieren und manchmal ist es komplizierter als gedacht, etwas reparieren zu lassen. Als ich letztes Jahr Turnschuhe aufbereiten lassen wollte und keine geeignete Werkstatt in der Nähe fand, mussten die Schuhe per Post hin und zurück geschickt werden. Am Ende hat die Reparatur 50 € gekostet und sechs Wochen gedauert und ich fragte mich: Warum ist reparieren so teuer und kompliziert, obwohl es so viele gesellschaftliche Vorteile hat? Und wie können wir diese einfache Möglichkeit die Umwelt zu schonen, attraktiver machen?
 
Der einfachste Schritt wäre, Reparaturen von der Mehrwertsteuer zu befreien. Bei einem Gesamtpreis von 50 Euro macht die Mehrwertsteuer immerhin rund 8 € aus.
Wir fordern daher die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Reparaturen!
Dies ist eine wichtige Maßnahme für den Ressourcenschutz und stärkt auch das Handwerk! 

Schweden hat einen ähnlichen Schritt 2017 bereits getan und die Steuern auf Reparaturen um die Hälfte gesenkt. Dort wird auch diskutiert, neben Reparaturen den Handel mit Gebrauchtwaren weiter zu stärken. Eine großartige Initiative für Umwelt- und Klimaschutz, an der sich Deutschland ein Beispiel nehmen sollte. Auch die EU hat die Problematik erkannt und beschlossen, dass Haushaltsgeräte ab 2021 so konstruiert sein müssen, dass sie wieder einfacher repariert werden können. 

Die Menschen die Reparaturen anbieten, wie z.B. Schuster:innen, Näher:innen oder Elektrofachgeschäfte, leisten eine wertvolle Arbeit. Viele dieser handwerklichen Tätigkeiten gehen immer weiter zurück, weil es einfach und sehr günstig ist neue, billig produzierte Produkte zu kaufen. Eine Mehrwertsteuersenkung hilft nicht nur Umwelt- und Klimaschutz - sie stärkt auch das Handwerk!

Warum ist reparieren so wichtig?

Wenn wir Dinge regelmäßig nutzen, so gehen sie auch irgendwann kaputt. Das ist ganz normal. Viele defekte Gegenstände lassen sich jedoch leicht reparieren und sind dann noch lange nutzbar. Häufig wird in Deutschland die kaputte Ware einfach weggeworfen und durch etwas Neues ersetzt. Aus Umweltsicht ist dies katastrophal. Denn bei der Herstellung von Waren werden Unmengen von Ressourcen verbraucht und hohe Emissionen erzeugt. 

Einige Beispiele: 

  • Bei der Produktion eines Smartphones werden rund 58 kg CO2 ausgestoßen. Zudem werden Rohstoffe und seltenen Erden benötigt, die viel Energie in der Produktion benötigen. Dazu gehören Stoffe wie Kobalt, Kupfer, Aluminium, Indium oder auch Gold. Diese Rohstoffe werden zum Teil unter gefährlichen Bedingungen und oft in Ländern ohne ausreichende Sozial- und Umweltstandards gewonnen.
  • Auch Elektrogeräte für den Haushalt benötigen in der Produktion viele Ressourcen und Energie. Bei vielen Haushaltsgeräten verursacht die Produktion mehr CO2, als neue, energieeffiziente Geräte einsparen. Reparieren ist daher in vielen Fällen deutlich nachhaltiger als der Neukauf.
  • Bei der Produktion von einem paar Laufschuhe werden bis zu 16,7 Kilogramm CO2 erzeugt. Hinzu kommen die benötigten Ressourcen und die Verwendung von Kunststoffen. Kunststoffproduktion führt zu giftigen Nebenprodukten, welche negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit haben. Ein Recycling dieser Kunststoffe ist häufig nicht möglich und beim Verbrennen entstehen giftige Abgase.
  • Auch konventionelle Lederschuhe sind in der Produktion häufig mit der Nutzung giftiger Chemikalien verbunden. Für das Gerben von Leder wird meist Chrom verwendet, welches hochgiftig für Arbeiter:innen ist und auch für Käufer:innen gefährlich sein kann. Durch mangelnde Umweltstandards gelangen die giftigen Stoffe teils ungefiltert in Abwässer und damit in die Umwelt. 

Sehr geehrter Herr Scholz (Finanzminister), sehr geehrte Frau Schulze (Umweltministerin), sehr geehrte Frau Hessel (Vorsitzende des Finanzausschusses), sehr geehrte Frau Kotting-Uhl (Vorsitzende des Umweltausschusses),

Wir fordern eine Senkung des Steuersatzes für  Reparaturleistungen von 19% auf 0%. Dadurch wird das Reparieren von Waren attraktiver, das Handwerk gestärkt und Umwelt sowie Klima entlastet. Machen Sie diesen wichtigen Schritt und tragen Sie dazu bei, dass Nachhaltigkeit bezahlbar wird! 

Schweden ist bereits mit gutem Beispiel vorangegangen und hat eine solche Steuersenkung umgesetzt. Jetzt ist es an Deutschland für eine ressourcenschonende Zukunft einzutreten.

 

Diese Organisationen unterstützen die Petition:

Sustainable Design Centre e.V.

Runder Tisch Reparatur e.V. 

 


Zum Weiterlesen: 

Schweden senkt die Steuern auf Reparaturen: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schweden-senkt-steuern-auf-reparaturen-a-1123262.html 

Neue EU- Regelungen für Haushaltsgeräte ab 2021 - Reparieren statt Wegwerfen: https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article227249409/Neue-Regeln-fuer-Haushaltsgeraete-Reparieren-statt-wegwerfen.html 

Handyproduktion - Umweltfolgen und Arbeitsbedingungen: https://www.umwelt-im-unterricht.de/hintergrund/handyproduktion-umweltfolgen-und-arbeitsbedingungen/ 

Der “ökologische Rucksack” eines Smartphones: https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/digitale-welt/mobilfunk-und-festnetz/oekologischer-rucksack-11539

Smartphones: Refurbishing spart 58 kg Kohlendioxid pro Gerät: https://blog.everphone.de/smartphone-recycling-kohlendioxid-co2 

Rohstoffe in Elektrogeräten: https://www.verbraucherzentrale.nrw/handyrohstoffe 

Austausch von Kühlschränken nur im Ausnahmefall ökologisch sinnvoll: https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/elektrogeraete/kuehlschrank#gewusst-wie 

Laufschuhe hinterlassen riesigen CO2-Fußabdruck: https://www.wiwo.de/technologie/green/studie-laufschuhe-hinterlassen-riesigen-co2-fussabdruck/13546144.html 

Plastikmüll - Giftstoffe in Sneakern und Matratzen https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/plastikmuell-giftstoffe-in-sneakern-und-matratzen 

Das steckt in Ihren Schuhen: https://schuhe.publiceye.ch 

Photo by Barn Images on Unsplash