#gegencovid: Für mehr Solidarität mit Europa

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#gegencovid: Für mehr Solidarität mit Europa

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel,
sehr geehrter Herr Bundesgesundheitsminister Jens Spahn,
sehr geehrte Verantwortliche in den Ländern und Kommunen,

Wir müssen ein Zeichen für Europa setzen. 

Vielen europäischen Ländern geht es schlechter als uns in Deutschland: In Italien, Spanien und Frankreich gibt es nicht genügend freie Intensiv-Krankenbetten. In Italien gibt es bereits über 10.000 Tote, in Spanien über 7.000. Insbesondere die vom Robert-Koch-Institut deklarierten Coronavirus-Risikogebiete, wie beispielsweise Madrid, benötigen Hilfe. Dort kommt es häufig bereits zur “Triage” - man muss entscheiden, wer knappe medizinische Ressourcen bekommt. Menschen müssen sterben, damit Patienten mit höherer Heilungswahrscheinlichkeit behandelt werden können. Wir finden: Ein Mensch aus Spanien oder Italien sollte gleich viel wert sein wie ein Mensch in Deutschland. Wir müssen ein europäisches Zeichen setzen.

Deutschland hat derzeit ausreichend Kapazität, um andere Länder in Not stärker zu unterstützen.

Fast 14.000 Intensiv-Krankenbetten in Deutschland sind derzeit frei. Zum Vergleich: Italien hat insgesamt lediglich 5.000 Intensiv-Krankenbetten, die komplett ausgelastet sind. Am Freitag sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts, dass Bundesländer und Städte insgesamt 123 Corona-Intensivpatienten aufnehmen wollen. Das sind allerdings weniger als 1% der derzeit freien Kapazität. Wir finden, das ist zu wenig. Wir sind uns bewusst, dass Schutzkleidung auch in Deutschland Mangelware ist. Dennoch ist die Situation in den Krisengebieten weitaus schlimmer als in den größten Teilen Deutschlands. In Spanien schützen sich Ärztinnen und Ärzte z.B. mit Mülltüten. Dies ist mit ein Grund, weshalb sich bereits ca. 9.500 spanische Ärzte und Pflegekräfte infiziert haben. Nicht zuletzt haben wir hierzulande fast vierhunderttausend gut ausgebildete Ärztinnen und Ärzte, die teilweise auch im Ausland eingesetzt werden könnten. Intensiv-Krankenbetten, Schutzkleidung und Personal sollte nach Dringlichkeit verteilt werden.

Wenn wir jetzt den Ländern in Not helfen, können wir uns bald auf deren Hilfe verlassen.

Uns ist bewusst, dass sich die Lage in Deutschland schnell drastisch verschlimmern könnte. Dennoch ist klar, dass dies derzeit noch nicht der Fall ist. Wir haben ausreichend Puffer, um Menschen in europäischen Risikogebieten vor dem Tod zu bewahren. Deutschland sollte hier als Vorbild voranschreiten. Wir werden anderen Ländern dankbar sein, wenn diese in einer solchen Situation genauso solidarisch mit uns handeln. 

Wir fordern drei Dinge:

1. Die verstärkte Bereitstellung von derzeit ungenutzten Intensiv-Krankenbetten in deutschen Krankenhäusern für Patienten aus ausländischen Risikogebieten

2. Die Lieferung von Schutzkleidung und Desinfektionsmittel in Risikogebiete

3. Anreize für Ärztinnen bzw. Ärzte, die freiwillig ausländische Risikogebiete unterstützen und momentan nicht in Deutschland gebraucht werden

Wir dürfen nicht riskieren, dass Corona Europa spaltet. Wir müssen zusammenhalten. Wir brauchen europäische Solidarität!

Handeln Sie jetzt, Frau Merkel!