Schutzmaßnahmen für psychiatrische Krankheitsbilder im Internet / Gegen Stigmatisierung

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GEGEN HATE-SPEECHING!

GEGEN CYBERMOBBING!

GEGEN DISKRIMINIERUNGEN!

GEGEN VERLEUMDUNGEN! 

FÜR EIN GEMEINSAM! FÜR VERSTÄNDNIS! FÜR AKZEPTANZ!

Wir fordern eine Kennzeichnung/Einstellung von unqualifizierten Aufklärungen über pathl. psychiatrische / psychische Krankheitsbilder im Internet! Die Stigmatisierung und daraus resultierende Spaltung der Gesellschaft muss ein Ende haben!

Aufklärungskanäle in den Social-Media-Kanälen wie Instagram, Facebook und / oder Youtube, welche sich mit psychischen Erkrankungen, vornehmlich „Narzissmus“ oder „Borderline“ beschäftigen, haben in den letzten Jahren stark zugenommen.


Wir fordern eine explizite Kennzeichnung/ Einstellung dieser Kanäle im Internet, da es sich um unqualifizierte Aufklärungen über pathologisch psychiatrische / psychische Krankheitsbilder handelt. Die Aufklärung und Behandlung solcher sensiblen Sachverhalte gehört in die Sparte Heilungsverfahren. Eine sachliche Aufklärung zu diesen Krankheitsbildern ist gegeben, sofern es sich um Personengruppen handelt, welche einen ärztlichen oder psychologisch versierten Hintergrund besitzen (Absolvierung einer anerkannten Ausbildung / Studium in Psychologie mit einem anerkannten Abschluss eines Diploms / Heilpraktiker für Psychotherapie).

Andere Personengruppen, welche lediglich ein Coaching-Seminar besucht haben und nun einen nicht geschützten Begriff wie „psychologischer Berater/Coach/Trainer/Lebensberater“ verwenden, sind als kritisch einzustufen.

Bei genauerer Betrachtung dieser Kanäle fällt auf, dass es sich um unqualifizierte und laienhafte Aufklärung über psychische Krankheitsbilder handelt, in welcher zunehmend die subjektive Erfahrung kundgetan und als einzige Wahrheit verkauft wird. Diese Vorgehensweise dieser Aufklärungskanäle führt zu einer zunehmenden Stigmatisierung eben dieser Krankheitsbilder! Leider ist dieser Anteil unprofessioneller Aufklärer in Deutschland in einer besorgniserregenden Mehrzahl vorhanden.

So klärt beispielsweise eine (laut eigenen Angaben) Reiseverkehrskauffrau über den pathologischen Narzissmus auf oder ein (laut eigenen Angaben) Autohändler über depressive Menschen. Wir möchten die Meinungsfreiheit jedes Einzelnen nicht angreifen, jedoch empfinden wir, dass ausschliesslich Fachpersonen über psychische Störungen/Krankheitsbilder öffentlich berichten dürften, um Stigmatisierungen entgegenwirken. Allgemein ist es bedenklich, wenn unqualifizierte Personen Beratungen in psychologischen Bereichen anbieten und eventuell Personen mit unentdeckten psychischen Erkrankungen "behandeln". Daher fordern wir ein Verkaufsverbot von "Coachings" ohne Ausbildung im Bereich "Psychologie". Zudem ist im Deutschland ein Gewerbe nötig, um Dienstleistungen wie Beratung/Coaching zu verkaufen. Demnach handelt es sich hier nicht nur um eine Meinungsfreiheit, sondern um steuerpflichtige Dienstleistungen. 

Durch die mangelnde Neutralität, sowie fehlender qualitativer Ausbildung werden Unwahrheiten über diese Krankheitsbilder, sowie falsche Tatsachen und ein fehlgeprägtes Bild der eigentlichen Symptomatik psychischer Störungsbilder an die Gesellschaft herangetragen. Dies kann für die Klienten von "laienhaften Aufklärern im Internet" als auch für Menschen, welche mit dieser Persönlichkeitsstörung leben müssen, gesundheitlich schädlich sein. Diese „Coachings“ versprechen Hilfe und Heilung für vermeintliche „Missbrauchsopfer“ von „persönlichkeits-gestörten“ Menschen oder allgemein psychisch erkrankten Menschen, welche jedoch durch fragliche Äußerungen (Hetze, wie zum Beispiel „Verteufelung“) geprägt ist. Diese Vorgehensweise ist kritisch einzustufen und trägt zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaft bei, auf welcher sich zwei Fronten bilden. Beispiel Themenfeld "Narzissmus": Selbsternannten „gesunden Empathen“ und den „bösen Menschen mit Persönlichkeitsstörung“ unterteilt.

Als weiterer Punkt trägt ein Psychologe / Psychiater eine Verantwortung für seinen Patienten, welche ein „psychologischer Berater“ keinesfalls umfassend gewährleisten kann, wenn im Zuge der Therapie oder des „Coachings“ psychische belastende Sachverhalte aufkommen, wie (weitere) Traumata, die nun beachtet und behandelt werden müssen. Durch die fehlende Kompetenz ist es dieser Personengruppe (Aufklärer toxischer Beziehungen) nicht möglich, Menschen mit einer PTBS (= Posttraumatische Belastungsstörung), womöglich resultierend aus einer „toxischen Beziehung“ (in vielen Fällen allerdings aus der geprägten Kindheit stammend) adäquat zu behandeln und Hilfestellung zu leisten. Gleichzeitig muss in Betracht gezogen werden, inwiefern "Coaches" gegen das Psychotherapeuten-Gesetz, Heilpraktiker-Gesetz, Psychologen-Gesetz , das Heilungsverfahren und dessen Richtlinien verstoßen. Hier finden keine Kontrollen seitens Behörden/Plattformen statt!

