Ernährung auf den Lehrplan

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 5.000.


Richtig essen kann man lernen! Wir fordern: „Ernährung soll Teil des Lehrplans werden!“ Für eine Generation, die verantwortungsvoll und nachhaltig mit Lebensmitteln und Ressourcen umgeht, muss das Thema „Ernährung“ verbindlich in allen Bundesländern handlungsorientiert als fächerübergreifendes Querschnittsthema unterrichtet werden.

Wir wissen, dass unsere Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf über 9 Milliarden Menschen anwachsen wird (Vereinte Nationen UN, 2017) und somit mehr Nahrung benötigt wird. Wir müssen Ressourcen schützen und neue Wege finden, um uns an die Veränderungen unseres Planeten anzupassen. Dazu zählt neben einer möglichst vielseitigen vor allem auch eine klimafreundliche Ernährung.

In Deutschland glauben viele, dass unser Energieverbrauch und die Wahl unserer Transportmittel die schwersten Umweltschäden verursachen. Tatsächlich aber hat unsere Ernährung die größten Auswirkungen. 1,75 Tonnen CO2 verursacht jeder einzelne von uns pro Jahr durch Essen. Das sind 15 Prozent der gesamten Emissionen (Umweltbundesamt, 2020), die durch Herstellung, Verarbeitung, Verpackung und Lieferung anfallen. Insbesondere Landwirtschaft und der Anbau von Futtermitteln produzieren das meiste CO2 (BMU, 2020). Gleichzeitig landen allein in unseren deutschen Haushalten pro Jahr und Person zwei volle Einkaufswagen, etwa 82 Kilogramm Lebensmittel, auf dem Müll (BMU, 2020).

Hinzu kommt, dass wir von über 20.000 entdeckten Pflanzen, die für den menschlichen Verzehr geeignet sind, nur 150 bis 200 regelmäßig konsumieren. Mit dem daraus resultierenden Anbau von Pflanzen und Getreide in Monokultur entziehen wir dem Boden wichtige Nährstoffe und bremsen damit das Wachstum (BMJV: Nachhaltiger Konsum 2030, 2018). Der Verzehr weniger bekannter Pflanzenarten und älterer Getreidesorten entlastet hingegen unsere Böden und sichert Ernährung langfristig.

Unsere Ernährung ist also ein essenzieller Hebel zur Veränderung. Neben Handel und Industrie ist der einzelne Verbraucher gefragt. Grundlagen für Konsumverhalten und Ernährung werden bereits in unserer Kindheit gelegt. Nicht in allen Familien aber werden vielfältige, ausgewogene Ernährung und nachhaltiger Konsum vorgelebt.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Schule als wesentlicher Lebensraum eine fächerübergreifende Ernährungsbildung sicherstellt. Dazu zählt die Aufklärung über Merkmale einer vielseitigen und gesunden Ernährung, Herkunft von Produkten, nachhaltigen Anbau, Verarbeitung  und weniger Verschwendung von Lebensmitteln. Diese Themen sollten sich auch in Lehrplänen, Aktionstagen und Schulbüchern wiederfinden. Damit folgen wir dem Wunsch von 95 Prozent aller Befragten des Ernährungsreports des BMEL (2019), die dafür sind, dass Kinder die Grundlagen gesunder Ernährung schon in der Schule lernen.

Es gibt zudem erste gute Ideen, um auch nachhaltige Ernährung auf den Unterrichtsplan zu bringen, zum Beispiel das Lehr- und Aktionspaket „Klimawandel“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU, 2020). Dieses gibt Lehrerinnen und Lehrern hilfreiche Tipps an die Hand.

Schulische Ernährungsbildung ist für die positive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie unseren ökologischen Fußabdruck unerlässlich. Unterstützen Sie uns bei diesem Vorhaben.