Erfolg

Stoppt das Kraftwerk Tumpen-Habichen!

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+++English below+++

Der Bau des KW Tumpen-Habichen hat bereits begonnen – die Ötztaler Ache wird momentan trotz offener Rechtsfragen, ungeklärter Beschwerden und ohne rechtskräftige Bewilligung verbaut. Wir fordern das Land Tirol auf, die Bauarbeiten mit sofortiger Wirkung zu stoppen und das Kraftwerk ein für alle Mal zu verhindern, um den einzigartigen Gewässerabschnitt als Natur- und Naherholungsraum, sowie zum Schutz der Anrainer zu erhalten! Die Initiative von WET – Wildwasser Erhalten Tirol wird unterstützt vom Free Rivers Fund, von WWF Österreich und der "Bürgerinitiative gegen Wasserkraftanlage Tumpen".

Die Ötztaler Wasserkraft GmbH (Gemeinde Oetz, Gemeinde Umhausen, Auer Beteiligungs GmbH, TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG) plant ein Ausleitungskraftwerk oberhalb der Achstürze im Ötztal mit einem Staubecken in Tumpen. Es wäre das erste Kraftwerk in einer sonst frei fließenden Ache. Mit der Ausleitung der Achstürze, der Gefällestufe zwischen Tumpen und Habichen, würde ein in Tirol einzigartiger und ökologisch seltener Gewässerabschnitt verloren gehen.

Der nachfolgende Flussabschnitt – die „Wellerbrücke“ – ist unter Kajakfahrern weltberühmt. Hier wurde jahrelang die offizielle WM im Extrem Kajak Rennen ausgetragen. Der obere Teil der Wellerbrückenstrecke würde wegfallen. Im verbleibenden Teil, ab der Wiedereinleitung, unterläge die Wasserführung nicht mehr natürlichen Schwankungen, sondern den Gesetzen des Strommarktes.

Die Anwohner im Bereich des geplanten Staubeckens in Tumpen fürchten zu Recht eine Erhöhung der Hochwassergefahr für Tumpen und Habichen. Zudem liegt das geplante Staubecken im Murengebiet.

Die negativen Auswirkungen des Kraftwerks auf Ökologie, Landschaft, Freizeitwert und Hochwassersicherheit wären so immens, dass sie den Vorteil der geringen Stromproduktion dieses Kleinkraftwerks (14,48 MW Turbinenleistung) bei weitem überwiegen würden.

Wir fordern daher: Das KW Tumpen-Habichen darf nicht gebaut werden!

Mitte März 2020 – mitten im Wirbel um die Corona Krise – wurden im Ötztal plötzlich die Bauarbeiten für das geplante Kraftwerk Tumpen-Habichen begonnen, ohne den Ausgang noch offener Verfahren abzuwarten.

Der WWF Österreich hatte im Vorfeld gegen die naturschutzrechtliche Bewilligung für den Kraftwerksbau Beschwerde ans Landesverwaltungsgericht eingelegt, die Beschwerde gegen die wasserrechtliche Bewilligung ist sogar beim Höchstgericht (VwGH) anhängig. Auch die lokale „BI gegen Wasserkraftanlage Tumpen“ hat sich gegen die Bewilligung an den VwGH gewandt. Die Bürger wurden nun mit dem überfallartigen Baubeginn ohne Information und Bauverhandlung vor den Kopf gestoßen. Die Ausgangssperren wegen der Corona-Krise machen es uns als Gegner des Kraftwerks zurzeit unmöglich, öffentlich zu protestieren. Die Baustellen dagegen dürfen weiter betrieben werden. Dies wird von den Projektbetreibern genutzt, um schnell vollendete Tatsachen zu schaffen. Ein derart dreiste Vorgehen muss unbedingt unterbunden werden.

Wir fordern: Die Tiroler Landesregierung muss hier dringend als Aufsichtsbehörde einschreiten, die skandalöse Baustelle stoppen und den Kraftwerksplänen Tumpen-Habichen ein für alle Mal eine Absage erteilen!

+++English:+++

Stop the Tumpen-Habichen power station!

An unauthorised dam is being built right now, on the Ötztaler Ache river, under cover of Corona virus curfews. Developers started building the Tumpen-Habichen power plant without all the legal permissions or answering important legal questions – and we call on the state of Tyrol to stop construction immediately. This petition is hosted by WET - Wildwasser Erhalten Tirol and supported by the Free Rivers Fund, WWF Austria and the citizens' initiative "BI gegen Wasserkraftanlage Tumpen".

This unique stretch of water needs to retain its natural flow – it’s essential to preserve biodiversity, manage flood risk and to maintain the recreational opportunities it offers.

What’s the situation?
The Ötztaler Wasserkraft GmbH (municipality of Oetz, municipality of Umhausen, Auer Beteiligungs GmbH, TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG) are planning a run of river hydro power plant in the Ötz Valley. From above Achstürze Falls the river’s natural flow will be taken from the riverbed and diverted through pipes instead.

This power plant would be the first in an otherwise free-flowing Ache river. With Achstürze Falls running dry, this steep and ecologically unique section of waterfalls would be lost.

This would also seriously affect the section of river immediately downstream. The world-renowned ‘Wellerbrücke’ rapids. Famous as the stage of the Sickline Extreme Kayaking World Championships. The upper section would run dry, and the lower section would no longer follow a natural flow regime – instead the levels would rise and fall according to how much energy the electricity company chooses to sell. The residents living near the planned reservoir in Tumpen are rightly concerned of the increased flood risk for Tumpen and Habichen and the siting of the planned reservoir within a mudflow area.

The impacts on ecology, landscape, recreational value and flood safety are huge. Far outweighing the benefits of the minimal amount of electricity the power plant would be able to produce – a mere 14.48 MW at maximum output.

That’s why we demand the Tumpen-Habichen power plant must not be built!

In mid-March 2020, construction work started suddenly. With legal proceedings unresolved and Corona virus measures keeping people under curfew, the diggers moved in.

WWF Austria has filed an appeal against the plant’s nature conservation permit with the Provincial Administrative Court and an appeal against the "wasserrechtliche Bewilligung" lodged with the Supreme Court (VwGH) is still pending. The local citizens' initiative "BI gegen Wasserkraftanlage Tumpen" also has an outstanding appeal with the VwGH regarding the permit.

Local citizens are outraged in the way construction was started. There’s been no public information, no construction negotiation, and they feel the developers’ raid-like speed has taken advantage of the Corona crisis curfews to keep those who would wish to protest at home. Legally, though, construction sites can carry on working – which leaves this project a done deal if we don’t act now. These scandalous procedural manipulations are an outrage and must be stopped.

Our demands: The Tyrolean state government must intervene now as the supervisory authority. They must stop work on the illegal construction site and reject the Tumpen-Habichen power plant plans once and for all.



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