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An die Härtefallkommission Ba-Wü: Ein Selbstmordversuch ist genug

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In seiner gambianischen Heimat war Saidy seines Lebens nicht mehr sicher. Nach jahrelanger Flucht durch verschiedene afrikanische Staaten und der lebensgefährlichen Bootsfahrt über das Mittelmeer schaffte er es nach Italien, wo er schwerverletzt aus dem Boot stieg. Die Verletzung war nicht zu übersehen, der linke Unterarm war offen, blutüberströmt. Saidy bat um medizinische Versorgung, bekam aber keine. Dass es die folgenden vier Jahre dabei bleiben würde, sollte man kaum für möglich halten.Obwohl Saidy in Italien Arbeit fand und in die Krankenversichereung einzahlte, wurde ihm die medizinische Versorgung nicht zuteil. Nicht einmal Schmerzmittel bekam er. Zudem sah er sich massiven, rassistischen Anfeindungen ausgesetzt, wurde am Arbeitsplatz als "Scheißneger" beschimpft. Jede Bemühung, solche Vorfalle bei der Diskriminierungsbeauftragten anzuzeigen, wurde abgewehrt. Auch in der Flüchtlingsunterkunft wurde er von den Sicherheitsleuten bedroht und an der Ausübung seiner Religion gehindert. Es war die Hölle. Wen wundert es also, dass Saidy nach vier Jahren ein Flugticket kauft und sich in ein Flugzeug setzt? Er landet in Berlin, wo er bei der italienischen Botschaft vorspricht. Auch hier bittet er darum, endlich eine medizinische Versorgung zu bekommen. Da seine Seele von den körperlichen Schmerzen (Elle und Speiche waren verkehrt herum angewachsen) so zerfressen war, sagte er, er bringe sich um, wenn er auch hier keine Hilfe bekäme. Man nahm die Drohung nicht ernst und trug ihn vor die Tür. Am 30.08.2011 setzte Saidy sich auf eine stark befahrene Straße um sein Leben zu beenden.

Ein deutscher Polizeibeamter nahm sich seiner an. Nur mit einem Asylantrag - den Saidy ja eigentlich gar nicht stellen wollte - konnte man eine medizin. Versorgung bei uns gewährleisten. Er wurde operiert und lebt heute schmerzfrei!

Obwohl er als Geduldeter nie Zugang zu einem Integrationskurs bekam, lernte er sehr gut Deutsch. Sobald er kurzzeitig einmal eine Genehmigung bekam, arbeitete er in verschiedenen Firmen zur vollsten Zufriedenheit seiner Arbeitgeber, schaffte sich ein soziales Umfeld, fand selbstständig eine Wohnung  und beschloss eine Ausbildung in der Altenpflege zu machen. Dann das: Abschiebung! Zurück nach Italien! Schon bei dem Gedanken an eine Rückkehr nach Italien wird Saidy krank. Keinen Fuß wird er mehr in dieses Land setzen, das ihn so im Stich gelassen hat.

Seit fünf Jahren nun ist Saidy bei uns geduldet. Geduldig sieht er zu, wie andere, die mit ihm im Container wohnten, hier arbeiten dürfen. Sie verkaufen Drogen, werden von der Polizei geschnappt und trotzdem dürfen sie bleiben. Er aber, der sich nicht zu Schulden hat kommen lassen, soll nun abgeschoben werden. Er kann nicht zurück. Nach fünf Jahren, in denen er sich mühsam wieder eine Perspektive aufgebaut hat, ist man kurz davor ihm den Boden unter den Füßen wegzuziehen.

Wir sind der Meinung, dass man die seelische Gesundheit von Ebrima Saidy nicht länger auf's Spiel setzen darf! Saidy hat längst bewiesen, dass er ein wichtiges Glied unserer Gesellschaft werden kann. Hier in Deutschland hat er endlich überlebenswichtige Zuwendung bekommen. Hier in Deutschland hat er Wurzeln geschlagen. Hier in Deutschland kann er schon ab September als Altenpfleger arbeiten - wenn die Härtefallkommission die richtige Entscheidung trifft!



Heute: Sabine verlässt sich auf Sie

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