Klimawandel: Wir brauchen eine Agrar- und Ernährungswende!

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Christina Ledermann
Christina Ledermann hat diese Petition unterschrieben.

Bei der Klimadebatte geht es vor allem um Mobilität und die Energiewende. Dabei ist die industrielle Tierhaltung ein Haupttreiber des Klimawandels. Sie verursacht nicht nur unermessliches Tierleid, sondern trägt zu einem Drittel zur globalen Erwärmung bei, rechnet man die Folgen hinzu. Doch die Bundesregierung hat bisher keine umfassenden Maßnahmen genannt, um die Landwirtschaft beim Klimaschutz in die Pflicht zu nehmen. Wenn wir die Klimakatastrophe noch aufhalten wollen, brauchen wir eine Agrar- und Ernährungswende. Deswegen werden wir uns bei der Bundesregierung für die zügige Erarbeitung und Umsetzung einer Gesamtstrategie für eine Agrarwende einsetzen. Eine gute Basis dafür liegt bereits vor: das bereits 2015 veröffentlichte Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik.

Klimakatastrophe aufhalten: Bitte Mitzeichnen und teilen
Bitte unterzeichnen Sie diese Petition und leiten Sie sie an Ihre Freunde weiter. Um die Klimakatastrophe noch aufzuhalten, darf es keine Tabus mehr geben - egal, wie stark der Gegenwind der Agrarlobby ist. Die Zeit drängt für Menschen, Tiere und unseren Planeten!

Die Gesamtstrategie für eine Agrar- und Ernährungswende sollte die folgenden 10 Punkte miteinbeziehen:

1. Reform der EU-Agrar-Subventionen zugunsten von Tier-, Natur- und Klimaschutz

2. ein Ende der Agrarsubventionen für die industrielle Tierhaltung sowie für Stallbau und Schlachtbetriebe

3. die Umstellung auf umwelt- und klimaverträgliche Anbaumethoden

4. eine radikale Reduzierung der Tierbestände*

5. die Einbeziehung der Landwirtschaft in das CO2-Steuersystem

6. eine flächengebundene Tierhaltung, solange Tiere noch für die Erzeugung von Lebensmitteln gehalten werden. Im Stall wäre dann mehr Platz und auf den Feldern würde weniger schädliche Gülle ausgebracht

7. keine Futterimporte aus Übersee, denn für den Anbau von Soja für die Tierhaltung werden wertvolle Regenwälder gerodet

8. keine Mehrwertsteuerermäßigung für tierische Lebensmittel

9. die Einführung einer Klima-Abgabe auf tierische Produkte, deren Höhe sich an der Klimaschädlichkeit bemisst

10. eine Steuerbefreiung von klimafreundlichen Produkten, wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide. Ggf. müssen bedürftige Menschen eine zusätzliche finanzielle Unterstützung erhalten, damit sie sich pflanzliche Produkte leisten können

11. Anbauförderungen von Konsum-Leguminosen wie Soja, Lupine, Erbse und Bohne, sowie Umstellungs- und Ausstiegsförderungen für Betriebe, die auf die Produktion pflanzlicher Eiweißträger umstellen wollen

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Weiterführende Informationen

Weltklimarat fordert Reduzierung des Fleischkonsums
Die industrielle Tierhaltung verursacht nicht nur unermessliches Tierleid. Rechnet man die Folgen hinzu, trägt der Agrarsektor zu einem Drittel zur globalen Erwärmung bei. Doch die Bundesregierung hat bisher keine umfassenden Maßnahmen genannt, um die Landwirtschaft beim Klimaschutz in die Pflicht zu nehmen. Im Gegenteil: Mehr als 70 Prozent der EU-Direktzahlungen subventionieren die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern. Im August 2019 veröffentlichte der Weltklimarat (IPCC) einen Sonderbericht zu den Wechselwirkungen zwischen Erderwärmung und Landnutzung. Darin stellen die Wissenschaftler fest, dass auch die Landwirtschaft einen Beitrag leisten muss, damit das anvisierte Zwei-Grad-Ziel noch erreicht werden kann. Sie fordern unter anderem eine Reduzierung des Fleischkonsums. Auch eine aktuelle Studie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zum Erhalt der biologischen Vielfalt zeigt auf, dass wir wesentliche Konsumtrends – wie den massiven Fleischkonsum – umdrehen müssen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Öko-Instituts kommt zu dem Ergebnis, dass die Klimaziele nur mit einer deutlichen Abstockung der Tierbestände erreicht werden können.

