Verifizierter Erfolg

Bleiberecht für brasilianische Oma aus Kelheim

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Sehr geehrter Herr Landrat Neumeyer,

mit dieser Petition wende ich mich als Einwohnerin des Landkreises Kehlheim an Sie: Meine Mutter aus Brasilien und Oma unserer beiden Kinder soll abgeschoben werden! Das würde unsere Familie auseinander reißen. 

Seit dem 14. Oktober ist es für unsere Familie traurige Gewissheit - spätestens am 15. Januar wird die Familie auseinandergerissen. Meine 75-jährige Mutter Lourdes Pereira da Silva muss spätestens dann Deutschland verlassen haben. Das Landratsamt Kelheim lehnt eine Aufenthaltserlaubnis für sie weiterhin ab. Das hat für unsere Familie weitreichende Folgen und stellt sie vor eine Zerreißprobe.

Es ist eine Katastrophe, ich bin total überfordert mit der Situation. Wir haben bis zuletzt gehofft, dass meine Mutter hier bleiben darf. Doch ein Schreiben des Landratsamtes Kelheim zerstörte am 14. Oktober diese unsere Hoffnung. Darin wurde auch die von unserem Anwalt Philipp Pruy angestrebte Ermessensduldung abgelehnt und mitgeteilt, dass eine Aufenthaltsbeendigung jederzeit möglich sei.

Das teilte ihm das Landratsamt Kehlheim mit: „Aufgrund der bestehenden vollziehbaren Ausreisepflicht fordern wir Ihre Mandantin auf, bis spätestens 23.10.2019 bei der Ausländerbehörde Kelheim Ihren Reisepass zu hinterlegen. Sollte der Reisepass Ihrer Mandantin nicht innerhalb der gesetzten Frist hinterlegt werden, gehen wir davon aus, dass Ihre Mandantin die freiwillige Ausreise verweigert. In diesem Falle sehen wir uns leider gezwungen, die zwangsweise Aufenthaltsbeendigung einzuleiten.“

Zumindest diesen „absoluten worst case“ einer sofortigen Abschiebung haben wir abgewenden können. Wir haben am 18. Oktober den Reisepass meiner Mutter beim Landratsamt abgegeben. So wie es eingefordert wurde. Wir wollen ja nichts Illegales mache. Nun bleiben uns drei Monate, um uns auf das wohl Unvermeidbare vorzubereiten.“

Für mich ist es die größte Schwierigkeit, das meiner Mutter mitzuteilen. Denn bisher weiß sie nichts von ihrer Abschiebung. Wir halten das ganze Thema weitgehend von meiner Mutter fern. Sie weiß bisher nur, dass es sich mit ihrer Aufenthaltserlaubnis etwas zieht. Wir wollen nicht, dass sie sich unnötig aufregt. Sie hat sowieso schon Angst.

Meine Mutter wagt sich kaum mehr aus dem Haus. Sie merkt, dass irgendwas nicht stimmt. Ist ja auch klar, wir haben ihren Reisepass abgegeben. Meine Mutter ist  seit November 2017 bei uns in Kehlheim, betreut ihre Enkelinnen, die 19 Monate alten Zwillinge Marie Sophie und Anna Luisa. Das ist ihr Lebensinhalt. Wenn ihr das genommen wird, dann geht sie innerlich zugrunde. Ich kann sie deswegen nicht alleine zurückschicken. Sie hat ja außer uns niemanden mehr.

Wird meine Mutter abgeschoben, wird das unsere Familie zerreißen. Ich muss mit rüber nach Brasilien. Mit den Zwillingen. Mein Mann bleibt hier in Kelheim. Anders geht es nicht. Wir haben ja gerade erst ein Haus gekauft und sind mitten in der Sanierung. Das können wir nicht einfach aufgeben.

Unterstützen Sie deswegen unsere Petition um damit den Aufenthalt meiner brasilianischen Mutter und Oma meiner Kinder hier in Kehlheim aus humanitären Erwägungen zu dulden und unsere Familie nicht auseinanderzureißen.

Textpassagen aus Mittelbayerische Zeitung vom 23.10.2019



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