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Fortführung der Integration von minderjährigen Geflüchteten in Liebstadt

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Am 31.3. wurde äußerst kurzfristig eine gut funktionierende Wohngruppe in Liebstadt (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) aufgelöst, indem die zehn darin untergebrachten Jugendlichen auf vier andere Einrichtungen verteilt wurden. [Link zum Bericht in der Sächsischen Zeitung am 6.4.17: http://www.sz-online.de/nachrichten/eben-eingelebt-schon-wieder-weg-3653756.html

Es gibt derzeit sehr viele unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Deutschland, auch im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die Jugendämter sind über jeden Partner froh, der sie bei der schwierigen Aufgabe unterstützt, diesen ein sicheres Zuhause und Geborgenheit zu geben – die Grundlage jeglicher Integration. Alle sollten froh sein, wenn im Interesse der Kinder und Jugendlichen jemand Dinge bewegt und positive Dinge bewirkt.

Wir finden es skandalös, dass Jugendliche die teilweise seit anderthalb Jahren gut und sicher beim Kinderdorf Schneckenmühle e.V. untergebracht waren, regelmäßig zur Schule und zum Sport gingen, keine zwei Tage Zeit zugestanden bekommen haben, um sich auf den Auszug vorzubereiten. Wusste das niemand vorher? Das Jugendamt hat nicht einmal mit den Jungen über den Umzug gesprochen! Einen Umzug, der ausschließlich mit komplizierten bürokratischen Formalitäten begründet wurde!

Diese Menschen haben Namen. Sie heißen Mashal und Moussa, Sainey und Shokrullah, Nadeem und Mojtaba, Edrisa und Zaki, Jamshid und Saleem. Sie sind 15 bis 17 Jahre alt. Sie gehen zur Schule. Sie lernen Deutsch. Sie gehen zum Sport. Sie haben Angst und Dinge erlebt, die schon für die meisten Erwachsenen unvorstellbar sind.

Zwei sind jetzt in einer Einrichtung für Drogensüchtige untergebracht. Muss das sein?

Vier können nicht mehr zum Sport gehen und haben jetzt zwei Stunden Schulweg pro Strecke. Wie soll das helfen?

Einer ist allein in einem Plattenbau und keiner seiner Freunde ist in der Nähe. Wie soll so Integration gelingen?

Alle zehn Jungen wollen so schnell es geht nach Liebstadt in ihr Haus zurück. Sie sind dort zu Hause. Sie wollen dort sein.

Alle sagen, dass es Ihnen jetzt viel schlechter geht. Sie wurden vom Ordnungsamt mit Schutzwesten abgeholt. Keiner hat Ihnen etwas erklärt. Trotzdem haben sie sich nicht gewehrt. Sie haben an Recht und Gesetz in Deutschland geglaubt. Aber ihr gesetzlich verbrieftes Recht auf Mitsprache wurde ignoriert. So wie ihre Widersprüche nach der Verlegung.

Wir wenden uns gegen die Behandlung von Menschen als Zahlen nach dem Motto "Hauptsache irgendwo untergebracht...Fall erledigt".

Wir fordern das Landratsamt und das Jugendamt auf, im Sinne der Jugendlichen schnellstmöglich alles zu unternehmen, um den Jungen die Rückkehr und damit die Fortsetzung ihrer Integration in Deutschland zu ermöglichen.

Mit etwas gutem Willen wäre die WG Liebstadt – das Zuhause der Jugendlichen - übermorgen wieder offen. Der dazu notwendige Ermessensspielraum wurde in der Vergangenheit genutzt. Im Interesse der Jugendlichen muss er auch weiter ausgeschöpft werden – jedenfalls so lange bis eine am Wohl der Jugendlichen orientierte Perspektive geschaffen wurde. Daran arbeiten die engagierten Mitarbeiter der WG Liebstadt mit Hochdruck.

Herr Landrat Michael Geisler: Veranlassen Sie bitte umgehend das Notwendige, lassen Sie das Jugendamt seinen Job machen und ermöglichen Sie die Fortsetzung der Integration. Diese ist wichtig für den Frieden in unserer Gesellschaft!



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