Öffnet die Grundschulen in Schleswig-Holstein!

Öffnet die Grundschulen in Schleswig-Holstein!

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Markus Ettinger hat diese Petition an Landesregierung Schleswig-Holstein gestartet.

Mit den politischen Beschlüssen seit 04.01.2021 sollen die Grundschulen in Schleswig-Holstein - entgegen der Dezemberankündigung - über den 11.01.2021 geschlossen bleiben.

Dies ist nicht nachvollziehbar.

Die Landesregierung wird daher aufgefordert, die Grundschulen ab 11.01.2021 zu öffnen.

Allgemeine Erwägungen

Die Corona-Todesopfer sind weit überwiegend ( mehr als 95% ) älter als 60 Jahre ( vulnerable Gruppe ).

Es dürfte relativ wenig Direktkontakt, insbesondere vor dem Hintergrund der bestehenden Kontaktbeschränkungen, zwischen der Altersklasse U11 und Ü60 geben, insbesondere wenig Haushaltsgemeinschaften.

Es ist also immer mindestens eine dreigliedrige Infektionskette ( Kind - Mittelperson - vulnerable Person ) erforderlich, um überhaupt eine zu verhindernde Infektion von einem Kind auszulösen.

Dem gegenüber steht das Recht auf Bildung und vor allem das Aufwachsen der Kinder in einem vernünftigen, auch sozialen, Umfeld. Dies wird den Kindern - obwohl es in vielen Fällen überhaupt keine direkte Schnittmenge zwischen den Kindern und den vulnerablen Personen gibt - verwehrt.

Ein solches Handeln erfordert eine besondere Begründung, die wiederum nicht erkennbar ist.

Im Deutschlandfunkinterview führt Bildungsministerin Prien als Gründe an:

  • unklare Datengrundlage
  • Auswirkungen der "englischen" Virusvariante B.1.1.7

Bundeskanzleramtsminister Braun führte in einem Interview in einem ARD-Extra diese Woche ergänzend die Situation auf den Intensivstationen an.

Die Begründungen sind nicht nachvollziehbar.

Die RKI-Daten sind nach wie vor verfügbar. Dass in den letzten Wochen feiertagsbedingt weniger getestet wurde, sollte bereits bei der Verkündung des Lockdowns im Dezember bekannt gewesen sein ( Urlaubspläne in den Laboren, Testzentren, Gesundheitsämtern etc. ). Dies kann also keine Begründung für eine verschärfte Verlängerung sein.

Die Auswirkung der "englischen" Virusvariante ist ebenfalls keine gute Begründung, da - selbst wenn man die Virusvariante mittels verschärftem Lockdown ausrotten könnte - sie bald wieder da wäre, Deutschland ist ja keine Insel bei der man die Grenzen dauerhaft dichtmachen könnte. Die Strategie mit Ausrotten und anschließender Ruhe hat schon letztes Jahr mit Corona insgesamt nicht geklappt. Da zudem der Impfstoff von Biontech nicht für Personen unter 16 Jahren zugelassen ist, würde die Begründung mit der "englischen" Virusvariante zur dauerhaften Schulschließung führen.

Die Situation auf den Intensivbetten zeigt sich erst mit einiger zeitlicher Verzögerung zu den Maßnahmen - aus der jetzigen Situation kann also keine Handlungsnotwendigkeit abgeleitet werden, nur aus der prognostizierten - diese wurde von Herrn Braun jedoch nicht angeführt; auch scheinen im Wesentlichen keine jüngeren Personen hiervon betroffen ( niedriges Durchschnittsalter der Infektionen geht mit niedriger Hospitalisierungsquote einher ).

Als Zwischenstand bleibt festzuhalten, dass - ohne nachvollziehbare Begründung - Personen ( Grundschüler ) belastet werden, die zwar besonders schützenswert sind, aber nicht in Bezug auf Corona ( weil kein schwerer Infektionsverlauf zu erwarten ist ), und die ebenfalls nicht im unmittelbarem Kontakt zum Großteil der besonders schützenswerten Personen ( Personen Ü60 ) stehen.

Stellt sich die Gegenfrage, ob es nicht Aspekte gibt, die für eine Grundschulöffnung sprechen.

