Petition update
Übergabe von 81.554 Unterschriften
May 11, 2019 —
Sehr geehrter Herr Minister Vogelsänger,
vielen Dank, dass Sie sich heute am Rande des Landesparteitages Ihrer Partei SPD unseren Fragen gestellt haben. Leider war dies auch das einzig Positive.
Ihre Aussage, der großflächige Gifteinsatz gegen Insekten sei ohne Alternative und kein politisches Thema, schockiert mich. Dass Umweltzerstörung und Gesundheitsgefährdung nichts mit Politik zu tun haben sollen, will mir partout nicht einleuchten.
Warum die meisten Waldbesitzer und die Holzwirtschaft für den Gifteinsatz sind, kann ich noch nachvollziehen, auch wenn ich es unsäglich finde. Warum sich die Beelitzer Spargelbauern wegducken, ist klar, wenn auch verantwortungslos. Aber Ihr Verhalten als Landesumweltminister macht mich schlicht fassungslos. Ich verstehe nicht, wieso die finanziellen und wirtschaftlichen Interessen Einzelner Vorrang vor dem Schutz der Umwelt und der Bevölkerung Brandenburgs haben können.
Gern erinnere ich Sie an dieser Stelle an Ihre eigenen Worte anlässlich des von Ihnen einberufenen Insektengipfels vom 25.03.2019:
„Letztlich kann jede und jeder etwas dazu beitragen, dass in Brandenburg wieder mehr Insektenarten leben können. Darum wollen wir auch einen breiten Dialog- und Beteiligungsprozess mit vielen Akteuren.“
Weiter heißt es im Pressetext: „Um den Rückgang der Insektenvielfalt zu stoppen, bedarf es jedoch weiterer Handlungsansätze und einer Zusammenarbeit auf ganz breiter Basis. … Solche Maßnahmen können ... die Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln ... sein.“
Gegen die großflächige Vergiftung Brandenburger Wälder engagieren sich übrigens nicht nur „hysterische“ Ökos und „panische, ahnungslose“ Anwohner. Wir haben u.a. Forstwissenschaftler, Biologen, Chemiker und Ärzte in unseren Reihen. Fachleute, die sich tagtäglich beruflich mit Giften und deren Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Umwelt beschäftigen. Experten, die verstehen, was ein gesundes Ökosystem ist und was es leisten kann. Menschen, die genau wissen, welche Folgen dieses Gift haben kann und tatsächlich hat.
Beschäftigen doch auch Sie sich einfach mal mit allen Fakten. Vielleicht nehmen Sie unsere Einwände und Bedenken dann endlich ernst? Und verweisen uns nicht nur auf den Rechtsweg, der uns Bürgern in unserer Demokratie ja so selbstverständlich offen steht.
Und, Herr Minister Vogelsänger, der Sie uns im Gehen noch ein „Bringen Sie sich politisch ein!“ zugerufen haben ̵̶ genau das tun wir bereits und haben dies auch weiterhin vor. Von Ihnen erwarten wir, dass Sie, als Landesumweltminister und oberster Dienstherr der Ihnen unterstellten Behörden, endlich die Umwelt schützen. Und dass Ihre Bekenntnisse zum Artenschutz nicht leere Worthülsen bleiben, sondern dass Sie konkrete Maßnahmen ergreifen!
E. Thiele
PS: Kurz die Fakten – Etwa 50 Menschen haben sich heute morgen zur Mahnwache in Potsdam versammelt, um vor dem SPD-Landesparteitag gegen den großflächigen Gifteinsatz zu protestieren. Ministerpräsident Woidke und Landesumweltminister Vogelsänger stellten sich unseren Fragen. Eure Unterschriften und Kommentare konnten wir auch übergeben – Kommentar von Minister Jörg Vogelsänger zu den über 81.554 Unterschriften (Stand: 11.05.2019, 8:58 Uhr) „Das ist ja nicht die Mehrheit im Land.“
PS II: So ganz „nebenbei“ haben es die Mitglieder der Naturwald AG und etliche BrandenburgerInnen heute auch noch geschafft, 250 junge Stieleichen und Rotbuchen in den Kiefernwald in der Nähe von Fichtenwalde zu pflanzen. Es wurde viel gegraben, gepflanzt und gewässert. Und natürlich wurde ein Wildzaun um die kleinen Bäumchen gezogen.
Ihr seid klasse!
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