Wohnungslosigkeit bekämpfen! Von Finnland lernen: Housing First Deutschland weit einführen

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 100.
Bei 100 Unterschriften wird die Petition mit höherer Wahrscheinlichkeit in den Empfehlungen gelistet!

Housing First ist die Maßnahme, Menschen bedingungslos eine eigene Wohnung mit Mietvertrag zur Verfügung zu stellen und erst im Anschluss alle anderen Probleme wie Schulden oder Sucht anzugehen. Die Miete wird dabei von Ämtern übernommen. Natürlich werden die Bewohner*innen dort betreut, aber alle Therapien von psychischen Erkrankungen oder Sucht sind freiwillig – der oder die Bewohner*in darf ohne Vorgaben bleiben. 

Das unterscheidet Housing First vom sonst in Deutschland etablierten Stufensystem, wo die Menschen in betreuten Einrichtungen oder anderen Sonderwohnformen erst bestimmte Auflagen erfüllen müssen, um sich so nach und nach eine eigene Wohnung „zu verdienen“

Housing First kommt ursprünglich aus der USA und wird jetzt vermehrt auch in Europa angewendet. In Finnland konnte die Straßenobdachlosigkeit dadurch nahezu komplett bekämpft werden! Dass dieses Konzept Sinn macht, ist leicht zu erkennen. Wenn man zum Beispiel auf der Straße ein Suchtproblem entwickelt hat, aber erst seine Sucht bekämpfen muss, um eine Unterbringung zu bekommen, bleibt man auf der Straße - und die Sucht bleibt aufgrund der schwierigen Situation ebenfalls bestehen. Das wichtigste für die Menschen ist es, erstmal einen Schutzraum zu haben, um alle weiteren Aufgaben in Ruhe bewältigen zu können. 

Finnland hat das Programm daher flächendeckend angewendet. In Deutschland gibt es nur vereinzelte gemeinnützige Organisationen, die “Housing First” anbieten, z.B. die „Neue Chance Berlin“. Die Umsetzung dieses Konzeptes wird in anderen Städten wie Bremen oder Düsseldorf ebenfalls erfolgreich angewendet. Ein positiv Beispiel hier wäre Karlsruhe. Hier wurden in einem Städtebaukonzept finanzieller Anreiz für Vermieter*innen geschaffen, Wohnungen für Housing First Projekte bereitzustellen. Doch im Kontrast zu Finnland und trotz positiver Beispiele in Deutschland gibt es keine Umsetzung auf Bundesebene. Außerdem sind die Housing First Programme nur testweise installiert und die Unterstützung mit Geld wird immer nur für bestimmte Zeitabschnitte gewährleistet. Aber ein Konzept wie “Housing First” lässt sich nur mit Geld und Engagement auf Bundesebene realisieren. Wir fordern, dass sich Deutschland hier ein Beispiel an Finnland nimmt und die bestehenden Organisationen mit diesem Konzept langfristig unterstützt. Für Vermieter*innen müssen finanzielle Anreize geschaffen werden, ihre Wohnungen für solche sozialen Maßnahmen freizuhalten, wie es zum Beispiel in Karlsruhe der Fall ist.

Die dramatisch steigende Zahl von Wohnungs/Obdachlosigkeit sollte Anlass genug sein, zu allen möglichen Mitteln zu greifen, das Problem einzudämmen. Gerade in Zeiten der Covid-19 Pandemie ist diese Gruppe von Menschen besonders betroffen, da sie keine Isolation in einer eigenen Wohnung einhalten können. Es wird offensichtlich: Ein eigener Schutzraum in Form einer Wohnung ist für den Menschen essentiell. Bei der steigenden Tendenz nähern wir uns allerdings  der 1 Millionen Marke von Menschen ohne festen Mietvertrag. Die Gründe hierbei sind komplex. Es gibt in verschiedenen Bereichen Lücken im Sozialstaat Deutschland. Daher braucht es ein komplettes Programm zur Bekämpfung dieses Missstandes. Diese Petition stellt einen Unterpunkt eines solchen Programms dar. Die weiteren Punkte samt dazugehörigen Petitionen finden Sie hier:

https://jtw-spandau.de/wohnungslosigkeit-bekämpfen


Wir würden uns freuen wenn Sie diesen Punkt, aber auch die weiteren Punkte des Programms mit Ihrer Stimme unterstützen würden!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 100.
Bei 100 Unterschriften wird die Petition mit höherer Wahrscheinlichkeit in den Empfehlungen gelistet!