Petición cerrada

Kommunion für geschiedene Katholiken, die wieder verheiratet sind

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Spanische Theologen mit fundiertem Ruf haben ein Manifest der Unterstützung veröffentlicht: sie fordern die Synode bei einer möglichen Entscheidung auf, die Geschiedenen, die zivil wieder geheiratet haben, zur Kommunion zuzulassen. Sie verstehen diese Eingabe als Ergänzung zu der Petition, die von fast einer halben Million unterzeichnet wurde, die den Papst um das Gegenteil bittet. Die Kampagne wird auch auf englisch, französisch und italienisch geführt.

Die Theologen betonen in ihrem Schreiben, das die Kirche dem Geist, vielleicht nicht dem Buchstaben des Evangeliums treu ist, indem sie die Geschiedenen zur Kommunion zulässt. Ebenso ist die Zulassung der Geschiedenen, genau gelesen, mit dem endgültigen Dogma des Trienter Konzils vereinbar. Sie führen einige biblische und anthropologische Gründe an, um ihre Petition zu untermauern. Am Ende danken sie dem Papst für seine Anstrengungen, „mitten in so grauenvollen Widerständen der Kirche ein Gesicht zu geben, das mehr dem Evangelium und dem, was Jesus verdient hat, entspricht.“

Strenggläubige Bereiche machen immer mehr Druck auf die Synode und auf Rom. Es wird Zeit, dass der Papst den Schrei des Gottesvolks hören kann, der zu diesem Thema bisher lautlos war. Schließen Sie sich dieser Petition an und unterschreiben Sie bei dieser Kampagne! Hüllen wir den Papst und die Synodalen mit Barmherzigkeit ein, damit sie auf diesem Weg einer „fordernden Barmherzigkeit“ weitermachen mögen.

 

Brief an den Bischof von Rom

Bruder Franziskus, 'Ahnung von Petrus':

Mit diesen Zeilen möchten wir mit einer anderen Sichtweise das Schreiben von fast einer halben Million Menschen vervollständigen, in dem sie dich mit Beharrlichkeit bitten, dass du „kategorisch die Lehre der Kirche bestätigst, dass die wiederverheiratet geschiedenen Katholiken nicht zur heiligen Kommunion zugelassen werden können“. Aus Liebe zu Jesus möchten wir, die wir alle möglichst dem Geist des Evangeliums treu sind, jenseits von angeblicher Treue zum Buchstaben einiger Lehren der Kirche, dich mit dem gleichen Eifer bitten.

Wir sprechen von angeblicher Treue, nicht um über die Absicht derjenigen zu urteilen, die dir geschrieben haben, sondern weil in Wirklichkeit die Lehre der Kirche nicht ist, dass diese Wiederverheiratet-Geschiedenen „nicht die heilige Kommunion empfangen könnten“; vielmehr gilt nach dem Trienter Konzil, dass „die Kirche sich nicht irrt, wenn sie ihnen die Kommunion versagt.“ Die Formulierung, die in jenem Konzil sorgfältig gewählt wurde, ließ die Möglichkeit offen, dass ebenso wenig ein Irrtum oder eine Untreue in der Gegenposition liege; und es handelt sich mehr um eine seelsorgliche als um eine dogmatische Frage.

Die pastorale Klugheit erlaubt unserer Auffassung nach nicht nur einen Meinungswechsel, sondern fordert ihn gegenwärtig. Aus diesen Gründen:

1.- Im Palästina des 1. Jahrhunderts betrafen Jesu Worte direkt den Ehemann, der seine Frau verrät und verlässt, weil eine andere ihm besser gefällt, oder aus Motiven dieser Art; sie sind in erster Linie eine Verteidigung der Frau. In diesem Sinn erweist sich der Satz des Meisters als unanfechtbar: „Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“

