Holen Sie Familie Adleh aus Kroatien zurück nach Deutschland!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 1.000.


Bitte helfen Sie uns die syrische Familie Adleh von Kroatien nach Deutschland zurückzuholen! Die Familie, die seit Januar 2016 in Deutschland lebte, wurde Ende Februar in den frühen Morgenstuden aus ihrem Haus von der Polizei abgeholt und abgeschoben.

Die Familie lebte seit Januar 2016 in Fischbach-Camphausen, Saarland. Sie hat sich sofort gut integriert und war von Anfang an sehr offen für die deutsche Gesellschaft. Sie hat sich bei Festen in der Gemeinde engagiert und dadurch sofort Anschluss sowie viele Freunde gefunden.

Die Söhne haben dafür gekämpft, dass sie Deutschkurse besuchen konnten, obwohl sie nicht an den Prüfungen teilnehmen durften, weil sie nur eine Duldung hatten. Dennoch hatten sie den Ehrgeiz die deutsche Sprache zu lernen, um in Deutschland Fuß zu fassen und einen Beitrag zur deutschen Gesellschaft zu leisten. Ein Sohn brachte sich sogar selbst Deutsch zu Hause bei und hat innerhalb eines Jahres B2-Niveau erreicht. Die Söhne bewarben sich für Ausbildungen, Praktika und Jobs. Auf Grund ihrer Duldung erhielten sie von der Ausländerbehörde immer nur Absagen, obwohl die Arbeitgeber sie sehr gerne beschäftigt hätten. Auch die Eltern, der Vater Journalist, die Mutter Buchhalterin, hätten sehr gerne besser Deutsch gelernt, um sich mit ihren deutschen Freunden besser verständigen und arbeiten zu können. Ein Sohn hat durch sein Gesangstalent bereits 13 Konzerte mit der deutsch-syrischen Gruppe "Schams" gegeben. 
Die Zukunft der Familie liegt in Deutschland und nicht in Kroatien. Die Familie ist ein sehr wertvoller Beitrag für die deutsche Gesellschaft und das Paradebeispiel einer gelungenen Integration.

In Kroatien, einem Land, das Geflüchtete nicht so versorgen kann, wie es sollte, lebt die Famlilie nun. Sie wurde in dem Hotel "Porin" in Zagreb untergebracht, in dem erschreckende Zustände herrschen. Es ist dreckig, vergilbte Matratzen und Müll liegen auf den Fluren herum und von Hygiene wagt man hier nur vorsichtig zu sprechen. Der Gesamtzustand ist inakzeptabel, Menschen können hier nicht leben.
Die Familie Adleh wohnt gemeinsam in einem Hotelzimmer, die Söhne schlafen auf Matratzen auf dem Boden. Des Öfteren wurde die Familie Zeuge von Diebstählen und dem Dealen mit Drogen. Zuletzt ereignete sich ein Vorfall, der auf die nicht vorhandene Sicherheit in der Unterkunft erheblich aufmerksam macht: Tagsüber wurde ein junger Mann von einem anderen Mann in einem Zimmer festgehalten und beinahe vergewaltigt. Durch seine lauten Schreie konnte er auf sich aufmerksam machen. Die Familie fühlt sich hier sehr unwohl und nicht geschützt. Die meiste Zeit müssen sie auf ihrem Zimmer bleiben, um sich den lauernden Gefahren nicht auszusetzen.

Darüber hinaus gibt es nur eine ungenügende medizinische Versorgung. Einmal am Tag kommt eine Krankenschwester für eine Stunde in das Hotel und verschreibt vornehmlich das stark abhängig machende Medikament "Tramadol", welches viele Nebenwirkungen hat. Anstatt die Menschen gründlich zu untersuchen, wird versucht sie mit diesem Mittel still zu stellen. Auch der Mutter der Familie wollte die Krankenschwester dieses Medikament verschreiben. Bei ihren Symptomen wie geröteten Augen, keinem Geschmacks- und Geruchsempfinden, Flecken auf der Haut, Asthma sowie Gelenkschmerzen ist dieses Medikament jedoch völlig unangebracht. Zudem hätte die Mutter im März in Deutschland, auf Grund ihrer seit Monaten anhaltenden Symptome, einen Termin zum Röntgen ihres Kopfes gehabt. Dieser wichtige Termin musste auf Grund der Abschiebung entfallen. Der Zustand der Mutter verschlechtert sich hier in Kroatien von Tag zu Tag.Die Familie bekommt momentan dreimal am Tag Essen. Jedoch lässt auch dieses zu wünschen übrig. Es gibt fast jeden Tag das gleiche Essen: Reis mit Erbsen oder Nudeln mit Soße. Um es hart, aber ehrlich, auszudrücken: Nicht mal Tiere würden dieses Essen gerne essen.

