Wohnungslosigkeit bekämpfen! Geschütztes Marktsegment ausbauen und verbessern!

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Till Ernecke hat diese Petition an Katrin Lompscher und gestartet.

Das geschützte Marktsegment ist ein sehr gutes Instrument der Stadt Berlin, um Wohnungs/Obdachlosigkeit zu bekämpfen. Es bezeichnet eine Anzahl an Wohnungen, die für Menschen freigehalten werden, die aus schwierigen Situationen, wie zum Beispiel der Obdachlosigkeit kommen. Dadurch haben auch Personen mit negativer Schufa und geringen finanziellen Möglichkeiten die Chance, eine eigene Wohnung zu bekommen. Das Problem: Die Anzahl an Wohnungen im geschützten Marktsegment ist viel zu gering. Statt das Menschen in Krisensituationen schnell mit einer Wohnung und somit einem Schutzraum geholfen wird, gibt es auf die wenigen freien Wohnungen im geschützten Marktsegment extrem viele Bewerber*innen. Das heißt: lange Wartelisten, Auswahlverfahren und somit eben keine schnelle Hilfe. Außerdem führt diese Knappheit zu einer Konkurrenz Situation zwischen verschiedenen betroffenen Gruppen. Während für Frauen und ältere Menschen im geschützten Marktsegment gesondert Wohnungen freigehalten werden, gibt es keine geschützte Sparte wie diese für junge Menschen. Diese haben aber oft, nachdem sie zum Beispiel in betreuten Wohngemeinschaften oder Kinderhäusern aufgewachsen sind, kaum einen Anschluss an den Wohnungsmarkt, wenn sie aus diesen Jugendprogrammen “herausgewachsen” sind. Auch hier gibt es Verbesserungsbedarf beim geschützten Marktsegment.

Hinzu Kommt, dass viele der angebotenen Wohnungen in diesem Bereich sich in keinem guten Zustand befinden. Einige dieser Wohnungen werden daher von den Betroffenen trotz ihrer Wohnungsnot abgelehnt, weil sie nicht in Wohnungen mit Schimmel, kaputter Heizung etc. wohnen wollen. Solche Wohnverhältnisse können extreme gesundheitliche Schäden verursachen.  Aber wenn sie eine Wohnung ablehnen, wird ihnen das negativ ausgelegt und sie haben es danach noch schwerer, an eine vernünftige Wohnung zu kommen. Daher müssen auch für Wohnungen im geschützten Marktsegment Standards festgelegt werden. Das ist bislang nicht der Fall. Außerdem muss dafür gesorgt werden, dass eine Ablehnung von Wohnungen aufgrund Nichteinhaltung der Standards, sich nicht negativ für auswirkt. Niemand sollte sich dazu gezwungen fühlen, in eine Wohnung zu ziehen, die gesundheitlich bedenklich ist. 

Aber das geschützte Marktsegment ist eine gute Idee! Es wurde bereits in den Leitlinien der Obdachlosenpolitik Berlins 2019 festgelegt. Wir fordern ihre konsequente  und vor allem Umsetzung. Die Stadt Berlin soll daher mehr Wohnungen zu diesem Zwecke aufkaufen! Außerdem fordern wir, dass in anderen Städten Deutschland ein geschütztes Marktsegment eingeführt wird. Diese Wohnungen sollten allgemeinen Wohnstandards genügen. Anhand dieser Standard müssen die Wohnungslosen begründen könne, dass sie eine Wohnung ablehnen, ohne das sie negative Konsequenzen fürchten müssen. Den Bund fordern wir dazu auf, diese Vorgehen als flächendeckendes Programm zu fördern. Eine weitere Forderung ist es, innerhalb des geschützten Marktsegments auch Wohnungen speziell für junge Erwachsene einzurichten.


Die dramatisch steigende Zahl von Wohnungs/Obdachlosigkeit sollte Anlass genug sein, zu allen möglichen Mitteln zu greifen, das Problem einzudämmen. Gerade in Zeiten der Covid-19 Pandemie ist diese Gruppe von Menschen besonders betroffen, da sie keine Isolation in einer eigenen Wohnung einhalten können. Es wird offensichtlich: Ein eigener Schutzraum in Form einer Wohnung ist für den Menschen essentiell. Bei der steigenden Tendenz nähern wir uns allerdings  der 1 Millionen Marke von Menschen ohne festen Mietvertrag. Die Gründe hierbei sind komplex. Es gibt in verschiedenen Bereichen Lücken im Sozialstaat Deutschland. Daher braucht es ein komplettes Programm zur Bekämpfung dieses Missstandes. Diese Petition stellt einen Unterpunkt eines solchen Programms dar. Die weiteren Punkte samt dazugehörigen Petitionen finden Sie hier:

https://jtw-spandau.de/wohnungslosigkeit-bekämpfen


Wir würden uns freuen wenn Sie diesen Punkt, aber auch die weiteren Punkte des Programms mit Ihrer Stimme unterstützen würden!

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