Lehrermangel abschaffen, das Bildungssystem optimieren! Lehrer vs. Seiteneinsteiger

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Überall können wir uns über Lehrermangel informieren, der noch weit in die Zukunft prognostiziert wird. Zudem werden Lehrer zunehmend nicht mehr verbeamtet und manche wollen oder können das auch gar nicht (weil sie z.B. die Altersgrenze überschritten haben), obwohl sie Kinder optimal fördern möchten, ihren Beruf, das Unterrichten und ihre Fächer lieben. Kurz: ihnen macht die Aufgabe einfach Spaß! Nun könnte man denken, das passt ja wunderbar, ein Lehrer mit 1. Staatsexamen dürfte keine Probleme haben, mit Freude an der Schule seiner Wahl beschäftigt zu werden. Doch weit gefehlt! Lieber wird weiter der Mangel an Fachpersonal beklagt und werden Personen mit einem Diplomfachstudium o.ä., welches mit einem Studium für Lehrer nichts, außer dem Fachlichen gemein hat, als Seiteneinsteiger rekrutiert. Nicht nur das, auch werden die Absolventen eines umfassenden Studiums mit schulpraktischer Ausrichtung (nebenbei: ungeachtet des Status und Prestiges der Universität und der pädagogischen Ausbildung) mit Seiteneinsteigern gleichgesetzt. Zudem darf z.B. ein Lehrer mit 1. Staastexamen für die Grund- und Sekundarstufe 1 aus Berlin in anderen Bundesländern ggf. nur in der Grundschule, allenfalls an der Haupt-/Mittelschule unterrichten, weil das berliner Ausbildungsmodell dort nicht bekannt ist. Darüber hinaus ist es typisch für die Beamtenlaufbahn, daß nach einer Ausbildung bzw. einem Studium noch ein Vorbereitungsdienst absolviert wird. So ist das auch im Lehrerberuf. Bei den Lehrern hat dieser Dienst nicht nur einen enorm schlechten Ruf, ist seitens der Ausbilder, allen Beschreibungen der Absolventen nach, extrem unpädagogisch und sogar qualvoll, sodaß er vielen den Beruf vergellt, sondern ist auch unnötig, zeitlich sowie finanziell unfair und unangemessen im Vergeich zu den meisten anderen Ausbildungswegverläufen und Karrieren. Dort ist es völlig normal nach einem Magister oder Diplom, wobei man eine Prüfung ausschließlich vor einer Prüfungskomission der Universität ablegt, sofort ins Berufsleben starten zu können, wo man in wenigen Jahren in sehr verantwortungsvolle Positionen aufsteigen und sehr viel Geld verdienen kann. Der Lehrer hingegen legt eine Prüfung vor der Prüfungskomission der Universität, möglicherweise sogar an einer der besten Universitäten der Welt, ab und zusätzlich vor einer unabhängigen, ihm gänzlich unbekannten Prüfungskomission des Staats. Mit diesem Abschluß kann er auch in Zeiten des Lehrermangels und bei größter Liebe zum Beruf, seiner Berufung, (in vielen Fällen) nichts anfangen. Er wird sowohl den Abschluss betreffend als auch inhaltlich gleichgesetzt mit allen lehrerfremden Diplomstudiengängen und ähnlichen Abschlüssen. Er muß leider draußen bleiben, obwohl eine Schule ihn gerne einstellen würde und bekommt allenfalls eine vorrübergehende Lehrberechtigung. Sein einziger Ausweg ist offenbar nochmal zwei Jahre länger eine Ausbildung hinzunehmen, bei der er nur fertig gemacht wird (so kann man unzähligen Google-Berichten und sonstigen Berichten unzähliger Absolventen entnehmen), die somit also pädagogisch schlecht ist, extrem schlecht entlohnt und so nicht nur weitere Nachteile gegenüber den Absolventen, die in die freie Wirtschaft gegangen sind, hinnehmen zu müssen, die in der Zeit schon gut bis sehr gut verdienen konnten, sondern sich am Ende parallel zur Schultätigkeit, die permanent bewertet wird (da die Note der Bewährung im Vorbereitungsdienst zu 40 %, also mit dem größten Gewicht aller Examensnoten in die Examensnote einfließt) noch einem zweiten Staatsexamen aussetzen muß, inklusive Examensarbeit, mündlicher Prüfung und Unterrichtsprüfungen. Wenn er z.B. dem Alter nicht entspricht oder eine Psychotherapie absolviert, kann er sich anschließend nicht verbeamten lassen, sondern verdient ein für die enorm lange, aufwendige und von vielen als schrecklich erlebte Ausbildung lebenslang ein klägliches Gehalt, welches er in anderen Berufen mit wesentlich weniger Aufwand bedeutend schneller erreichen kann, darf aber so zumindest unbefristet im Angestelltenverhältnis unterrichten. Seine Ausbildung wird jedoch immer noch nicht entsprechend der studierten Schulformen von den jeweiligen Kultusministerien bundesweit anerkannt, da die Entscheidungshoheit den jeweiligen Ländern obliegt. Da die Länder jedoch unterschiedliche Studienwege haben, akzeptieren sie nur ihren eigenen oder damit kongruente. In Zeiten, in denen man teilweise z.B. ohne Abiturnachweis studieren kann und ohne 