Jahrzehnte alter Wiesenbereich soll in Neuenkirchen-Vörden für immer zerstört werden

Jahrzehnte alter Wiesenbereich soll in Neuenkirchen-Vörden für immer zerstört werden

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Über Jahrzehnte gewachsener Wiesenbereich soll für Zuwachstraße eines Baugebietes (südlich Erlenweg) in der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden (Landkreis Vechta) für immer zerstört werden.

Aus Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege ist der Änderungsbereich als sehr kritisch einzustufen. Pro Natura Landkreis Vechta e.V. bittet aus folgenden Genannten Gründen um Ihre Unterstützung für diese Petition.

Mit der Ausweisung eines Baugebietes an dieser Stelle wäre das ökologische Gleichgewicht in diesem Bereich mehr als bedroht. Bei dem im Plan abgebildeten „Dreieck“

Link zum Plan

handelt es sich um einen wertvollen mindestens 60 Jahre alten Wiesenbereich, den es im Landkreis Vechta nur noch an wenigen Stellen gibt. Derartige Wiesenbereiche sollten unbedingt erhalten und so bewirtschaftet werden, dass sie langfristig ihre Funktion erfüllen. In besagtem Bereich haben wildlebende Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause, zudem biete der angrenzende Waldbereich Schutz einen weiteren Schutz.

Oberstes Ziel ist es daher, diese Fläche unbedingt zu erhalten.

Bevor derartige Flächen für Zufahrten, pp. überplant werden, muss nachgewiesen werden, dass eine zwingende Notwendigkeit besteht, diese Fläche in Anspruch zu nehmen und dass keine anderen, nicht geschützten Bereiche bauleitplanerisch für gewerbliche Zwecke zur Verfügung stehen.

Daher sollte auf eine Ausweisung als Zufahrtsbereich südlicher Erlenweg aus naturschutzfachlicher Sicht verzichtet werden, da hier u. a. Wiesenbereich mit vorgelagerten und nachgelagerten Biotope wie ein Waldstück, Baumreihen und Wallhecken die Landschaft prägen.
Es ist aus Sicht des Naturschutzes unumgänglich, die o. a. Fläche nochmals näher zu untersuchen und negative Auswirkungen auf die angrenzenden Bereiche zu überprüfen.

Im Übrigen weist die Stellungnahme aus naturschutzfachlichen und artenschutzrechtlichen Aspekten (Spezielle Artenschutzrechtliche Prüfung, FFH- Verträglichkeitsprüfung, Biotopkartierung mit Bestandsplan) doch erhebliche Mängel auf.
Es fehlen weitere aussagekräftige Kartierungen zu den hier vorkommenden Fledermausarten, die gerade im besagten Bereich an verschiedenen Stellen verstärkt nachgewiesen wurden. Das Vorkommen von Wochenstuben muss strikt überprüft und explizit festgestellt werden.
Ferner stellen der Wiesenbereich mit seinen Baumreihen und Wallhecken und das weiter westlich liegende Waldstück für die Fledermäuse Biotope dar.

Die Fläche, die als Zufahrt für die zukünftige Errichtung eines Neubaugebietes angedacht ist, stellt ein erhebliches Nahrungsbiotop für die hier vorkommenden Fledermausarten wie Braunes Langohr, Breitflügel-und Zwergfledermaus dar.

Überprüfungen der Fläche mittels eine Wärmebildkamera hat ergeben, dass die Fledermäuse gerade diese Fläche zur Nahrungssuche/Nahrungsaufnahme ständig beflogen.

Im letzten Jahr konnten im Umfeld an der überplanten Fläche Hirschkäfer beobachtet werden. Ebenfalls kann ein Vorkommen des Eremitenkäfers im näheren Umfeld nicht ausgeschlossen werden.

Hinsichtlich der Kartierung der dort vorkommenden Vogelarten gibt es nur spärliche Angaben, die ebenfalls nochmals überprüft werden sollten. Aussagen zum Vorkommen des Stares sind absolut falsch und bedürfen einer erneuten Überprüfung.

