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Bewahren Sie unsere afghanischen Mitschüler vor ihrer Abschiebung!

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Keine Abschiebung nach Afghanistan!

Alle drei afghanischen Jugendlichen aus der Integrationsklasse  der Waldorfschule Überlingen haben einen Ablehnungsbescheid erhalten. Alle drei, Momin Qadari (19), Abdulmatin Qadari (18) und Bazir Azizi (18) kommen aus Kunduz im Nordwesten von Afghanistan nahe der tadschikischen Grenze. Da Kunduz als die Kornkammer des Landes gilt und strategisch von Bedeutung ist, wurde es immer wieder Angriffsziel der radikalislamistischen Talibanbewegung. Wie man aus den Medien erfährt, hat die Taliban erneut ihre Frühjahrsoffensive in der Provinz Kunduz begonnen. Die Eroberung der Stadt ist ihr erklärtes Hauptziel. 2015 hatten die Islamisten die Stadt schon einmal unter Kontrolle. Dies war die Zeit, da unsere Jugendlichen flohen. Nun besteht erneut akute Gefahr, dass Kunduz in die Hände der Taliban fällt.

Das sind die Nachrichten, die unsere drei Schüler täglich mit großer Sorge verfolgen und die sich durch Gespräche mit ihren Eltern aus erster Hand noch bestätigen. Die Eltern warnen dringend davor in die Heimatstadt zurückzukehren, wo sie eine lebensbedrohliche Situation erwartet. Nicht nur eine Rekrutierung der Jugendlichen von Seiten der Taliban ist zu befürchten. Auch andere militante Milizen aus der Bevölkerung bilden eine Gefahr, da die drei Jungen durch ihren Aufenthalt in Europa im Fokus aller stehen. Die empfohlene Ansiedlung in einem gesicherten Gebiet, wie z.B. in der Hauptstadt Kabul - Die jüngsten Ereignisse widersprechen dieser „Empfehlung“  voll und ganz - beruhigt die Jungen in keiner Weise. Das Leben für einen Jugendlichen ohne den Schutzkreis der Verwandtschaft in einer Großstadt ist zu riskant, die Gefahr Opfer von kriminellen Übergriffen zu werden zu groß. Die Worte Momins zu diesem Thema:

„Schon nach 2 Tagen werden sie vor meiner Türe stehen und mich für irgendeine schreckliche Sache gewaltsam holen. “

Zu bedenken gilt noch die Tatsache, dass das Auswärtige Amt für Ausländer dringend vor einer Reise nach Afghanistan warnt, denn die Gefährdung durch terroristische oder kriminell motivierte Gewaltakte einschließlich Entführungen sei enorm hoch. Da liegt die Frage nahe, inwieweit hier mit zweierlei Maß gemessen wird.

Nun befinden sich die Jugendlichen in einer nervenaufreibenden Anspannung, denn sie haben hier begonnen, sich erfolgreich zu integrieren und eine Existenz aufzubauen. Alle drei gehen seit Januar 2016 auf die Überlinger Waldorfschule, lernen mit viel Engagement Deutsch und alle haben feste Aussichten auf eine Lehrstelle. Momin und Abdulmatin halten den unterschriebenen Lehrstellenvertrag bereits in ihren Händen. Außerdem leben sie hervorragend  betreut in einer Einrichtung der Jugendhilfe, dem Georgenhof, mit dem die Waldorfschule in intensivem Austausch steht.

Sollen nun all die Bemühungen ins Leere laufen? Wie können die Jugendlichen nach all dem Ringen um Integration und Anerkennung zurück in ein Land kehren, in dem sie keine Zukunft, sondern nur Gefahr und Zerstörung erwartet? Es ist geradezu unvorstellbar! Kann man so mit dem Leben junger Menschen spielen?

Und jetzt lautet die Frage: Was können wir für diese Jugendlichen tun? Ihre einzige Chance besteht darin, in einem sogenannten Härtefallkommissionsverfahren ihre persönliche Situation darzulegen. Durch Nachweis von erfolgreichem Schulbesuch, soliden Deutschkenntnissen und Lehrstellenvertrag könnte es zu einer Ausbildungsduldung kommen. Unterstützend können wir wirken, indem wir uns hinter die Jugendlichen stellen und dies durch Unterschriften bestätigen. Je zahlreicher die Unterschriften sind, umso größer die Wirkung.

Jede Ihrer Unterschrift zählt!

Mit dieser Aktion erfassen wir nur das Schicksal dieser drei Jungen, jedoch gibt es leider Tausende in Deutschland, die sich in einer ähnlich verzweifelten Situation befinden. Es bleibt nur zu hoffen, dass die erschütternden Ereignisse in Kabul nicht nur zu einem vorrübergehenden Abschiebestopp führen, sondern zu einem nachhaltigen Umdenken auf politischer und teilweise gesellschaftlicher Ebene. Es gilt individuell zu prüfen welche Integrationsbestrebungen wirklich vorliegen, denn Jugendliche wie z. B. diese drei Schüler stellen für unser Land in vieler Hinsicht eine Bereicherung dar.

 Isabella Simonian

Lehrerin der Integrationsklasse der Freien Waldorfschule Überlingen im Juni 2017

 

 

 



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