Das Leid der sogenannten „Nutztiere“
Damit Menschen Fleisch, Milch und Eier konsumieren können, leiden und sterben täglich Millionen von Tieren. Rund eine Millionen Hühner, 110.000 Schweine und 80.000 Rinder werden täglich allein in Deutschland geschlachtet. Hühner, Schweine und Kühe müssen tagtäglich in Zuchtanlagen, Mastställen und Schlachthäusern furchtbares Leid ertragen. Damit beispielsweise sogenannte „Masthühner“ in etwa 33 Tagen „schlachtreif“ sind, hat man besonders schnell wachsende Mastlinien mit einem hohen Brustfleischanteil gezüchtet. Diese Tiere sind so qualgezüchtet, dass sie überhaupt nicht mehr lebensfähig sind. Etwa 13 Millionen Hühner sterben schon vor dem Ende der Mast, weil Beine, Herz und Lunge mit dem extremen Fleischzuwachs nicht mithalten können. Nicht besser ergeht es den Schweinen: Sie werden in industriell geprägten Mastanlagen mit bis zu 60.000 Tieren gehalten.

Verhaltensstörungen und Kannibalismus
Sie sehen niemals Tageslicht und vegetieren in überfüllten strukturlosen Buchten mit Betonspaltenböden ohne Stroh und Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Langeweile und der Stress in der Enge rufen bei den intelligenten Tieren Verhaltensstörungen hervor, die bis hin zum Kannibalismus reichen. Damit die Tiere sich in der artwidrigen Intensivtierhaltung nicht gegenseitig verletzten, werden sie schmerzhaft zurechtgestutzt. Deswegen sind das Schnäbelkürzen bei Hennen, das Kupieren von Schwänzen bei Schweinen und die Fixierung von Muttersauen in Kastenstand und Abferkelkäfig völlig alltäglich.

Schlachten bei Bewusstsein
Wenn die Tiere diese Tortur hinter sich haben, steht Ihnen die nächste bevor: der Schlachthof. Nach Todesangst beim Betäubungsvorgang, kann es vorkommen, dass Tiere nur unzureichend betäubt werden. Dies führt dazu, dass die Tiere den Tötungsschnitt und die anschließende Zerlegung bewusst miterleben. Schätzungsweise 500.000 Schweine sterben in Deutschland erst beim Abbrühen. 200.000 Rinder durchlaufen den Schlachtvorgang, bei dem sie zerlegt werden, bei Bewusstsein.

Alles spricht für eine tierlose Landwirtschaft
Es gibt viele weitere Gründe, warum Fleisch und andere Produkte vom Tier nicht mehr zu unseren Nahrungsmitteln gehören sollten. Der drohende Klimakollaps, die globale Ernährungskrise, nitratverseuchtes Grundwasser, überdüngte Meere, Wasserverschwendung und nicht zuletzt die zunehmenden Antibiotika-Resistenzen. Hinzu kommen die gesundheitlichen Risiken des Fleischkonsums. Neben der Verseuchung mit antibiotikaresistenten Keimen, bestätigen diverse aktuelle Studien, dass der übermäßige Fleischkonsum für die meisten der heutigen Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Gicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich ist. Um den Fortbestand unseres Planeten zu sichern, werden wir unsere Ernährungsweise umstellen müssen. Das Ziel muss eine Wende zur tierlosen Landwirtschaft sein. Die Zukunft der Ernährung liegt in der pflanzlichen Eiweißproduktion.

* Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein. Sein langfristiges Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion. Wenn von einer Reduzierung/Abstockung der Tierbestände die Rede ist, dann rufen wir natürlich nicht zur Tötung von Tieren auf. Über eine schrittweise Reduzierung der Tierbestände durch weniger Nachzuchten sollen langfristig Konsumleguminosen wie Soja, Lupine, Erbse und Bohne unseren Bedarf an Eiweiß decken. Das letztendliche Ziel ist eine Landwirtschaft ohne Tierhaltung.