Beispiel : Ein Coach darf laut Gesetz keine psychisch erkrankten Menschen beraten. Wie möchte der Coach ohne jegliche Ausbildung den Klienten als psychisch gesund einstufen? Es liegt auf der Hand, dass viele Hilfesuchende selbst psychisch erkrankt sind. Schliesslich sprechen selbst Coachees auf diversen Plattformen, in Podcasts, in Videos und in Beiträgen darüber, wie ihre Klienten durch "toxische Beziehung mit einem psychisch ungesunden Menschen" seelisch erkranken und unbedingt eine Beratung brauchen. Kritisch wird es, wenn Coachees Aussagen treffen, Psychologen/Psychiater seien nicht dementsprechend ausgebildet oder seien selbst psychisch krank! Fachpersonen werden Qualifikationen abgesprochen, um Klienten zu verunsichern und einzukaufen. Es darf nicht sein, das man Fachpersonen ihre Kompetenzen abspricht! 


Auf diesem Wege werden Menschen mit Behinderungen durch laienhafte Aufklärungen in sozialen Medien (in diesem Fall psychiatrisch / psychisch erkrankte Menschen) stigmatisiert, diskriminiert und ihr Leid somit verstärkt. Auch ihre Angehörigen leiden unter diesen Folgen.


Laut §2 Absatz 1 SGB IX und des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) wird eine Behinderung wie folgt bezeichnet:

„Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Auf den anerkannten Grad der Behinderung kommt es dabei nicht an.“


Menschen mit psychosozialen Problemen und jene mit chronischen Krankheiten sind hierbei ebenfalls betroffen. Auch das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sollte mehr greifen, um Menschen mit Behinderung gegen Diskriminierung zu schützen.

Folgen sind gesellschaftlicher Ausschluss; Vorurteile in jeglichen Bereichen wie z. B. im Kollegium; auf dem Arbeitsmarkt; Verschlimmerungen des Krankheitsbildes; Abbruch von therapeutischen Maßnahmen; Vereinsamung und vieles mehr.


Oftmals haben es psychisch erkrankte Menschen durch Fake News im Social-Media-Bereich noch schwieriger, den Alltag zu meistern oder von der Gesellschaft akzeptiert zu werden.


Daher möchten wir, dass "Laien Aufklärer" ihre Informationen als solche kennzeichnen oder ihre Plattform einstellen, um Stigmatisierungen entgegenzuwirken. Wir möchten betonen, dass wir konstruktive Aufklärung für wichtig empfinden, jedoch sollten dementsprechende Kontrollen durchgeführt werden, ob wahrheitsgemäß aufgeklärt wird, ohne Verkäufe von Coachings. Wir haben beobachtet, dass vorallem in diesem Bereich Stigmatisierungen gegenüber psychiatrisch erkrankten Menschen stattfindet. Denn Aufklärung kann auch ohne Verkaufsangebote wie "Coachings" stattfinden! 


Wir möchten Betroffenen von psychiatrischen Erkrankungen und Angehörigen somit Gehör verschaffen, da sie ihre Informationen als eigene Erfahrung mit oder ohne Laien Informationen veröffentlichen, - selbstverständlich ebenso als solche gekennzeichnet! - um zu vermeiden, dass Informationen als absoluter, unanfechtbarer Fakt angenommen und gegen Menschen mit Behinderung verwendet werden können.

Eine Zusammenfassung unserer Forderungen:

1. Titel, akademische Grade, Amts- und Dienstbezeichnungen sowie Berufsbezeichnungen sollen, nach Einreichung der dementsprechenden Dokumente, von den sozialen Medien geprüft werden, um jene genannten Bezeichnungen verstärkt zu schützen,

2. Titel wie „Psychologischer Berater“, "Trainer" und „Coach“ sollen in Deutschland geschützt werden, damit diese Begriffe nicht länger missbräuchlich benutzt werden können, um Beratung ohne qualifizierte Ausbildung zu verkaufen oder um Zuhörern eine fachkompetente Ausbildung zu suggerieren,

3. Laien Aufklärer sollen ihre Informationen als „Laien Informationen“ kennzeichnen, damit medizinische Fakten nicht untermauert werden,

4. Betroffene von psychischen Krankheiten/Störungen, sollen ihre Informationen als eigene Erfahrung, weitere Informationen ebenso als Laien Informationen kennzeichnen,

5. Verkaufsverbot von unqualifizierten Beratungen/Coachings im psychiatrischen / psychischen Bereich. 

Daher fordern wir ein Gesetz, welches die genannten Probleme beseitigt und psychisch Erkrankte im Internet besser vor Stigmatisierungen/Diskriminierungen schützt!

Wir plädieren für ein Miteinander und gegenseitiges Verständnis und Mitgefühl auf beiden Seiten.