Verbessern Sie die Bedingungen für Menschen mit Schwerbehinderung auf dem 1. Arbeitsmarkt

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 1.000.


An den Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, den Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil und den Behindertenbeauftragten Jürgen Dusel: Bitte treten Sie für bessere Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung auf dem 1. Arbeitsmarkt ein

Viele Menschen mit sogenannten „Behinderungen“ möchten gerne am Leben in der Gesellschaft in vollem Umfang teilhaben. Dazu gehören alle Bereiche, so auch die Teilhabe am Arbeitsleben. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass noch relativ viele Menschen dieses Personenkreises von diesem Recht ausgeschlossen werden. Alternativen sind Hartz lV, Grundsicherung, EU-Rente oder Verwandte, die den Lebensunterhalt mit bestreiten.

Diese Lebensweisen schränken einen Menschen in der Selbstbestimmung sehr ein. Viele Freizeitaktivitäten kosten Geld. Blinde Menschen sind leider eine der wenigen Personengruppen mit Beeinträchtigung, die ein höheres Teilhabegeld erhalten. Dieses finde ich gerechtfertigt, denn auch die technischen Hilfsmittel kosten sehr viel (z. B. Apple-Produkte). Auch in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung erhält man keine angemessene Vergütung. Dieses Einkommen mit Taschengeldcharakter reicht nicht aus, um einen eigenständigen Lebensunterhalt sicherzustellen. Es bedingt den Ausschluss von Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dies stellt eine Diskriminierung dar. Durch das niedrige Einkommen ist ein selbstbestimmtes Leben nicht gewährleistet. Außerdem schließen sie Menschen von der Inklusion aus. Diese Ungerechtigkeit bedarf dringend der Abhilfe durch die politischen Entscheidungsträger. Positiv sind dabei jedoch die Außenarbeitsplätze und das Budget für Arbeit zu erwähnen, wenn sie das Ziel verfolgen, in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse einzumünden und damit wirkliche Teilhabe - auch am Arbeitsleben - zu ermöglichen.

Leider ist es für viele von uns Menschen mit Handicap häufig nicht möglich, einen Beruf ohne Hilfsmittel auszuüben. Die Arbeitsagentur oder die Rentenkasse (bei Personen, die bereits seit 15 Jahren und länger berufstätig sind) genehmigt in der Regel diese Hilfsmittel. Doch dabei gibt es viele Hürden. Bis es zur Genehmigung kommt, kann es zu einem sehr langen Prozedere kommen, dass sich eventuell über ein halbes Jahr hinzieht. So durfte ich es beim Antritt meiner ersten Stelle erleben. Um gute Arbeit leisten zu können, wäre es sehr wichtig, die Hilfsmittel früher zu genehmigen und die bürokratischen Wege abzukürzen. Nach § 49 Abs. 8 Nr. 5 SGB lX sollen die für die Ausübung des Berufes notwendigen technischen Hilfsmittel genehmigt werden. Häufig wird auch eine Arbeitsassistenz benötigt, die einen Menschen mit Beeinträchtigung bei der auszuübenden Tätigkeit unterstützt (z. B. die Wahrnehmung von Außenterminen). Hilfsmittel und Arbeitsassistenz sind auch wichtig, um ein gutes Miteinander mit den Kollegen zu ermöglichen. Die Gesetzesgrundlage für die Assistenz ist § 49 Abs. 8 Nr. 3 SGB lX.

Weiterhin wäre es für die Steigerung der Arbeitsfähigkeit sehr wichtig, wenn die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter den sogenannten „Langzeitarbeitslosen“, die eine sogenannte Behinderung aufweisen, passgenaue und berufsbezogene Schulungen genehmigen würde, da durch die lange Arbeitslosigkeit die Arbeitsroutine wieder eingeübt werden muss. Dies beeinträchtigt das Selbstvertrauen.

Leider sind heute viele Stellen befristet, sodass eine nachhaltige und dauerhafte Teilhabe nicht sicher ist. Unbefristete Stellen würden - auch den Personen mit Beeinträchtigung - eine Planungssicherheit geben.

Viele Menschen mit Behinderung sind genau wie auch die anderen Menschen ohne Handicap hoch motiviert, am Arbeitsleben ihren Platz zu finden. Sie bringen sich mit all ihrem Engagement und Fleiß bei der Arbeit mit ein.

Mein Name ist Gabriele Ostholt und ich habe eine Sehbeeinträchtigung. Auch hinter mir liegt eine sehr lange Zeit der Arbeitslosigkeit. Währenddessen war es nicht immer einfach, doch ich habe nicht aufgegeben, sondern mich ständig aufs Neue beworben und einige Kurse zur Weiterbildung absolviert, zum Beispiel Fremdsprachen. Allerdings wurden nur wenige Maßnahmen von einem Reha-Träger bezahlt. Nun bin ich sehr froh, eine gute Arbeitsstelle gefunden zu haben und merke, die ganze Mühe hat sich gelohnt.

Daher bitte ich Sie, Herrn Detlef Scheele, Herrn Hubertus Heil und Herrn Jürgen Dusel, bitte setzen Sie sich verstärkt dafür ein, dass mehr Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, auch für Menschen mit Handicap, angeboten werden und dass sich dabei sichere und nachhaltige Teilhabe am Arbeitsleben ergeben. Ein Arbeitsplatz in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung stellt für mich keine Alternative dar, da es sich um besondere (exklusive und keine inklusive) Arbeitsplätze handelt, die nicht entsprechend entlohnt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Ostholt



Heute: Gabriele verlässt sich auf Sie

Gabriele Ostholt benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Hubertus Heil und den Behindertenbeauftragten Jürgen Dusel: : Verbessern Sie die Bedingungen für Menschen mit Schwerbehinderung auf dem 1. Arbeitsmarkt”. Jetzt machen Sie Gabriele und 829 Unterstützer/innen mit.