Selbst wenn der Asylantrag gestellt und die Familie Asyl und ihre Aufenthaltskarte erhalten würde, wäre keine Besserung in Sicht. Mit 100 Kuna (12 Euro) pro Kopf alle drei Monate, keinem Sprach- oder Integrationskurs und einer vom Staat gestellten Wohnung auf Zeit müsste die Familie "leben". Nach einer gewissen Zeit, ca. einem Jahr, müsste sie die Wohnung allerdings wieder verlassen, eine eigene Wohnung finden und arbeiten. Eine Arbeit zu finden ohne die Sprache zu sprechen ist unmöglich. Eine Wohnung zu finden ebenso, denn die meisten kroatischen Vermieter wollen ihre Wohnungen nicht an (syrische) Geflüchtete vermieten. Zudem erfährt die Familie Anfeindungen durch die kroatische Gesellschaft auf Grund ihrer Herkunft und ihres Status. Anfang Januar wurde ein junger Mann in der langen Straße, die zu dem Hotel führt, zusammengeschlagen weil er ein Geflüchteter ist. Dieser Vorfall zeigt insbesondere die fremdenfeindliche Haltung der Gesellschaft.

Die Familie hat keine Perspektive in Kroatien. Ohne eine Wohnung und ohne Geld vom Staat wird die Familie früher oder später auf der Straße sitzen. Sogar die Polizei und Richter empfahlen der Familie einfach schwarz zu arbeiten. Sie würden keine Strafe erwarten zu haben. Dieses Handeln seitens der Behörden ist unmöglich und inakzeptabel. Es zeigt, dass sogar die Behörden kein Interesse an einer Integration der Geflüchteten haben und zudem auch wissen, dass es keine Chancen für Geflüchtete in Kroatien gibt. Es gibt keine Chance für die Famlie, sich hier ein Leben aufzubauen, nach der schweren Entscheidung die Heimat zu verlassen. In Deutschland hätte die Familie diese Chance haben können, aber sie wurde ihnen genommen.

In diese menschenunwürdigen Zustände kann man keine Menschen abschieben. Dies grenzt an einer Verletzung der menschlichen Würde!

Der Grund warum die Familie abgeschoben wurde ist folgender: Die Familie reiste am 1.11.2015 mit einem Besucher-Visum nach Kroatien ein, welches jetzt natürlich schon lange abgelaufen ist. Mitte Januar 2016 kam die Familie dann legal nach Deutschland. Die Einreise nach Deutschland geschah im Rahmen des Durchwinkens der armen EU-Staaten in die reichen EU-Staaten bzw. nach Deutschland und war somit ein legaler, staatlich organisierter Grenzübertritt. Der in Deutschland gestellte Asylantrag wurde abgelehnt mit der Begründung, dass laut Dublin III Kroatien zuständig sei für den Asylantrag. Die Zuständigkeit wurde somit fälschlicherweise an Kroatien übergeben. Denn: Bei einem legalen Grenzuebertritt ist Dublin nicht anwendbar! Die Abschiebung vom Verwaltungsgericht Saarbrücken wurde im August 2016 angeordnet. Die Familie legte dagegen Berufung ein und klagte gegen die Entscheidung. Am 15. März 2017 wäre es soweit gewesen und die Familie hätte einen erneuten Asylantrag in Deutschland stellen und damit in Deutschland bleiben können. Dass ihnen diese Chance durch die Abschiebung Ende Februar nicht gegeben wurde, ist unmöglich! Die Familie hätte sehr gute Perspektiven in Deutschland gehabt - sie hatte den Willen und die nötige Unterstützung durch deutsche Freunde, damit sie endlich ein neues Leben in Deutschland hätte führen können, das sie sich so sehr verdient hat!

Besonders wichtig ist in diesem Punkt, dass die Familie legal und nicht illegal von Kroatien nach Deutschland eingereist ist. Seit dem 28. März 2017 entscheidet der Europäische Gerichtshof darüber, ob Abschiebungen nach Kroatien legal waren. Dies betrifft den Fall, dass Menschen im Zuge des "Durchwinkens" durch die kroatischen Behörden, legal nach Österreich eingereist sind. Der Europäische Gerichtshof hat diesebezüglich noch keine Entscheidung getroffen. Diese Entscheidung wird jedoch auch für Deutschland von Bedeutung sein, da Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes auch deutsches Recht betreffen. Die Familie muss allerdings davor Asyl in Kroatien beantragen, da sie, wenn sie dies nicht tut, nach Griechenland oder Serbien abgeschoben wird. Zudem würde diese Regelung zunächst nur Österreich betreffen, für eine Ausweitung dieser Entscheidung müsste die Familie erneut einen Anwalt einschalten, der für die Umsetzung der möglichen Entscheidung in Deutschland kämpfen müsste. Diese Zeit hat die Familie allerdings nicht - aus diesem Grund brauchen wir Ihre Hilfe!

Deswegen bitten wir Sie dringlich, diese Petition zu unterschreiben. Nur so können wir auf die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und die saarländische Regierung Druck ausüben, in diesem Einzelfall der Familie Adleh, eine Ausnahme zu erwirken. Nur so kann die Familie Adleh dahin zurückkehren kann, wo sie hingehört - nämlich nach Deutschland zu ihren Freunden, Familien und ihrer Zukunft.



Heute: Johanna verlässt sich auf Sie

Johanna Eisenhardt benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Holen Sie Familie Adleh aus Kroatien zurück nach Deutschland!”. Jetzt machen Sie Johanna und 503 Unterstützer/innen mit.