Des Weiteren ist der Wiesenbereich seit Jahrzehnten ein Biotop des Steinkauzes.
Diese Eulenart ernährt sich überwiegend von Kleinsäugern und Insekten und hat sich gerade deswegen diese Flächen als Biotop ausgesucht. Mehrfacher Brutnachweis ist vorhanden. Auf bzw. an der Flächen halten sich nach Untersuchungen mit Klangatrappen und Wärmebildkamera mindestens 1-2 Brutpaare auf.

Umso erschreckender war es, als bei einer Untersuchung der Fläche in diesem Frühjahr festgestellt werden musste, dass die Baumreihen im besagten Bereich alle aufgeastet worden waren. Eine Brutröhre des Steinkauzes war ebenfalls abgehängt und zerstört worden. In Anbetracht dieser Tatsachen kann gemutmaßt werden, dass das Steinkauzvorkommen wohl bekannt war, aber diese Art irgendwie von dort „vertrieben“ werden sollte. Anders sind derartige Maßnahmen nicht zu erklären.

Auf Grund der Tatsache, dass der Flächennutzungsplan Südlich Erlenweg zu Gunsten einer Zufahrt für ein Neubaugebiet geändert werden soll, stellt Pro Natura Landkreis Vechta e. V. in diesem Zusammenhang den Antrag, ein hydrogeologisches Gutachten, welches für den Wiesenbereich und dem angrenzenden Waldstück und den die Wiesenfläche querenden Gewässerlauf zu erstellen.

Nach Auffassung von Pro Natura Landkreis Vechta e. V. wird bei einer Bebauung der o. a. Fläche garantiert der Wasserhaushalt dort negativ beeinflusst. Der Grundwasserspiegel wird garantiert abgesenkt werden müssen.

Auch fehlen sämtliche Angaben hinsichtlich des Immissionsschutzes, ausgehend von dem neuen Baugebiet. Wie wirken sich diese auf den Wiesenbereich und das Waldstück mit all ihren Tieren und Pflanzen aus?

Außer Frage steht in diesem Fall, dass im überplanten Bereich FFH-Arten vorkommen und durch eine Bebauung stark betroffen werden.
Auf Grund all dieser umweltrelevanten Faktoren hält es Pro Natura Landkreis Vechta e. V. für mehr als geboten, eine Umweltverträglichkeitsprüfung nach dem UVPG für die o. a. Flächenplannutzungsänderung durchzuführen.
Ebenfalls hält es Pro Natura Landkreis Vechta für mehr als geboten, ein Stickstoffgutachten für den o. a. Bereich und dessen Umfeld erstellen zu lassen. Welche Stickstoffemmissionen und Eintrag von Stickstoffverbindungen über die Luft gelangen in den Wiesenbereich?

Neueste Erkenntnisse haben ergeben, dass insgesamt keine großen Emissionsmengen aus dem Plangebiet notwendig sind, um die Gefahr des Überschreitens des Abschneidekriteriums von 0,3 kg N/(ha*a) an Zusatzbelastung befürchten zu lassen.

Dies hätte eine gesonderte FFH-Verträglichkeitsprüfung zur Folge, die bereits jetzt notwendig erscheint, aber mit Sicherheit verpflichtend wird, wenn, wie in der Zielvorstellung der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden vorgesehen, weitere Baugebiete im Bereich des Erlenweges zukünftig entstehen sollen. Mit großer Sicherheit lässt sich vorhersagen, dass weitere Baugebiete im Bereich dieses einmaligen Wiesenkomplexes mit den darin vorkommenden FFH-Arten allein wegen der Stickstoff-Belastungen nicht kompatibel sind.

Hinsichtlich der Zufahrt in das neue Baugebiet würde Pro Natura folgenden Vorschlag unterbreiten:

>>> momentaner Zustand <<<

>>> Alternative <<<

Der Privatweg wird zur Vorfahrtsstraße und der Erlenweg zur einmündenden Straße. So kann vom Dorf her kommend problemlos auf den Erlenweg abgebogen werden und eine gerade auf den Bahndamm führende Straße ist zudem sicherer.

Bitte unterstützen Sie unsere Petition mit Ihrer Unterschrift.

Vielen Dank!