Gerechtigkeit für traumatisierte Kinder

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Am 7. März 2018 wurden die Kinder von drei Wohngemeinschaften  der Therapeutischen Gemeinschaften ( TG)  in Niederösterreich völlig unerwartet und ungerechtfertigt in den Morgenstunden aus deren Lebensumfeld gerissen. Diese Aktion erfolgte aufgrund des Berichtes einer Sonderkommission, dessen Inhalt entgegen den Untersuchungsergebnissen der zuständigen Fachabteilung war, die die Therapeutischen Gemeinschaften seit beinahe zwei Jahrzehnten begleitet hat.

Die Kinder und auch die Mitarbeiter der TG waren aufgrund dieser akuten Maßnahme völlig erschrocken und total verstört, sie alle konnten dies nicht verstehen. Augenblicklich verloren die Kinder ihre vertraute Umgebung, denn sie kamen in ein neues, ihnen unbekanntes Heim in die Umgebung von Wr. Neustadt bzw. in Landeseinrichtungen in NÖ.

Sie haben geweint und wollten nicht mitfahren. Wie betrogen und wie alleingelassen mussten sie sich in diesem Moment gefühlt haben. Das ist aber noch nicht alles: Entgegen dem Versprechen, dass sie gemeinsam wo anders hingebracht werden, wurde jeder einzeln abtransportiert und sie mussten auch noch Angst haben, von ihren Freunden getrennt zu werden und ganz alleine irgendwo zu landen. Es ist völlig unverantwortlich, was hier mit bereits traumatisierten Menschen gemacht wurde.

Abgesehen von dieser nicht zu tolerierenden Aktion und auch der generellen Rechtfertigung der Schließung von den drei Heimen der Therapeutischen Gemeinschaften ergibt sich die Frage, wie folgendes möglich ist:

Kinder werden mit Polizei-Einsatz von ihrem Heim abgeholt, das heißt, es muss Gefahr in Verzug sein. Eine konkrete Gefahr, dass ihnen dort schwerer Schaden zugefügt wird, die eine schnelle und „harte“ Handlung erforderlich machen.

Die Kommission hat an ihrem Bericht fast 3 Monate lang gearbeitet. Wenn Kinder ernsthaft in Gefahr sind – die augenblickliches Handeln mit Polizeieinsatz erforderlich macht – müsste das bereits früher erkannt worden sein. Warum hat man nicht früher gehandelt?

Der Inhalt des Kommissions-Berichtes wurde den Leitern der Therapeutischen Gemeinschaften nicht bekanntgegeben. Es wird ihnen dadurch keine Stellungnahme ermöglicht.

Wenn die Erzieher tatsächlich Kinder auf eine Weise misshandeln, die einen Polizei-Einsatz erforderlich macht, sind diese kriminell und müssten verhaftet oder zumindest angezeigt werden. Laut Aussagen von Landesrat Schnabl seien alle MitarbeiterInnen der TG jedoch „gute und hoch qualifizierte Mitarbeiter“ und er versicherte, dass er sich persönlich dafür einsetzen wird, dass sie wieder Arbeit bekommen.

Wir sind voller Überzeugung, dass dies absolut falsche Anschuldigungen sind und den Kindern keinerlei Schaden zugetragen wurde. Im Gegenteil, es ging den Kindern in den hoch professionellen therapeutischen Wohngemeinschaften der TG, die für sie wie maßgeschneidert waren, so gut wie nie zuvor. Die Kinder wurden durch deren Schließung und Umsiedlung in Landeseinrichtungen erneut schwer traumatisiert.

Immerhin wurden viele von den Kindern zuvor aus denselben Landeseinrichtungen der Reihe nach entlassen bevor sie zu den TG kamen, weil sie zu „schwierige Fälle“ waren, denen diese nicht gewachsen waren und es immer noch nicht sind. Es gibt kaum eine andere Einrichtung in Österreich, bei der solch schwer traumatisierte Kinder und Jugendliche angemessene Hilfe und ein neues Zuhause gefunden haben, in dem sie nicht nur bis zu ihrer Volljährigkeit bleiben konnten, sondern auch durch diverse Maßnahmen selbst nachdem die staatliche Unterstützung wegfällt, wie von einer Familie weiterhin unterstützt wurden.

Wir appellieren an die Landeshauptfrau Mikl-Leitner: eine sofortige Untersuchung zu veranlassen und die Kinder zu befragen, wie es ihnen geht und von wem sie betreut werden möchten. Damit darf man nicht abwarten bis komplexe und langwierige Untersuchungen abgeschlossen sind. Dann ist es zu spät. Die Kinder müssen jetzt befragt werden! Wenn es um das Kindeswohl geht, müssen sie von der Einrichtung und den MitarbeiterInnen betreut werden, die am besten dafür geeignet sind!

Wir bitten höflich um eine Stellungnahme hierzu und um eine rasche notwendige Amtshandlung, um die Kinder vor noch mehr Schaden zu bewahren.

Ergänzung/Klarstellung:

Wir bekämpfen hiermit nicht den Inhalt des Berichtes der Sonderkommission. Auch wir sind für eine restlose Aufklärung und dafür wurde der Fall bereits an die Staatsanwaltschaft übergeben.
Unser Protest richtet sich gegen die Art und Weise wie die Schließung der Kinderheime von statten ging und die Petition ist ein Aufruf, die Kinder zu befragen, wie es ihnen jetzt geht und notwendige Therapien zu veranlassen.

Die Kinder wurden mit Polizei-Einsatz weggeholt. Sie mussten augenblicklich, ohne Vorbereitung, ihre vertraute Umgebung verlassen. Es wurde ihnen der Kontakt zu ihren bisherigen Betreuern untersagt.
Eine solche Aktion ist gerechtfertigt, wenn die Kinder einer Gefahr ausgesetzt wären. In diesem Fall müßte es eine Anzeige gegen die Betreuer geben. Dies ist nicht erfolgt.
Im burgenländischen Nachbarsdorf befindet sich ebenfalls ein Heim der Therapeutischen Gesmeinschaften. Der Bericht der Kommission wurde den burgenländischen Behörden nicht weitergegeben und dieses Heim besteht weiterhin. Die Schließungen erfolgen nur in den niederösterreichischen Heimen.

Unser Appell an die LH Mikl-Leitner ist: Eine Untersuchung zu veranlassen, wie es den Kindern in den Einrichtungen, wohin sie überstellt wurden, geht. Auf unser diesbezügliches Ansuchen ist folgende Antwort vom Büro der LH gekommen:

"In der aktuellen Situation besteht nur die Möglichkeit die Prüfung durch die damit beauftragten Stellen und deren Ergebnis abzuwarten".

Die bereits schwer verhaltensgestörten Kinder wurden durch die Art der Abholung schwer traumatisiert. Sie benötigen dringend eine für sie angemessene Betreuung und eine Weiterführung der Therapien, die sie bei den Therapeutischen Gemeinschaften hatten und die nun abgesetzt wurden.

Bis das Ergebnis der Prüfung vorliegt, wird gut ein halbes Jahr vergehen. Dann ist es für die Kinder zu spät. Viele von diesen Kindern wurden bereits Drogen konsumierend am Praterstern gefunden.

Wir bitten Euch daher mitzuwirken, dass den Kindern geholfen wird. 

Vielen Dank!



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