Justice for Mohamed Idrissi | Spendenaufruf

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Unsere Herzen sind gebrochen. Wir sind traurig über den Umstand, dass Mohamed Idrissi, ein liebevoller und in sich gekehrter Mann, der unter psychischen Erkrankungen litt, von Polizist*innen erschossen wurde. Seine Hilfsbedürftigkeit war jedem bekannt. Umso frustrierender ist es, mit dem Gewissen weiterleben zu müssen, dass sein tragischer Tod vermeidbar gewesen wäre. Wir vermissen unseren geliebten Bruder, Vater und Großvater.

Am Donnerstag, den 18. Juni 2020, wurde Mohamed (54), am helllichten Tag vor seiner Wohnung in Bremen, Gröpelingen, bei einem fehleingeschätzten Polizeieinsatz erschossen. Es wurde eine Eskalation dieser Extremsituation provoziert. Die vier anwesenden Polizist*innen umzingelten Mohamed, bedrohten ihn mit ihren Schusswaffen, redeten in einem hysterischen Ton auf ihn ein und attackierten in mit Pfefferspray, woraufhin er in Richtung eines Beamten rannte. Dabei wurde er von zwei Schüssen in die Brust getroffen und erlag dann seinen Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft Bremen ermittelt gegen zwei der Polizisten wegen Verdachts auf fahrlässiger Tötung. Siehe https://twitter.com/justice4mohamed/status/1275158706720780289?s=20

Wir bitten euch um Unterstützung. Die Familie, besonders die Tochter, stehen vor gewaltigen unrechtmäßig enstandenen Kosten, die sich aus einer unabhängigen Obduktion, hohen Friedhofs- und Bestattungsgebühren sowie Anwaltskosten ergeben. Unterstützt sie, um diesen Kampf zu gewinnen und diese Situation bewältigen zu können. Jeder Cent zählt!

Name: Aicha Meisel-Suhr 
IBAN: DE63 2905 0101 0082 7766 67
BIC: SBREDE22XXX
Verwendungszweck: Justice for Mohamed

PayPal: https://www.paypal.com/pools/c/8qBUQ1vRU4 oder separat an justiceformohamed@outlook.de 

Vielen Dank im Voraus!

Am genannten Donnerstag sind Vertreter der Wohnungsgesellschaft zur Wohnungsbegehung vor Ort gewesen. Dabei wurden sie bereits von der Polizei begleitet. Mohameds psychische Störung war den beteiligten Personen bereits bekannt. Die Situation eskalierte als die Polizist*innen ihn zwangsweise für eine  sozialpsychiatrische Untersuchung zur Wache bringen wollten.

Es war bekannt, dass Mohamed unter einer akut-psychatrischen Krise litt. Trotz dessen, waren weder seine Betreuer, noch der sozialpsychatrische Dienst vor Ort. Diese hätten, aufgrund ihrer Ausbildung, die Situation bewältigen können. Ebenso wenig waren Rettungswagen oder medizinisches Personal anwesend. 

Besonders erschütternd ist die Tatsache, dass in unmittelbarer Nähe zum Tatort, nicht nur eine Gesellschaft für ambulante psychiatrische Dienste, sondern auch eine Facheinrichtung für psychisch erkrankte Menschen liegt. Diese Fachleute hätten im Notfall ebenfalls konsultiert werden können, zumal keine unmittelbare Gefahr in Verzug war.

Wir fragen uns, wie kam es zu diesem Fehleinsatz? Warum entstand bei der Polizei der unnötige Wille zur unmittelbaren und eigenständigen Lösung der Situation? Hätte man ihn nicht anders bewältigen können (Schlagstock, Fixierung etc.) zumal mindestens zwei Beamte in voller Montur anwesend waren? Warum wurden keine Warnschüsse abgegeben? Warum schien der Griff zur Schusswaffe die einzige Lösung zu sein? War es vielleicht weil Mohamed dunkelhäutig war, einen Bart trug oder in Gröpelingen lebte?

Wir nehmen Abstand von jeglichen Rachegelüsten. Dennoch fordern eine lückenlose Untersuchung und Aufklärung dieser Tragödie. Wir fordern eine höhere Sensibilisierung im Umgang mit psychisch erkrankten seitens der Polizei. Diese sollte viel mehr auf die Thematik in Aus- und Fortbildungen eingehen, da bekanntlich ein deutliches Defizit besteht. Des Weiteren muss das stets bestehende Rassismus-Problem innerhalb der Polizei tiefgehend angegangen werden.

Am Freitag, den 26.06.2020, wurde Mohamed gegen 14 Uhr, auf einem islamischen Friedhof beerdigt. Wir möchten uns vom ganzen Herzen bei euch bedanken. Wir danken allen dort Anwesenden für ihre Hilfe und Unterstützung beim gemeinsamen Gebet und bei der Beisetzung.

Unser Dank geht aber auch an diejenigen, die nicht dabei sein konnten. Wir wissen eure Beileidsbekundungen und aufmunternden Worte sehr zu schätzen. Unserer Aufmerksamkeit ist nicht entgangen, wie ihr uns bzw. Mohamed, auf unseren Social-Media Profilen unter dem Namen @justiceformohamed unterstützt. Wir sehen die Posts in eurer Story, eure Retweets und eure selbstverfassten Beiträge. Auch wenn wir nicht auf jeden Kommentar, jeden Retweet, jeden Beitrag oder jede Gefällt-mir-Angabe reagieren können, könnt ihr euch sicher sein, dass sie uns erreicht haben.

Bei weiteren Anregungen, Anfragen und Hilfe, bitten wir um Kontaktaufnahme über eines der eingerichteten und von der Familie geführten Social-Media Profilen unter dem Namen @justiceformohamed oder über eine E-Mail an justiceformohamed@outlook.de

Euer Bündnis #justiceformohamed