In der Zeit Jesu kannte man die Situation einer Ehe nicht, die in ihrem Paarprojekt scheitert (vielleicht aus Schuld beider oder aus der Unverträglichkeit der Charakter, die vorher nicht erkannt war). Diese Hypothese war im Palästina des 1. Jahrhunderts angesichts der Situation der Frau gegenüber ihrem Ehemann undenkbar. Die Worte Jesu auf eine andere Situation anzuwenden, die man in seiner Epoche nicht kannte, in der es nicht das Verlassen der einen Seite gibt, sondern das Scheitern beider, käme dem gleich, diese Worte zu verzerren. So würden wir Jesus im Interesse der eigenen dogmatischen Sicherheit manipulieren und den Buchstaben, der tötet, vor den Geist, der Leben schenkt, stellen, gegen den Rat des Paulus.

Das Evangelium muss in die jeweilige Kultur eingebettet werden, und wenn man es nicht inkulturiert, verrät man es. Die folgenden Beispiele können dieses etwas mehr verdeutlichen.

2.- Der Evangelist Matthäus, der vielleicht die meisten Gesetzüberschreitungen Jesu erzählt, ist interessanterweise der einzige, der in seine Lippen den Satz legt: „Denkt nicht, dass ich gekommen bin, das Gesetz aufzuheben, sondern ich bin gekommen, um es bis zum letzten Jota zu erfüllen.“ Jesus gibt uns zu verstehen, dass er in jenen Überschreitungen des Buchstaben das Gesetz bis in die Tiefe erfüllt, weil er seinen Geist wahrte.

 

Und der fundamentale Geist des gesamten Gesetzes des Evangeliums ist die Barmherzigkeit: nicht eine schwächliche Barmherzigkeit, sondern natürlich eine fordernde Barmherzigkeit. Aber auf keinen Fall eine unbarmherzige Forderung. Vielleicht können uns hier jene Worte Jesu einiges verdeutlichen, mit denen er auf die Skandale aufgrund seines barmherzigen Handelns antwortet: „Wenn ihr aber verstanden hättet, was es heißt: Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer…“ (Matthäus 9, 13, und 12,7).

3.- Die frühe Kirche bietet ein anderes offenkundiges Beispiel dieser Treue zum Geist oberhalb vom Buchstaben an, mit dem Aufgeben der Beschneidung. Die Beschneidung hatte etwas Heiliges als anschauliches Symbol der Verbindung zwischen Gott und seinem Volk; auch von diesem Bund könnte die zitierte Aussage Jesu gelten: „Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ Trotzdem gab die Kirche die Praxis der Beschneidung nach heftigen Diskussionen und gegen die Meinung einiger, die sich als gläubiger wähnten, auf, die aber tatsächlich ihre eigene Sicherheit suchten. Dank jener so diskutierten Entscheidung war die Kirche nicht nur Gott treu, sondern öffnete der Evangelisierung der ganzen Welt die Türen. Und gegenwärtig kann uns diese Entscheidung als selbstverständlich erscheinen, aber damals erwies sie sich für viele als Skandal.

In seinem Diskurs, in dem Petrus jene Entscheidung verteidigte, die uns heute als so treu gegenüber dem Geist Jesu erscheint, sprach er davon, „kein Joch aufzuerlegen, das weder unsere Väter noch wir selbst tragen könnten“. (Apg. 15,10). Das ist eine der größten Sünden, die die Kirche begehen kann. Und es ist sehr fragwürdig, ob zölibatäre Männer verstehen können, was es heißt, jeden Tag intim und friedlich mit einer anderen Person zusammen zu leben, mit der es nicht den mindesten Gleichklang gibt. Ebenso ist es fragwürdig, ob zölibatäre Personen sich sexueller Beziehungen mit einer anderen enthalten können, mit der sie Tag und Nacht zusammen leben und die sie lieben.

