Mehr Gerechtigkeit für geschiedene Männer

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Schon seit Jahren wundere ich mich, dass die Steuerungerechtigkeit gegenüber Geschiedenen mit Kindern kaum öffentlich diskutiert wird. Die Ungerechtigkeit liegt meiner Meinung nach in einer "Doppelbestrafung" begründet. Einerseits rutscht man nach einer Scheidung sofort in Steuerklasse 1, was mit enormen Einbußen im Nettogehalt einher geht, andererseits hat man mit weniger Geld viel höhere Kosten als in der Ehe. Denn der Papa möchte seinen Kindern an den gemeinsamen Wochenenden auch gerne ein schönes Zuhause mit Kinderzimmern bieten - für das ehemalige Ehepaar bedeutet das doppelte Haushaltsführung bei geringerem Einkommen.

Letztlich bleibt die einzige Anerkennung für das Großziehen der zukünftigen Steuerzahler (unter erheblichem jahrelangem finanziellen Aufwand) ein sehr überschaubares Kindergeld und eine dezente Berücksichtigung des Unterhalts in der Steuererklärung. Bei aller Freude (und auch Arbeit und Sorgen), die Kinder bescheren - ist das fair? Ich finde es ungerecht, dass Eltern, die Kinder in die Welt gesetzt haben und sich kümmern, finanziell sehr viel schlechter gestellt sind als verheiratete Paare ohne Kinder, die ihr gemeinsam erwirtschaftetes Geld allein in ihren sozialen Wohlstand und ihre Altersversorgung investieren. 

Ich finde, Eltern sollten während der Erziehungszeit Steuervorteile erhalten, ob sie verheiratet sind oder nicht. Das Ehegattensplitting ist gemessen an den heutigen Scheidungsraten überaltert. Es sollte meiner Meinung nach reformiert werden. Man könnte die Kinderfreibeträge oder das Kindergeld deutlich erhöhen und gleichsam die Düsseldorfer Tabelle für die zahlenden Väter erträglicher gestalten. Es wurde kürzlich in der Sendung Stern-TV wieder mal Stimmung gegen die unterhaltspflichtigen Väter gemacht, die ihren Verpflichtungen entweder gar nicht oder nur teilweise nachkommen. Ich gehöre zu den 25%, die das voll umfänglich tun. Ich habe aber teilweise auch Verständnis für die anderen 75% der Unterhaltspflichtigen. 50% zahlen übrigens gar nicht. Warum das so ist, hinterfragt keiner. Ich übersehe dabei nicht, dass die Gründe dafür sicher oft auch unlauter und nicht vertretbar sind.

Das hat dann übrigens noch zur Folge, dass den geprellten Müttern, die ich nicht minder bedaure (weil sie, genauso wie die Kinder, unter derselben Ungerechtigkeit gleichermaßen leiden), sogenannte Unterhaltsvorauszahlungen (eigentlich ein falsches Wort, weil von Rückzahlung kaum die Rede sein kann) geleistet werden, die ich von meinen Steuergeldern auch noch mitfinanziere. Ist das nicht paradox? 

Und eines ist klar - kaum jemand ist leichtfertig geschieden worden und jeden kann dieses schmerzhafte Schicksal ereilen. Schlussendlich kommt es darauf an, dass die ohnehin schon gestraften Scheidungskinder unter bestmöglichen Umständen aufwachsen können. Und dazu bedarf es eben auch der notwendigen finanziellen Mittel.

Ich freue mich, wenn ganz viele Unterstützer/innen von dieser Petition ihren Freunden und Bekannten erzählen und sie in Facebook, Twitter oder per Whatsapp und E-Mail (ver-)teilen. 

 



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