Verhinderung der Schulöffnung

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Keine Schulöffnung am 23. April!


Die Verlängerung der von der Bundesregierung und den Landesregierungen beschlossenen Kontaktsperre bis zum 4. Mai verbietet allen Bürger*innen sich mit mehr als einer Person, die nicht dem eigenen Hausstand angehört, zu treffen. Die Öffnung der Schulen widerspricht der Kontaktsperre und stellt ihre grundsätzliche Sinnhaftigkeit in Frage. 

Wir sind gegen eine Schulöffnung. Warum?


Das Infektionsrisiko ist einfach zu hoch:

Die Politiker, die am 15. April die Ergebnisse der Gespräche von Bund und Ländern verkündeten, riefen wiederholt zu äußerster Vorsicht bei der Lockung der Schutzmaßnahmen auf. Dem widerspricht eine Öffnung der Schulen. Dadurch wird   das Risiko einer erneuten Beschleunigung des Infektionsgeschehens extrem erhöht: In der Schule befinden sich, auch wenn Mindestabstände eingehalten werden, und die Schulklassen und Kurse halbiert werden, bis zu ca. 15 Schüler*innen in einem Raum. Deswegen ist davon auszugehen, dass die Schuleröffnung zu einer höheren Reproduktionsrate (gibt an, wie viele Menschen ein*e Infizierte*r ansteckt) führen wird. 

Bundeskanzlerin Merkel erklärte, dass eine Erhöhung der Reproduktionsrate R auf 1,1 eine Überforderung des Gesundheitssystems im September zur Folge hätte, während eine Reproduktionsrate von 1,2 zur Überschreitung der Kapazität des Gesundheitssystems bereits im Juli und bei einer Rate von 1,3 sogar im Juni führen würde. (https://youtu.be/3z0gnXgK8Do

Eine zweite Infektionswelle könnte das deutsche Gesundheitssystem maßlos überfordern. 

Diese Überforderung würde zwangsläufig zu mehr Toten führen, weil die Anzahl an Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung mit Beatmungsmaschinen die Anzahl der Intensivbetten und der Beatmungsmaschinen in unseren Krankenhäusern übersteigen würde. Diese zusätzlichen Toten hätte zum Großteil die Politik zu verantworten, indem sie die grundlegenden Maßnahmen, die der Verlangsamung der Ausbreitung des Virus dienen, zu früh gelockert hat.

Zu diesen grundlegenden Maßnahmen gehören unserer Meinung nach die Schließung der Schulen.

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText1 (Steckbrief des Robert-Koch-Instituts)


denn:

Die Maßnahmen sind nicht realisierbar  

Selbst wenn die von der Landesregierung geplanten Hygienemaßnamen eingehalten würden, besteht in Schulen immer ein erhöhtes Infektionsrisiko. Die Schüler*innen werden nämlich nicht nur in einem Raum unterrichtet, sondern fahren auch mit den gleichen Bussen zur Schule, berühren beim Öffnen von Türen die gleichen Türklinken, benutzen die gleichen Toiletten etc. 

Infektionen mit dem Corona-Virus (SARS-CoV-2) sind laut dem Robert-Koch-Institut durch Tröpfcheninfektionen und kontaminierte Oberflächen möglich. Ein großes Problem dabei die Hygienemaßnamen in Schulen einzuhalten, stellt der Fakt dar, dass das Corona-Virus auch im Stuhl von Infizierten nachgewiesen werden kann.

Während man Türklinken alle 30 Minuten desinfizieren kann (wenn das überhaupt ausreicht), kann man nicht erwarten, dass jede Toilette nach Benutzung gereinigt wird.

Zudem stehen noch weniger Lehrer*innen als sonst für den Unterricht bereit, da viele zur Risikogruppe gehören. Das macht grundsätzlich die Organisation an den Schulen nicht einfacher. So hält auch die Lehrergewerkschaft NRW eine ordentliche Vorbereitung für Schüler*innen nicht für möglich. (https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/leopoldina-schule-unterricht-probleme-100.htm )


und auch wenn sie realisierbar wären:

Dann haben wir nicht alle dieselben Chancen 

Wir haben uns entschieden verantwortungsvoll zu sein, so wie es immer, vor allem in der Schule, von uns erwartet wurde: Wir werden die Schule nächste Woche nicht besuchen. Dafür gibt es ganz unterschiedliche Gründe: Die einen haben keine Anfahrtsmöglichkeiten zur Schule, die anderen wohnen mit Risikopatienten zusammen oder andere müssen vielleicht sogar zuhause bleiben, da sie selbst oder ein Familienmitglied positiv getestet wurden. Auch leiden viele von uns unter Existenzängsten und psychischem Stress. Egal ob eigene Entscheidung oder gezwungenermaßen; Wenn Unterricht stattfindet, dann nur für einen Teil uns. Das finden wir nicht fair. 

Natürlich gibt es diese Ungerechtigkeiten auch bei der online Vorbereitung. Es ist aber auch klar, dass eine weitere Eskalation oder eine zweite Welle der Pandemie aufgrund der Schulöffnung diese Ungerechtigkeiten noch weitgehend verlängern würde.

Zusätzlich gibt es auch eine große Gruppe von Schülern mit bekannten oder noch unbekannten chronischen Vorerkrankungen. Diese würden durch ihre Teilnahme am Unterricht entweder besonders gefährdet oder ebenfalls durch ihr Fernbleiben benachteiligt werden.

Lars Schaade vom Robert-Koch-Institut selbst, auf das sich sooft auch unsere Bildungsminister und die Bundesregierung beruft, warnt Jugendliche vor dem Gedanken unverwundbar zu sein. Auch für uns gilt es die Krankheit ernst zu nehmen, da es auch bei jungen Leuten, wenn auch eher selten, zu schweren Krankheitsverläufen oder Todesfällen kommt. (https://www1.wdr.de/av/phoenix/phoenix-vor-ort/video-robert-koch-institut-ruft-junge-menschen-zu-solidaritaet-auf-100.html; Minute 5.08)

Auch durch die Teilung der Klassen haben viele Schüler*innen keinen Unterricht bei ihren Kurslehrer*innen. 


zuletzt:

In New York weiß man nicht mehr wohin mit den Leichen und die Bürger in Spanien haben seit über einem Monat ihr Haus nicht verlassen. Und jetzt sollen in Nordrhein-Westfalen die Schulen wieder öffnen? In dem Bundesland mit der höchsten Einwohnerzahl? Corona wird bestimmt nicht vor der niedersächsischen Grenze halt machen.

Wir wollen einfach nicht, dass alles umsonst war. Viele von uns haben sich strikt an die Regeln gehalten und haben sich weit darüber hinaus auch nicht mit einer weiteren Person getroffen. 

Wir wollen diesen Rückschritt verhindern und wünschen uns, dass sich bald alles wieder normalisiert, aber durch wirklich sichere Maßnahmen. Eine Normalisierung ist erst sicher, wenn es einen Impfstoff gibt. 

Diese Argumente zeigen, dass auch wenn die Abiturprüfungen stattfinden, die Schulöffnung enorme Konsequenzen mit sich bringt und einfach noch zu früh, sowie nicht nur verantwortungslos, sondern auch gefährlich ist.