1. Staatsexamen, der Prüfung vor einer Prüfungskommission der Uni und des Staats sowie ohne schulpraktisch bezogenem Studium Lehrer werden kann, scheint weder das lange, arbeits- und kostenintensive Studium, noch das ebenso aufwendige und schwere Staatsexamen und der Lehrerstudienabschluss, geschweige denn der einer Elite-Universität etwas Wert zu sein. Dieser fertig studierte Lehrer darf nicht Lehrer sein, obwohl er gewollt, gebraucht und umfassend gut ausgebildet ist durch Studium, Abschluss, Praktika und Berufserfahrung. Dies betrifft eine vermutlich recht große Anzahl von Inhabern 1. Staatsexamina, die sich bewußt gegen einen Vorbereitungsdienst und die Beamtenlaufbahn entscheiden. Wir fordern die Verantwortlichen auf, das zu ändern: Setzen Sie fertig studierte Lehrkräfte nicht länger mit Seiteneinsteigern anderer, lehrprofessionsfremder Studiengänge gleich. Halten Sie Lehrerberufbegeisterte mit 1. Staatsexamen mit lehrerspezifischen, wichtigen Kompetenzen und entsprechender Ausbildung durch ihr Studium, ihre Praktika sowie möglicherweise Berufserfahrung nicht länger der unbefristeten Tätigkeit in Schulen, die sie brauchen und wollen, fern. Schaffen Sie hier mehr Freiheiten für Privatschulen. Erkennen Sie die, in den jeweiligen Bundesländern absolvierten Studienausbildungen/Studien und deren 1. Staatsexamina uneingeschränkt in allen Bundesländern für die studierten Schulformen bei Vorlage des Abschlusszeugnisses an. Den Personen, die damit als Angestellte unterrichten möchten, geht es weniger ums Geld, sondern um die Ausübung einer für die Kinder und die Gesellschaft wichtigen Aufgabe, ihrer Berufung. Lassen sie diese Personen, die Lehrermangel-Lücken im Land bevorzugt schließen. Sie werden immer weniger verdienen als ihre verbeamteten Kollegen, die zur Verbeamtung das zweite Staastexamen brauchen, aber sie sind berufener und besser ausgebildet als ihre Seiteneinsteigerkollegen, die lediglich das zweite Staatsexamen parallel zur Schultätigkeit erwerben, für die sie sich nur aus der Not heraus entschieden haben. Gleichen Sie die Ungleichheit im Verdienst zu den Beamten soweit wie möglich aus, um fairerweise den Anstrengungen des Berufs und der Studienausbildung, des 1. Staatsexamens sowie der vergleichbaren Karriere in der freien Wirtschaft bei weniger schweren/gewichtigen Studienabschlüssen als dem 1. Staatsexamen gerecht zu werden. Viele Politiker und Schulleiter beklagen die mangelnde Anzahl an Lehrkräften, die sich für den Schuldienst bereit erklären bzw. verfügbar sind. Eine nicht unbeträchtliche Anzahl prädestinierter Besitzer eines 1. Staatsexamens steht in den Startlöchern. Geben Sie diesen Lehrern, die sie durch ihr hochqualifiziertes, schulpraktisch ausgerichtetes, umfassendes, wissenschaftliches Lehrerstudium und die entsprechende Erste Wissenschaftliche Staatsprüfung sind (sonst könnte man ja lehrerspezifisches Studium abschaffen und nur noch Diplomanden o.ä. völlig anderer Studiengänge in den Vorbereitungsdienst schicken, um sie zu (vollwertigen, verbeamtungsfähigen) Lehrern mit " 2." Staatsexamen zu machen) den Weg frei für eine unbefristete Tätigkeit im Schuldienst. Gönnen Sie den Schülern in ihrem Land gut ausgebildete, also gut studierte Lehrer ohne 2. Staatsexamen und Vorbereitungsdienst, der für die Beamtenlaufbahn sinnvoll sein mag, für den Rest zermürbend, kaft-, ressourcen-, zeit- und geldraubend und bei guter Studienausbildung unnötig. Unterstützen Sie die Forderung nach guten Lehrkräften in der Schule, die kein 2. Staatsexamen anstreben und damit die beamtenrechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllen mögen, aber die ihren Beruf lieben, die sich berufen fühlen und die den Kindern das Beste zuteil werden lassen möchten, das sie geben können und das sie gelernt haben bei einem Tariflohn, der ihrem umfassenden, passenden Lehrerstudium entspricht. Bezeichnen Sie diese Menschen nicht länger als Seiten-/oder Quereinsteiger in ihrem Beruf und bevorzugen Sie diese bei der Einstellung vor echten Seiten-/Quereinsteigern. Würdigen Sie diese Menschen und ihr schulpraktisch ausgerichtetes, wissenschaftliches Studium und erkennen Sie auch schulfremde Berufserfahrung als gewinnbringend für die Tätigkeit in der Schule an. Besonders in Zeiten von Lehrermangel, der sich nicht nur auf bestimmte Fächer bezieht, sondern z.B. auch auf Standorte, schul- und fächerübergreifend, insgesamt landesweit und sogar international ein Problem ist, ist die vollwertige Anerkennung des 1. Staatsexamens für gut ausgebildete/studierte Lehrer im Angestelltenverhältnis eine zeitgemäße, praktikable, wichtige und sinnvolle Lösung.