#AbiturUmdenken

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In Nordrhein-Westfalen sind gut 20% der
Gesamtinfizierten in Deutschland, was für 16 Bundesländer fatal
ist! Man hat sich beinahe bis zum Schluss geweigert die Schulen zu
schließen, als dann schließlich der Druck zu groß wurde. Nun hat
man beschlossen die Abiturprüfungen in den Mai zu verlegen, obwohl
eine Abflachung der Infektionsrate bis zu diesem Zeitraum sehr
unwahrscheinlich ist, wie Italien zeigt. Und dann soll nach den
Osterferien wieder der Unterricht stattfinden?! Man soll sich wieder
mit 30 Leuten für fünf Stunden in einen Raum setzen?! Und das alles
noch bei den Nachteilen, die durch den Unterrichtsausfall entstanden
sind. So ist keine adäquate Vorbereitung möglich! Online-Materiale
ersetzen den Unterricht bei weitem nicht! Zumal nicht jeder in der
Lage ist, diese abzurufen aufgrund von digitalen Nachteilen. Das ist
alles andere als FAIR! Und das ist alles andere als OBERSTE PRIORITÄT
DER GESUNDHEIT FÜR SCHÜLER UND LEHRER. Die westfälische
Landesregierung handelt fahrlässig und scheint nicht zu verstehen,
dass wir eine schnell expandierende Pandemie haben. Die Appelle der
Schülervertretungen wurden auch gekonnt ignoriert.

Die folgende Niederschrift ist eine Petition bezüglich der gestrigen
"Lösung" zur Frage der Abiturprüfungen bzw. generell
Prüfungen 2020 in Nordrhein-Westfalen.  

Yvonne Gebauer: "Dadurch sorgen wir für faire Bedingungen." Das
ist nur leider aufgrund der aktuellen Regelungen überhaupt nicht der
Fall. Es gibt keine adäquate Vorbereitungen. Der Unterricht fiel
vorzeitig aus und die Lehrer konnten ihren Stoff nicht bis zum Ende
durchbringen. Die Alternative des Online-Unterrichts ist auch absolut
nicht zielführend, da viele Lehrer auf Kontaktaufnahmen nicht
reagieren. Die Lehrer geben keine Auskunft über die aktuellen Noten
und versorgen die Schüler nicht mit Material. So ist einfach keine
Vorbereitung möglich und man ist eindeutig im Nachteil! Des Weiteren
ist die Digitalisierung nicht in allen Haushalten gleich. Viele
Schüler müssen sich ihre PCs mit den Eltern und Geschwistern
teilen. Auch dadurch ist man im Nachteil, da man so nicht ordentlich
arbeiten kann. Außerdem gibt es aufgrund der COVID 19-Situation
schlechte Rahmenbedingungen. Man kann sich nicht vollständig auf die
kommende Abschlussprüfungen fokussieren. Die Situation ist mehr als
besorgniserregend, was sich auch auf die Psyche auswirkt, da man
befürchtet, Familienmitglieder anzustecken, die möglicherweise zur
Risikogruppe gehören. Während der Anreise zur Schule würde es auch
zu vielen Ansteckungen kommen, da sehr viele Schüler über ÖPNV
anreisen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind ein
Sammelbecken für viele Personen, dementsprechend ein großes Risiko
für Infektionen. So würde man wieder 30 Leute in einen Raum für
fünf Stunden setzen. Auch dort besteht ein massives Risiko, da das
Virus mehrere Tage an Oberflächen überleben kann, wie nachweislich
festgestellt wurde. Bis Mai wird das Virus weiter expandieren, das
ist unvermeidlich. Das zeigt das Beispiel Italien. Dort herrscht seit
längerer Zeit eine Ausgangssperre und die Zahlen steigen weiterhin
rapide an. Die Versorgung und Kapazitäten in Krankenhäusern sind
jetzt schon knapp und an ihrer Belastungsgrenze. Bei schulischen
Begegnungen würde es zu neuen Infektionsketten kommen, die dann
Behandlungen in Anspruch nehmen. Fallbeispiel: Die Infektionszahlen
steigen bis zum Wiederbeginn des Unterrichts weiter an (sehr
wahrscheinlich). In den drei Wochen Unterrichtszeit infizieren sich
fünf Schüler außerhalb der Schule mit COVID-19. Diese fünf
Schüler stecken in der Schule jeweils 20 weitere Schüler an, die
daraufhin Kontakt mit ihren Familien haben. Das ist alles, aber nicht
die Priorisierung der Gesundheit. Sollte die Gesundheit der Menschen
wirklich im Vordergrund stehenm, ist ein Durchschnittsabitur bei den
kommenden, nicht kalkulierbaren Ereignissen, die einzig denkbare
Lösung, um Infektionsketten zu vermeiden. Eine derartige Lösung wie
Frau Gebauer sie am gestrigen 27. März beschlossen hat, gefährdet
nicht nur die Gesundheit der Schüler und Lehrer, sondern die der
gesamten Bevölkerung.
Dies könnte mehr als problematisch werden
und das Gesundheitssystem könnte kollabieren. So kann man also
eindeutig sagen, dass die aktuelle Lösung ganz klar suboptimal ist.