Hier wäre die Hamburger Coronaschulstudie vom 19.11.2020 zu nennen, aus der sich ergibt, dass die Jahrgänge 1 - 6 sich halb so häufig infizieren wie Gymnasiasten, die sich wiederum halb so häufig infizieren wie Stadtteilschulkinder. Insgesamt streute das Infektionsgeschehen höchstens in 21,5% der Fälle an den Schulen ( Quelle: welt.de ). Von 21,5% entfallen also etwa 1/7 auf Grundschule, 2/7 auf Gymnasien und 4/7 auf Stadtteilschulen, d.h. es gibt grob 5% Infektionsfälle durch Grundschulen. Das wirkt für mich beherrschbar.

Dies deckt sich mit meinen individuellen Erfahrungen, wo Infektionsfälle an der Grundschule in dieser nicht gestreut haben.

Derzeit sind rund 250 Kinder im Alter 5 - 14 Jahre in Schleswig-Holstein infiziert ( Fälle abzgl. als genesen geltende Fälle ). Bei rund 400 Grundschulen und 100.000 Grundschülern wäre das also im Schnitt nicht mal ein Kind pro Schule, welches wiederum zu – meinetwegen – 5% "streut". Auch hieraus ergibt sich kein unkontrollierbares Infektionsgeschehen.

Ganz im Gegenteil, durch die sonstigen Kontaktbeschränkungen können bei einem positiven Test eines Grundschulkindes schnell und leicht alle potentiell betroffenen identifiziert werden.

Sind die Kinder nicht in der Grundschule - weil diese geschlossen sind - und werden irgendwo betreut, ist die Nachvollziehbarkeit der potentiellen Infektionswege deutlich aufwendiger.

Zuletzt ist zu beachten, dass in vielen Fällen ( gezwungenermaßen ) die Großeltern bei der Kinderbetreuung um Hilfe gebeten werden.

Wenn diese Enkelkinder aus womöglich verschiedenen Haushalten betreuen, liegt ein viel höheres Infektionsrisiko vor als bei geöffneten Grundschulen.

Die Schulschließungen werden also zu Ausweichlösungen führen, die schlechter nachzuvollziehen sind und im Zweifel die vulnerablen Gruppen stärker einem Infektionsrisiko aussetzen. Sie sind damit kontraproduktiv.

Ministerpräsident Günther führt aus, dass eine Sieben-Tages-Inzidenz von 50 das Ziel sei.

Warum? Die Sieben-Tages-Inzidenz von 50 gibt eine Art Belastungsgrenze der Gesundheitsämter wieder. Eine solche sollte - wie oben ausgeführt - bei Grundschülern in den Schulen bei den derzeitigen Kontaktbeschränkungen überhaupt nicht gegeben sein, ganz im Gegenteil.

Derzeit hat Schleswig-Holstein eine Inzidenz von 79 - und trotzdem nur 250 Infizierte in der Altersklasse 5 - 14 Jahre mit marginalem Infektionsrisiko ( glaubt man dem Presseartikel zur Hamburger Studie ). Warum soll die Inzidenz für die Schulöffnung die tragende Rolle spielen?!

Corona ist nicht das einzige, denken Sie an die Kinder und Familien!

Dies ist kein Plädoyer dafür, dass

  • Kitas geschlossen werden sollen,
  • Abschlussklassen nicht zeitnah wieder in der Schule auf die Abschlüsse vorbereitet werden sollen,
  • die Entwicklung an den Grundschulen bzw. in der Altersklasse 5 - 14 Jahre nicht laufend überwacht und ggf. reagiert werden muss
  • in Hotspots keine Grundschulschließungen stattfinden,
  • die Coronapandemie auf die leichte Schulter genommen werden kann.

All dies wird hier nicht thematisiert.

Es geht einzig und allein um die Öffnung der Grundschulen in Schleswig-Holstein - vieles spricht dafür, ich sehe nicht, was dagegen spricht.

Sehr geehrter Herr Günther, sehr geehrte Frau Prien, sehr geehrter Herr Dr. Garg, sehr geehrte Politiker*innen,

bitte öffnen Sie wie im Dezember angekündigt die Grundschulen in Schleswig-Holstein am 11.01.2021 wieder!

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