Kein Präsenzunterricht in Schleswig-Holstein, solange Covid-19 nicht unter Kontrolle ist

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Obwohl der Präsenzunterricht an Schulen in Schleswig-Holstein aufgrund der aktuellen Pandemieentwicklung ausgesetzt wurde, soll für die Schüler und Schülerinnen der Abschlussjahrgänge der Präsenzunterricht weitergehen. Wenn die Zahl der Neuinfektionen wieder unter der Grenze von 50 pro 100.000 Einwohner/innen liegt, könnte die Rückkehr zum Präsenzunterricht für alle Lernenden sogar bereits vor Ende Januar erfolgen.

Ich bin selbst Vater von drei schulpflichtigen Kindern. Unsere Familie zählt zur Risikogruppe und eines unserer Kinder besucht eine Abschlussklasse. Wir sind direkt von dieser Entscheidung betroffen und finden sie verantwortungslos und gefährlich!  

Mit dieser Verordnung sind die Schulen Teil des Problems, obwohl sie als staatliche (Bildungs)-Einrichtung doch Teil der Lösung sein sollten.

“Nur Abschlussklassen” bedeutet zum Beispiel in unserer Kleinstadt mit 17.000 Einwohnern, dass ca. 600 Schülerinnen und Schüler in die Schulen gehen. In einem Flächenland, wie Schleswig-Holstein, müssen viele Kinder und Jugendliche ihren Schulweg mit Bus und Bahn zurücklegen. Für Schleswig-Holstein gerechnet bedeutet das, dass täglich ca. 25.000 Schüler und Schülerinnen, teils in öffentlichen Verkehrsmitteln - unterwegs sind und verschiedene Kontakte haben.

Diese Regelung gefährdet das Leben und die Gesundheit vieler Menschen – Lehrer und Lehrerinnen, Schülerinnen und Schülern, deren Eltern sowie andere Angehörige. Denn sie steht im direkten Widerspruch zu den Erkenntnissen der Virologie.

Demnach

Damit verlängert die Schleswig-Holsteinische Landesregierung den Verlauf der Pandemie in Länge und Ausmaß in unabsehbarer Weise. Der Regierende Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Daniel Günther, und die Bildungsministerin Karin Prien, gießen Öl ins Feuer wo Eindämmung geboten wäre.

Sie verhöhnen damit die Anstrengungen der gesamten Gesellschaft, die Pandemie möglichst unbeschadet zu überstehen: Alle, die uns pflegen, (be)schützen, heilen, und versorgen. Bewohnerinnen und Bewohner von Heimen, die seit Monaten keinen oder nur eingeschränkten Besuch empfangen dürfen, Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern, die einsam leiden und einsam sterben, Betreiberinnen und Betreiber von Geschäften, die in ihrer Existenz bedroht werden, Familien, die seit beinahe einem Jahr versuchen, ein einigermaßen geordnetes Leben aufrechtzuerhalten und dabei mehr als nur an ihre Grenzen gehen. Um nur einige Beispiele zu nennen.

Deshalb fordere ich den Schleswig-Holsteinischen Landtag auf, zu einer verantwortungsvollen Politik zurückzukehren. 

Herr Günther und Frau Prien:

  • Schließen Sie die Schulen, solange die Pandemie nicht unter Kontrolle ist.
  • Erkennen Sie an, dass der reguläre Schulstoff sich nicht unter den Bedingungen einer Pandemie vermitteln lässt, insbesondere nicht angesichts der versäumten Digitalisierung des Unterrichts.
  • Befreien Sie die Schulleiter/innen von der Verantwortung Ihre Beschlüsse umsetzen zu müssen, in dem Wissen, dass dies vor Ort nicht möglich ist und Menschenleben dadurch gefährdet werden.
    Erkennen Sie an, dass Bildungsgerechtigkeit unter Bedingungen der Pandemie nicht möglich ist. Deshalb ist auch eine fundierte und gerechte Benotung nicht möglich.
  • Ermutigen Sie Lehrerinnen und Lehrer, die Pandemie dazu zu nutzen, den Schülerinnen und Schülern neue Methoden beizubringen und gemeinsam das beste aus dieser Sondersituation zu machen und geben Sie Lehrerinnen und Lehrer sowie den Schulen dazu die technischen und didaktischen Möglichkeiten.

Herr Günther und Frau Prien: Nehmen Sie Ihre unverantwortliche Entscheidung zurück!