Decision Maker Response

Frank Müller-Rosentritt’s response

Nov 19, 2020 — 2019 und 2020 haben wieder einmal gezeigt, wie notwendig die Überarbeitung der bestehenden Konzepte im Einsatz gegen Antisemitismus ist. Der Dreiklang aus Prävention, Intervention und Sanktion spiegelt sich auch in dieser wichtigen Petition wieder. Antisemitismus ist kein neues Problem, sondern jahrhundertealte Feindschaft in ständig neuen Schläuchen. Gerade seine Wandlungsfähigkeit und die damit oft einhergehenden Irritationen und Relativierungen unterstreichen doch noch einmal, dass wir unsere Anstrengungen intensivieren müssen. Es ist schon ein trauriges Eingeständnis, dass jüdisches Leben in Deutschland nur unter massiven Schutzmaßnahmen stattfinden kann. Allerdings müssen diese Maßnahmen auch ihren Namen verdienen. In Halle haben sie das nicht, es war lediglich eine einfache Holztür, die das schlimmste antisemitische Massaker der Nachkriegsgeschichte verhindert hat. Dieser Status Quo muss hinterfragt werden, jüdische Gemeinden müssen besser geschützt sein und Antisemitismus in jeder gesellschaftlichen Sphäre konsequent begegnet werden. Das beginnt in den Schulen, geht über Ausbildungsgänge und Universitäten bis hin zu Strafverfolgungsbehörden. Die Missstände sind zahlreich, deshalb ist unverzügliches Handeln geboten. Deshalb unterstütze ich diese enorm wichtige Initiative!

Foto: Frank Müller-Rosentritt