Verschiebung der Abiturprüfungen 2020

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Sehr geehrte Damen und Herren im Kultusministerium Hessen,

die Maßnahme Schulen zu schließen, erachten wir als eine sehr sinnvolle Maßnahme zur Eindämmung des bisher unerforschten und gefährlichen COVID-19 Virus. Dennoch hätten wir eine Sorge bezüglich des kommenden schriftlichen Abiturs, das vom 19.03-02.04.2020 vonstattengeht.

Die Zahl der Infizierten in Deutschland ist vom vorgestrigen Tag (15.03.20) von 5500 auf den heutigen Tag (17.03.20) 8750 gestiegen. Das sind 3250 mehr Mitmenschen, die um ihre Gesundheit kämpfen. Dieser rasante Zuwachs ist ein Problem, das wir bei der Durchführung des Abiturs sehen, das Risiko, dass trotz des geplanten Sicherheitsabstandes eine hohe Gefahr der Ansteckung dennoch besteht.
Wie andere Bundesländer es bereits taten, sprechen wir unsere Bitte nach einer Verschiebung des schriftlichen Abiturs aus.
Begründet ist unsere Bitte darauf, dass, wie oben bereits erwähnt, die Schutzmaßnahmen in unseren Augen nicht ausreichend erscheinen und ebenfalls die Ungewissheit wie sich die Situation in Deutschland, vor allem in unserem schönen Bundesland Hessen, entwickelt, eine große Belastung darstellt. Viele Schüler mit denen wir in Kontakt (via Social Media )stehen, fühlen sich ebenfalls durch diese Ungewissheit abgelenkt, sowie unter Druck gestellt. Die Angst sich während einer der Prüfungen zu infizieren spielt ebenso mit ein.
Die Aufforderung jeglichen sozialen Kontakt zu vermeiden und auf seine Gesundheit zu achten befolgt leider nicht jeder Schüler.
Zuhause, unter dem Druck dieser Situation gebündelt mit einer immensen Angst, lässt einen wahrlich zu Gregor Samsa mutieren.
Ein Ungeziefer, das innerlich verkümmert und trotzdessen weiterhin gewohnte Leistungen erbringen soll, die durch die Krankheit (in diesem Falle: Corona) vermindert bis hin gar nicht zu erbringen scheinen.

Der Prokurist in unseren Köpfen, der uns, die Abiturienten des Landes Hessen, trotzdem zur Arbeit bringen will, versucht es vergeblich. Letztlich spricht er gegen die verschlossene Zimmertüre.

Wie Michael Kohlhaas einen Tumult zu erzeugen und Städte niederzubrennen, um unseren Willen zu erzwingen, wollen wir natürlich nicht. Dennoch fühlen wir uns dem Kohlhaas stark verbunden, da wir eine starke Benachteiligung gegenüber den anderen Bundesländern fühlen, da deren Abiturprüfungen bereits verschoben wurden, wir bitten um selbiges.

Es spricht keine Faulheit aus uns, gelernt wurde nach dem Motto Fausts, dass wir unser Wissen so weit wie möglich ausgebaut haben und alles erlernbaren gelernt haben. Zwar sind wir noch keine Doktoren oder Magister, dennoch streben es einige an.
Doch dieses jahrelange Streben scheint durch die Corona PAN-Epidemie gestört.

So sorgt man nicht nur um sich, sondern auch um seine Familie da viele Schüler Risikopatienten in ihrer Familie haben.
Wie Woyzeck versucht man das Leben der Familie zu sichern, lernt und befolgt die Ratschläge der Regierung, doch bei diesem Tumult scheint es durchaus normal, wie Woyzeck „durchzudrehen“.

Viele von uns hatten Pläne zu verreisen, wie der Taugenichts, der von seinem Heimatort über Österreich und Italien reiste, unsere komplette Planung wurde durch das Virus und die Folgen dessen zerstört.
Dieser negative Einfluss ist ebenfalls als äußerst belastend zu empfinden.

Einen Staat nach Juli Zehs „Corpus Delicti“ mit kompletter Überwachung der Bürger mit großem Augenmerk auf die Gesundheit, die einer Diktatur stark ähnelt, zu fordern ist übertrieben, dennoch wiederholen wir unsere Bitte an Sie, nach einer zeitnahen und gesundheitsorientierten Entscheidung das Abitur in Hessen zu verschieben.

Ich appelliere an Sie, Väter, Mütter, Großeltern, Geschwister und Menschen mit Familie, das Abitur nicht als höchste Priorität zu sehen, sondern die Gesundheit aller Menschen in Deutschland, insbesondere in Hessen.

Es gilt nicht nur die älteren zu schützen, sondern auch uns, als ein großer Teil des zukünftigen Deutschland.

Mit freundlichen Grüßen,
3 der Hessischen Abiturienten, die vermutlich die Meinung Tausender repräsentieren.

Geschrieben von: @tarantelinn und @hessicherlandbote2020 ( beide findet ihr auf Instagram. Alle credits gehen an die beiden. Sie wissen auch von der Veröffentlichung ihres Textes Bescheid und haben ihr okay gegeben. Fragen könnt ihr an die beiden stellen! :) )