4.- Wir fürchten, dass die Verteidiger der Strenge denken, in der Kirche eine „Disziplin der Barmherzigkeit“ einzuführen käme dem gleich, die Türen für eine moralische Lockerung zu öffnen, oder dass die Kirche die gleichen Kriterien für die Scheidung in unserer säkularen Welt akzeptieren würde. In Wirklichkeit ist es nicht so; man stellt die Unauflöslichkeit der Ehe nicht in Frage; die Disziplin der Barmherzigkeit bleibt eine Disziplin, auf die sich nicht alle berufen können; sie fordert nämlich Reue, Anerkennen der Schuld und den festen Vorsatz der Änderung. Es handelt sich darum, die nicht allein und ohne Hilfe zu lassen, die gescheitert sind. Wie Jesus: der mit Sündern aß, nicht weil sie gut waren, sondern damit sie gut sein konnten.

Teresa von Avila, deren 500. Geburtstag wir gerade feiern, erinnert in ihrer Autobiografie daran, dass sie einige Male, wenn sie sich sündig oder ungläubig fühlte, darauf zurückgriff, auf das Gebet zu verzichten, da sie sich dafür nicht würdig fühlte – bis dass sie entdeckte, das jenes Mittel schlimmer als sein Böses war. Dieselbe Kirche hat immer gelehrt (und die Praxis bestätigt es), dass an der Eucharistie teilzunehmen eine große Hilfe und eine Kraft sein kann, dem Evangelium gemäß zu leben. Wir fürchten, die, die in ihrem ersten Eheversprechen scheiterten und dieses Scheitern bereuten, dieser Kraft zu berauben, könnte bedeuten, sie vom Glauben abzuhalten.

5.- Schließlich bleibt die Frage offen, ob die Kirche ein doppeltes Maß für die Treulosigkeiten gegenüber dem Evangelium, die den sexuellen Bereich und die, die andere Bereiche der Moral betreffen, haben muss.

Zum Beispiel: Die Kirche hat immer gelehrt, dass der einzige Inhaber der Güter der Erde Gott ist und dass die Menschen nur verwalten, was wir glauben zu besitzen. Diese Bedingung des Verwaltens fordert vom Menschen, alle Güter, die er übrig hat, denen zur Verfügung zu stellen, die weniger haben, den Armen und den Mittellosen. Genau deshalb erkennt die Kirche kein absolutes Recht auf Privateigentum an, sondern nur in dem Maß, in dem dieses ein Mittel ist, um das ursprüngliche und absolute Recht aller Menschen auf die Güter der Erde zu zufrieden zu stellen. Diese Lehre von der Bestimmung der Güter der Erde, an die die letzten Päpste so oft erinnert haben, missachtet eine Mehrheit der Katholiken, ohne in dieser Hinsicht auch nur die geringste Reue oder einen Besserungswillen zu zeigen. Denn diese Lehre der Kirche ist auch sehr gegensätzlich zur Mentalität dieser heidnischen Welt. Aber ist es nicht eine offenkundige Ungerechtigkeit, dass jene Katholiken zu einigen Sakramenten zugelassen werden, die bei gescheiterten Paaren verweigert werden, auch wenn diese Reue und Besserungswünsche äußern und jene nicht?

Gott kennt nicht zwei Wertigkeiten, misst nicht zweierlei Maß, oder besser noch: seine Parteilichkeit gilt immer den Ärmsten und den Opfern. In den Gleichnissen, die das Evangelium vom Pharisäer und Zöllner oder vom älteren Bruder des verschwenderischen erzählt, war Jesus in überraschender Weise auf der Seite der Übertreter: denn denen, die ihn anklagten, hatten alle seine guten Taten nicht dazu gedient, ein gutes, sondern ein hartes Herz zu haben.

Weiter nichts, Bruder Petrus. Wir wollten dir nur unsere Meinung darlegen. Und wir danken dir sehr für deine Anstrengungen, mitten in so grauenvollen Widerständen, der Kirche ein Gesicht zu geben, das mehr dem Evangelium entspricht und dem, was Jesus verdient hat.

Xavier Alegre Santamaría
José I. Calleja Saenz de Navarrete
Joan Carrera i Carrera
Nicolás Castellanos Franco
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Ximo García Roca
José Ignacio González Faus
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