Petition Closed

Die Gruppenvergewaltigung einer 23-jährigen Studentin in einem fahrenden Bus in der Nacht zum 16. Dezember mitten in der Innenstadt von Delhi hat weltweit Wut, Empörung und Erschütterung ausgelöst.

Das indische Büro für Kriminalitätsstatistik listet 572 Vergewaltigungen in Delhi in 2011. 2012 wurden bis zum 15. Dezember 635 Vergewaltigungen angezeigt. Doch Vergewaltigung ist kein Thema, welches Delhi allein betrifft. In den vergangenen Monaten wurden steigende Zahlen von Gewaltverbrechen gegen Frauen aus jeder Region des Landes gemeldet.

Jedes Mal, wenn eine Vergewaltigung zur Anzeige kommt, reagiert die Zivilgesellschaft mit einem zornigen Aufschrei. Jedes Mal verklingt dieser ungehört bis zum nächsten Mal. Die Frage, die wir uns stellen müssen ist: Wann ist genug?

Wann sagen wir gemeinsam und in einer Stimme: Genug.

Viele Lösungsvorschläge wurden nach dem schrecklichen Ereignis vom 16. Dezember oder in der Vergangenheit geäußert. Zum Beispiel:

1. Einrichten von Schnellgerichten (wie kürzlich in Rajasthan), welche Gerichtsverhandlungen beschleunigen

2. Anwendung der Höchststrafe (exemplarisch, Generalprävention)

3. Unmittelbare Aufklärung aller noch nicht abgeschlossenen Verbrechen gegen Frauen.

4. Sofortiges Antisexismustrainings und Sensibilisierung der Polizei für Verbrechen gegen Frauen einschließlich häuslicher Gewalt, Belästigung und sexuellen Mißbrauchs.

5. Sofortige Verabschiedung von Gesetzesentwürfen, welche Frauen besser schützen, einschließlich des Entwurfs zum Schutz von Frauen gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und die Novelle des Strafgesetzes, beide aus dem Jahr 2012.

6. Beratungen mit dem Ministerium für Bildung, um zu erarbeiten, wie Jungen bereits in der Schule für das Thema sensibilisiert werden können.

7. Landesweite offene Beratungen mit der Zivilbevölkerung und anderen Interessengruppen darüber, wie der wachsenden Frauenfeindlichkeit und Verbrechen gegen Frauen Einhalt geboten werden können.

Obwohl so viele Frauen einflussreiche Positionen in der Politik besetzen, hat eine Studie von Trustlaw herausgefunden, dass Indien eines der lebensfeindlichsten Länder der Welt für Frauen ist. In einer Zeit, in der Frauen ihre Rechte stärker denn je einfordern und ihre Unabhängigkeit erklären, werden die zunehmenden Gewaltverbrechen von den Tätern immer noch ohne Angst vor Bestrafung verübt.

Wir haben die Hoffnung, dass die indische Regierung und indische Gerichte die Eskalation von frauenfeindlicher Gewalt anerkennen und die oben genannten Maßnahmen umsetzen.

Mangelnde Geschlechtergerechtigkeit, mangelnder Respekt vor dem Gesetz, der Polizei und juristische Apathie, Versagen der Staatsführung und schrumpfende Räume des öffentlichen Lebens sind Grund für ernste Bedenken - nicht bloß für Frauen, sondern für jeden Bürger Indiens.

Letter to
Präsident des höchsten Gerichts, Indien Präsident des höchsten Gerichts, Indien
Indischer Präsident Pranab Mukherjee
Die Gruppenvergewaltigung einer 23-jährigen Studentin in einem fahrenden Bus in der Nacht zum 16. Dezember mitten in der Innenstadt von Delhi hat weltweit Wut, Empörung und Erschütterung ausgelöst.

Das indische Büro für Kriminalitätsstatistik listet 572 Vergewaltigungen in Delhi in 2011. 2012 wurden bis zum 15. Dezember 635 Vergewaltigungen angezeigt. Doch Vergewaltigung ist kein Thema, welches Delhi allein betrifft. In den vergangenen Monaten wurden steigende Zahlen von Gewaltverbrechen gegen Frauen aus jeder Region des Landes gemeldet.

Jedes Mal, wenn eine Vergewaltigung zur Anzeige kommt, reagiert die Zivilgesellschaft mit einem zornigen Aufschrei. Jedes Mal verklingt dieser ungehört bis zum nächsten Mal. Die Frage, die wir uns stellen müssen ist: Wann ist genug?

Wann sagen wir gemeinsam und in einer Stimme: Genug.

Viele Lösungsvorschläge wurden nach dem schrecklichen Ereignis vom 16. Dezember oder in der Vergangenheit geäußert. Zum Beispiel:

1. Einrichten von Schnellgerichten (wie kürzlich in Rajasthan), welche Gerichtsverhandlungen beschleunigen.
2. Anwendung von exemplarischen Höchststrafen.
3. Unmittelbare Aufklärung aller noch nicht abgeschlossenen Verbrechen gegen Frauen.
4. Sofortiges Antisexismustrainings und Sensibilisierung der Polizei für Verbrechen gegen Frauen einschließlich häuslicher Gewalt, Belästigung und sexuellen Mißbrauchs.
5. Sofortige Verabschiedung von Gesetzesentwürfen, welche Frauen besser schützen, einschließlich des Entwurfs zum Schutz von Frauen gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und die Novelle des Strafgesetzes, beide aus dem Jahr 2012.
6. Beratungen mit dem Ministerium für Bildung, um zu erarbeiten, wie Jungen bereits in der Schule für das Thema sensibilisiert werden können.
7. Landesweite offene Beratungen mit der Zivilbevölkerung und anderen Interessengruppen darüber, wie der wachsenden Frauenfeindlichkeit und Verbrechen gegen Frauen Einhalt geboten werden können.

Obwohl so viele Frauen einflussreiche Positionen in der Politik besetzen, hat eine Studie von Trustlaw herausgefunden, dass Indien eines der lebensfeindlichsten Länder der Welt für Frauen ist. In einer Zeit, in der Frauen ihre Rechte stärker denn je einfordern und ihre Unabhängigkeit erklären, werden die zunehmenden Gewaltverbrechen von den Tätern immer noch ohne Angst vor Bestrafung verübt.

Wir haben die Hoffnung, dass die indische Regierung und indische Gerichte die Eskalation von frauenfeindlicher Gewalt anerkennen und die oben genannten Maßnahmen umsetzen.

Mangelnde Geschlechtergerechtigkeit, mangelnder Respekt vor dem Gesetz, der Polizei und juristische Apathie, Versagen der Staatsführung und schrumpfende Räume des öffentlichen Lebens sind Grund für ernste Bedenken - nicht bloß für Frauen, sondern für jeden Bürger Indiens.