Verifizierter Erfolg

Flexible Lösungen für unsere Kleinsten – Öffnung der Kindertagesstätten

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Das Wohl der Kinder beachten und auch für diese kreative Lösungen finden!

„Mama, wann darf ich endlich wieder in den Kindergarten?“ „Papa, warum darf ich nicht auf den Spielplatz?“ „Mama, ich will aber jetzt zu meinem Freund.“ Mit diesen oder ähnlichen Aussagen sehen sich aktuell sehr viele Eltern konfrontiert. Grundsätzlich bemühen sich Eltern um das Wohl ihrer Kinder. Sie sind kreativ in ihren Ideen, wie sie ihre Kinder beschäftigen und fördern können. Die Bedürfnisse der Kinder, ihre Freunde zu treffen, ihrer  gewohnten Tagestruktur nachzukommen, in den Kindergarten zu gehen, an Modellen unterschiedliches Verhalten zu lernen, angemessen gefördert zu werden in ihren Fähigkeiten und ihren Schwächen, auf dem Spielplatz zu toben, neue Dinge kennenzulernen werden momentan aber auf zahlreichen Ebenen frustriert und können nur auf Familienebene nicht befriedigt werden. Kinder über einen längeren Zeitraum ihrer Normalität zu entziehen, sie zu isolieren und ihnen ihre Grundbedürfnisse zu verweigern, kann keine langfristige Lösung sein. 

Eltern können keine anderen Kinder ersetzen. Dazu kommt, dass der Großteil aller Eltern ihren beruflichen Verpflichtungen nachkommen muss. Einen Alltag in dieser Art aktuell mit einem oder mehreren Kindern zu bewältigen, ist für Eltern eine große Herausforderung, die sicherlich nicht unendlich gemeistert werden kann. Bei manchen Familien ist die Belastungsgrenze vermutlich bereits jetzt erreicht.
Die Dauer dieser Belastungen für die gesamten Familien und die Bedürfnisfrustrationen aller sollte unseres Erachtens nach nicht länger andauern als unbedingt nötig.

Das Wohl der Kinder und der Familien steht aktuell im Hintergrund und wird kaum diskutiert. Sicherlich müssen Entscheidungen getroffen werden, um Risikogruppen zu schützen, bzw. eine Weiterverbreitung der Erkrankung zu verringern. Aber das darf sich nicht auf das Wohl  unserer Kinder auswirken, insbesondere da sie sich selbst in der Presse oder Politik nicht zu Wort melden können.

Außerdem finden wir die These, dass Kinder oder Kitas als Personen oder Orte fungieren, von denen Infektionsketten ausgehen, aktuell nicht belegt.  Berichte darüber, dass Kinder zumeist milde Krankheitsverläufe aufweisen, finden wir hingegen schon. (u.a. https://www.deutschlandfunk.de/kinder-und-corona-kinder-koennen-sehr-lange-traeger-des.676.de.html?dram:article_id=474228 Stand 19.04.2020). Daher erscheinen unseres Erachtens nach die aktuellen Maßnahmen auf der Basis der bisherigenpublizierten Erkenntnisse wenig nachvollziehbar.

Wie lange es dauern wird, bis ein Impfstoff oder ein wirksames Medikament gefunden wird, ist völlig unklar. Dies bedeutet dann jedoch, dass Strategien gefunden werden müssen, die auch über längere Sicht durchgehalten werden können und nicht das Wohl der Kinder und deren Bedürfnisse völlig vernachlässigen. Für den Wirtschaftsbereich wird hier bereits viel diskutiert und Lösungsvorschläge präsentiert.  Darauf zu hoffen, dass die Situation nach den Sommerferien eine andere Entwicklung nimmt, die eine Kita-Öffnung bedenkenlos zulassen würde, scheint uns im jetzigen Moment sehr fragwürdig.

Wir fordern, dass unsere kleinsten Mitbürger ebenfalls in den Diskussionen Raum finden und flexible Lösungen für sie gefunden werden. Äußerungen, dass Kinder keinen Abstand halten können oder Masken tragen und deswegen eine Kitaöffnung nicht in Frage kommt, sind nicht überzeugend. Für sämtliche Bereiche werden Sonderregelungen gefunden und es wird diskutiert und nachgedacht. Dies fordern wir ebenfalls vehement für die Kitas und die Tagespflege.

Wer kann realistisch einschätzen, wie viele Kinder in diesem Zeitraum nicht die nötigen Entwicklungsschritte machen, gar Rückschritte machen. Wer kann eindeutig abschätzen, zu wie vielen belastenden Situationen es in der Familie oder gar zu häuslicher Gewalt kommt? (siehe https://www.badische-zeitung.de/frauenhaus-in-offenburg-hat-dreimal-so-viele-anrufe-seit-der-corona-krise--184787509.html Stand 19.04.2020) Wie viele psychische Erkrankungen werden dabei entstehen?
Das Kindeswohl steht sonst an vorderster Stelle, nun wird es unserer Meinung nach nicht ausreichend berücksichtigt.

Wir fordern rasche Diskussionen und schrittweise Öffnungen mit klaren zeitlichen Vorgaben. Sicherlich muss das Infektionsgeschehen berücksichtigt werden, sodass Entscheidungen davon nicht unabhängig getroffen werden können. Dazu sollten die pädagogischen Fachkräfte und die Rahmenbedingungen vor Ort mit in die Überlegungen einbezogen werden. Es müssen Entwicklungen möglich sein und die Kitas dürfen nicht einfach von den Lockerungen ausgeschlossen werden. Kinder und Eltern sowie die Einrichtungen sollten Planungssicherheit zurückerhalten. Wir dürfen das Wohl der Kinder und Familien nicht vernachlässigen.

Neben unseren aufgeführten Belastungen von Familien und Kindern kommen noch unzählige organisatorische Auswirkungen auf die Kitas und somit auch wiederum auf die Familien zu. Dies hier auszuführen, würde den Rahmen sprengen, aber verdeutlicht nochmal die Wichtigkeit von Öffnungsstrategien – jetzt!

Vera Strobel und Tanja Horn

 

Quellenangabe:

https://www.spiegel.de/panorama/corona-krise-schulen-oeffnen-kitas-bleiben-geschlossen-das-ist-doch-wahnsinn-a-fd286de2-c38b-41c6-91de-ef3611ff471b Stand 19.04.2020

 

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/corona-krise-und-familien-kinder-haben-ein-recht-auf-gegenwart-a-6864de34-e0fc-47d6-843d-beb3174654f9 Stand 19.04.2020

 

https://www.welt.de/vermischtes/article207227903/Corona-Leopoldina-Papier-Alles-komplett-zum-Nachlesen.html Stand 19.04.2020

 



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