Der folgende Absatz ist ein genereller Appell an den
Verstand. Ich beziehe mich bei meinen Aussagen nicht nur auf die
Abiturprüfungen, sondern auch auf Semesterprüfungen, zentrale
Abschlussprüfungen und alle anderen schulischen Prüfungen, die noch
abgehalten werden müssen. Schüler und vor allen Dingen Studenten
sind in ihrer jetzigen Situation mehr als uninformiert, unsicher und
natürlich auch nervös. Der psychische Druck vor beispielsweise
einer Abitur- oder Semesterprüfung ist generell schon sehr hoch für
Schüler und Studenten. Nun befindet sich das Land in einem
Ausnahmezustand, der einen adäquaten und antizipierenden Blick in
die Zukunft nicht möglich macht. Schüler und Studenten müssen sich
in dieser Phase nicht nur um ihre Prüfungen sorgen, sondern auch um
das Wohl von Freunden, Familie und auch dem eigenen Wohl. Viele
Schüler werden gerade gemeinnützig tätig, um die Alten und Kranken
etwas zu entlasten, während sie sich in einer expandierenden
Pandemie auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten müssen. Dieser
Umgang mit fast einer halben Millionen Schülern im Land, ist alles,
aber weder fair noch transparent. Sollten Schüler wie geplant nach
den Osterferien in den Unterricht zurückkehren müssen, ist eine
adäquate Vorbereitung ausgeschlossen, da man sich in Zeiten dieser
Sorge um Familie und einer bevorstehenden wirtschaftlichen Krise
nicht auf drei Wochen Unterricht konzentrieren kann, der im Angesicht
der Gesamtsituation weder für Schüler, noch im Blick auf die
möglichen weiteren Auswirkungen, auf den Rest der Gesellschaft
förderlich ist. Ebenso in der Abiturprüfung an sich: Frau Gebauer,
erwarten Sie wirklich, dass sich Schüler, die vor ihrer
Abiturprüfung sowieso nervös wie noch nie sind, im Angesicht dieses
sich schnell verbreitenden Virus, während ihrer Abiturprüfung auch
nur ansatzweise wirklich konzentrieren können. Und: Finden Sie das
fair?

Die Corona-Krise übersteigt das Denken des Einzelnen
und fordert aktuell von jedem kollektives Gedankengut. Mit einer
derartigen Lösung gefährden Sie sich und ihre Familie auch mehr,
Frau Gebauer.

Wir fordern daher nach wie vor den Ausfall der
diesjährigen Abiturprüfungen. Alternativ fordern wir zumindest die
Entscheidungsfreiheit, die Alternative des Durchschnittsabitur zu
wählen. Wir beziehen uns dabei auf den Schülerrat
Nordrhein-Westfalen, den Sie leider in Ihrer Ansprache übergangen
haben.

Denn wir beziehen uns auf Artikel 2 im Grundgesetz. Dort steht: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ So wie wir das auffassen, ist dieses Recht beim Antreten der Abiturprüfung nicht gegeben, da wir riskieren uns anzustecken.

Ebenso möchten wir erwähnen, dass wir bereits vor
der Abiturprüfung 90% unserer Leistung erbracht haben. Die jetzige
Lösung würde die Bemühungen zur Eindämmung des Viruses (massive
Einschränkungen des öffentlichen Lebens) aufgrund so vieler
unterschiedlicher Verbreitungsketten, die sich durch Kontakt in der
Schule bieten komplett egalisieren.

Nachtrag: Diese Petition bezieht sich selbstverständlich auch auf alle anderen schulischen Abschlüsse wie z.B. ZP.


Gezeichnet
Daniel M. (Schüler des Jahrgangs QII)
Niklas K. (Schüler des Jahrgangs QII)

 

Anfragen:
petition.abiturpruefung@gmail.com