Helfen Sie Menschen mit täglichen Augenschmerzen!

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Erhält ein Patient die Diagnose "Trockenes Auge" oder "Keratokonjunktivitis Sicca" wie es in der Fachsprache lautet, klingt dies erst einmal nach einer harmlosen und gut behandelbaren Befindlichkeitsstörung. Es gibt schließlich auch viele Menschen mit trockener Haut, auch einen trockenen Mund hat ja jeder Mal oder einen trocken Hals. In diesen Fällen muss einfach etwas gecremt oder anderweitig Befeuchtendes zugeführt werden, damit es besser wird. Und das wird es dann auch meistens unmittelbar. Das heißt mit der Bezeichnung "Trockener/Trockenes/Trockene XY verbinden wir in der Regel keinerlei ernste Schmerzen, sondern einen vorübergehenden körperlichen Zustand, der sehr gut ertragbar sein sollte. Beim Trockenen Auge jedoch trügt der Schein und dies kann vor allem für die Betroffenen zum Verhängnis werden. Ihre Symptome werden häufig nicht ausreichend ernst genommen, befriedigend behandelt und erst recht nicht genügend gelindert oder gar geheilt. Das Beschwerdebild des Trockenen Auges erscheint wie eine Bagatelle, die es in zu vielen Fällen allerdings nicht darstellt. Vorweg: Viele Sicca-Patienten haben eine milde oder moderate Form, die mit Tränenersatzmitteln gut therapiert werden kann, doch einem Großteil der Patienten verschaffen die gängigsten Therapieoptionen kaum Abhilfe. Für diese Menschen gehören ständige Schmerzen auf der Hornhaut, unerträgliche Augentrockenheit, das Meiden von klimatisierten Räumen, kaum Teilhabe am sozialen Leben, Probleme bei Bildschirmarbeit oder Tätigkeiten bei Wind oder Sonne, beim Lesen und Reise etc. etc. zum Alltag. Ich habe mit unzähligen Betroffenen gesprochen und stets war die Botschaft dieselbe: WIR BRAUCHEN BEZAHLBARE THERAPIEN, DIE URSÄCHLICH WIRKEN. Und tatsächlich, es gibt diese Behandlungen. Sie werden oft in Augenkliniken angeboten und kosten mehrere Hundert bis 1.000 Euro und müssten, um wirklich zu helfen, mehrmals durchgeführt werden. Zudem werden sie leider, zumindest in Deutschland nicht effektiv genug durchgeführt, wie es in den USA oder Großbritannien längst Standard ist. Um auf den Punkt zu kommen: Sicca-Patienten mit chronischen Schmerzen sind nicht selten "finanziell ausgeblutet", können sich die guten Therapiemöglichkeiten nicht leisten und schon gar nicht regelmäßig, wie es in der Anfangsphase oft nötig wäre. Stattdessen leiden diese Leute täglich zu Hause, können kaum etwas unternehmen, werden im Extremfall arbeitsunfähig, sind Stammgast in den Notaufnahmen, in psychologischen Ambulanzen und werden sozial isoliert. Einzelfälle? Nein! Diese Petition soll ihnen eine Stimme verleihen und der Appell geht an die Krankenkassen, die ich dringend bitte, kausale Therapien beim Trockenen Auge zu übernehmen. Damit die Patienten wieder am normalen Leben teilhaben können, damit sie erwerbstätig bleiben oder werden können und damit wieder Licht ins Leben dringt. Es gebietet uns nicht nur die Moral und die Ethik, alles erdenklich Mögliche für kranke Menschen zu versuchen, sondern es gebietet uns ebenso das Grundgesetz und auch der gesunde Menschenverstand. Wer leidet, braucht Chancen, braucht einen Plan, um Linderung erfahren zu können. Die zahlreichen Augentropfen helfen unzureichend und dürfen nicht als Option Nr. 1 gesehen werden, sondern lediglich als "Überbrücker". Wir fordern, dass die Krankenkassen sich Gedanken machen und logisch reflektieren. Dass sie nach Qualität entscheiden und nicht nach Zahlen. Dass Menschen mit Schmerzen sich wieder lebendig und wertvoll fühlen dürfen.

Man sieht uns unsere Schmerzen meist nicht an, das stimmt. Und trotzdem sind sie da und fast jeder Tag kann mit trockenen Augen ein Kampf sein. Wir brauchen daher jede Hoffnung.

 

Wir fordern:

-          Ein Bewusstsein der Ärzte darüber, wie existenziell einschränkend die Symptome des Trockenen Auges sein können und wie groß der Leidensdruck für die Patienten ist

-          Übernahme von modernen Diagnostikverfahren und kausalen Therapieverfahren wie Lipiflow, IPL, Blephex usw.

-          Breite Aufklärung der Betroffenen schon in den Anfangsstadien des Krankheitsbildes, damit sich dieses im Idealfall nicht weiter auswachsen kann (Schadensbegrenzung)

-          Anerkennung der Beschwerden als eigenes Krankheitsbild, so dass beispielsweise Krankschreibungen  aufgrund von Sicca möglich werden

-          Die Erkenntnis der Ärzte, dass handelsübliche Kortikosteroide in Augentropfen oder Salben sowie einige antibiotische Tropfen und Konservierungsstoffe in Tropfen die Krankheit erzeugen und verschlimmern können

-          Insgesamt: dass die Bagatellisierung des Krankheitsbildes aufhört und der einzelne Patient differenziert betrachtet und erhört wird. Keine Psychologisierung der Beschwerden!!!

-          Nicht zwingend, aber durchaus sinnvoll: Eine Umbenennung des Krankheitsbildes in „Augenoberflächenerkrankung“