Ungleichbehandlung von Adoptionen und künstlicher Befruchtung beenden

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 100.


In der aktuellen Rechtslage können die oft erheblichen Kosten für Adoptionen nicht steuermindernd geltend gemacht werden, hingegen sämtliche oder zumindest viele Verfahren der künstlichen Befruchtung schon. Letztere werden als sog. außergewöhnliche Belastung anerkannt.

Das Steuerrecht schreibt als zwingende Voraussetzung für außergewöhnliche Belastungen u.a. vor, dass diese "zwangsläufig" entstehen müssen. Die Zwangsläufigkeit leitet sich in diesem Zusammenhang rein formal aus der derzeit gültigen Rechtslage ab, ob eine Krankenkasse die Kosten teilweise oder vollständig  übernimmt.Durch die Kostenübernahme wird die künstliche Befruchtung zur Heilbehandlung und damit wird sie formal im Sinne des Steuerrechts als "zwangsläufig" eingestuft. Tatsächlich hat jedoch weder eine Adoption noch irgendein Verfahren zur künstlichen Befruchtung einen kurativen Charakter, heilt also nicht.

Damit ist weder eine Adoption noch eine künstliche Befruchtung in der Lebenswirklichkeit zwangsläufig, sondern immer eine bewusste, freiwillige Entscheidung der Menschen, die Eltern werden wollen.

Wenn es unserer Gesellschaft ein Anliegen ist, Familien und Nachwuchs zu fördern und Kosten hierfür auf die Allgemeinheit zumindest teilweise umlegen will, dann sollte eine steuer- und sozialversicherungsrechtliche Gleichbehandlung zwischen Adoptionen und Verfahren künstlicher Befruchtung stattfinden. Sollte unsere Gesellschaft jedoch der Meinung sein, dass es sich hier um individuelle Entscheidungen Einzelner handelt, an der sich die Allgemeinheit nicht zu beteiligen hat, dann sollten diese Kosten weder über die Krankenversicherung, noch über die steuerliche Abzugsfähigkeit der Solidargemeinschaft aufgebürdet werden. Auf diesem Wege kann auch eine Gleichbehandlung erreicht werden.

Wenn überhaupt eines der beiden Verfahren den Vorzug erhalten sollte, dann die Adoption, ermöglicht sie doch bereits existierenden Kindern im in- und Ausland in oft unmenschlichen Situationen eine Lebensperspektive, wohingegen bei bestimmten Verfahren der künstlichen Befruchtung erst die ethisch sehr umstrittene Situation der "übrigen" befruchteten Eizellen entsteht, die entweder vernichtet oder (eines Tages) der Forschung zugänglich gemacht werden. Gerade aufgrund der sehr differenziert-kritischen Haltung des Bundestages zu dieser Thematik überrascht es umso mehr, dass in der derzeitigen Rechtslage die Solidargemeinschaft über Krankenversicherung und Steuern an den Kosten für diese Verfahren beteiligt wird, ob sie will oder nicht.



Heute: Nico verlässt sich auf Sie

Nico Brandl benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Hubert Hüppe: Ungleichbehandlung von Adoptionen und künstlicher Befruchtung beenden”. Jetzt machen Sie Nico und 27 Unterstützer/innen mit.