Tierhaltung transparent: Haltungsbilder auf abgepacktem Fleisch, Wurst und Eier

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Der Fall Tönnies hat uns dringenden Handlungsbedarf bei der Ausbeutung von Arbeitnehmern, denen die teils qualvolle Aufzucht von Schlachttieren voraus geht aufgezeigt. Eine System der Lebensmittelerzeugung, dass massiv zu Lasten der Tiere und Menschen in der Tierverarbeitung geht.

Leider wurde am 03.07.20 auch noch die grausame Kastenstandhaltung durch den Bundesrat gebilligt, in der Zuchtsauen in Metallkäfigen oft wochenlang zwangsfixiert werden. Diese Haltung kann daher jetzt auch das Siegel Haltungs form 1 oder 2 tragen.


Verbraucher befähigen

Wenn die Politik sich nicht in der Lage sieht die gesetzlichen Anforderungen an die Landwirte so zu erhöhen, dass für jedes Schlachttier eine artgerechte Aufzucht möglich ist, dann müssen wir bei den Verbrauchern ansetzen. Massentierhaltung geht nicht zu Lasten der Tiere, durch Emmissionen und belastetes Grundwasser durch Nitrat, zieht es auch unsere Umwelt in Mitleidenschaft.

Deshalb fordere ich eine Abbildung der Haltungsform in Form eines Fotos auf den Verpackungen von Fleisch, Wurstwaren und Eiern. Ähnlich den Schockbildern auf Zigarettenpackungen.


Reichen existierende Tierwohl-Siegel nicht aus?

Nein. Die zuletzt eingeführten Maßnahmen, wie ein Tierwohl Label oder das Haltungsform Siegel für abgepacktes Fleisch in Supermärkten verfehlt seine Wirkung. Es ist irreführend und die Haltungsformen 1 und 2 gar gesetzeswidrig, wie ein Rechtsgutachten von Greenpeace bestätigt.

Zudem sind diese freiwillig und aktuell nur auf Fleischwaren zu finden. Verarbeitetes Fleisch wie Wurst ist davon ausgenommen.

Oberflächlich und Irreführend

Das Haltungsform Siegel mit seinen vier Stufen suggeriert, dass Haltungsstufe 3 schon fast die tiergerechteste Haltung wäre. Dabei sagt es neben geringfügig mehr Platz pro Tier nur aus, dass es ein Außenklima im Stall geben muss. Keinen Freilauf, ein offenes Fenster ist bei Hühnern und Schweinen ausreichend.

Irreführend auch die Angabe, dass Beschäftigungsmöglichkeiten gestellt werden müssen. Pro 2000 Tiere z. B. drei Heuballen. D. h. 90 % der Tiere bekommen diese Beschäftigungsmöglichkeit vermutlich nie zu Gesicht.

Zu abstrakte Angaben

Die bloße Angaben von Zahlen oder eines Siegels ist zu abstrakt für Verbraucher. Ich bin der Überzeugung es muss uns berühren, auch mal weh tun, wenn man Fleisch aus nicht tiergerechter Aufzucht kauft. Das können nur Fotos der Tiere vermitteln, deren Fleisch wir kaufen.

Die Politik war mutig, als sie abschreckende Bildern auf Zigarettenpackungen verpflichtend einführte. Diesen Mut wünsche ich mir auch für Fleisch und Eier!


Forderung für jegliches abgepacktes Fleisch, Wurstwaren und Eier:

  • verpflichtende Angabe der Haltungsform
  • ein Foto der Haltungsform, das verdeutlicht wie die Tiere bei Erfüllung der Mindestanforderungen gehalten werden
  • eine Abbildung, die den verfügbaren Platz pro Tier anschaulich darstellt (bspw. weniger als ein DIN 4 Blatt für ein Huhn)

Davon nehme ich auch Bio Produkte nicht aus. Auch wenn diese höhere Anforderungen and Tierhaltung haben und sich durch Vorgaben zur Fütterung etc. deutlich von konventioneller Haltung abheben, so herrschen in Bio Betrieben auch nicht immer die idyllischen Zustände, die sich man sich landläufig vorstellt.

Dieser Schritt ermöglicht es dem Verbraucher eine informierte Entscheidung zu treffen. Dafür müssen die gesetzlichen Anforderungen an Tierhaltung zunächst nicht geändert werden. Aber sie schafft wahre Transparenz in Bezug auf die Haltungsform auf eine Art und Weise, die für jeden Verbraucher einfach zu verstehen ist und hoffentlich mehr Kaufentscheidung zugunsten des Tierwohls treffen lässt.

Um Transparenz geht es der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ja. Also auf gehts, pack mas Frau Klöckner!