Beschleunigte Rückkehr der Familie Bajrami ermöglichen

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Nachdem sie 25 Jahre unbescholten in Deutschland gelebt hatte, wurde die Familie Bajrami (die Eltern und drei der vier Kinder) am 17. Januar dieses Jahres nach Mazedonien abgeschoben.
1993/94 waren die beiden Eltern und der damals dreijährige Sohn Omer vor dem Balkankonflikt nach Deutschland geflohen. Sie wurden in Wolfschlugen ansässig, wo auch die drei jüngeren Töchter geboren wurden. Hier lebte die Familie dann 25 Jahre als integrierte, engagierte Mitglieder der Gemeinde. 25 Jahre, in denen die Familie sich in Deutschland ein unabhängiges Leben als Teil der Gesellschaft aufgebaut hat.

Wir bitten die verantwortlichen Behörden inständig, Ihre Entscheidung zu überdenken. Geben Sie der Familie eine Möglichkeit legal zurückzukommen.

  • Wenn es keinerlei andere Möglichkeiten der Rückführung gibt, bitten wir Sie darum, zumindest die Einreisesperre für die Familienmitglieder aufzuheben oder auf ein Mindestes zu beschränken.
  • Eine baldige geordnete Wiedereinreise durch Arbeitsvisa muss möglich sein.
  • Die beiden Schülerinnen sollen die Möglichkeit bekommen, ihren Schulabschluss in Deutschland zu erlangen.

Die Heimat der Familie Bajrami ist nach 25 Jahren Deutschland, nicht Mazedonien. Die in Baden-Württemberg geborenen Töchter Hazbije, Lejla und Elife haben Deutschland noch nie verlassen. Auch für die Eltern und den als Kleinkind nach Deutschland gekommene Sohn Omer ist Deutschland längst zur Heimat geworden. Die Kinder sprechen perfekt Deutsch und haben keinerlei Bezug zu Mazedonien, da alle Verwandten inzwischen im Ausland leben.
Unterschlupf haben sie bei einem entfernten Bekannten des Vaters gefunden. Sie leben dort zusammen in einem einzigen Raum von den Ersparnissen des Vaters und des Bruders.
Die Landessprache ist vor allem für die Kinder ein großes Problem: Da die Familie zur albanischen Minderheit in Mazedonien gehört, beherrschen die Kinder nur ein wenig die albanische Sprache. Diese unterscheidet sich aber völlig vom Mazedonischen, nicht nur die Sprache an sich, sondern auch die Schrift (kyrillisch). Lediglich der Vater kann sich ein wenig auf Mazedonisch verständigen, da er es in der Schule gelernt hatte.

Die Bajramis waren ein Beispiel für eine perfekt integrierte Familie in Deutschland:

  • Die vier Kinder sprechen perfektes Deutsch, da sie hier aufgewachsen und zur Schule gegangen sind.
  • Die Familie finanzierte sich selbst: Der Sohn (Omer) hatte seit fünf Jahren eine Festanstellung als ausgebildeter Elektriker. Der Vater (Isa) ist seit elf Jahren berufstätig. Die Betriebe, bei denen Vater und Sohn angestellt waren, sind fassungslos über den abrupten Mitarbeiterverlust und haben versichert, beiden direkt wieder eine Anstellung zu geben.
  • Hazbije hat ihre Ausbildung als Pharmazeutisch-technische Assistentin vor vier Jahren erfolgreich abgeschlossen und arbeitet seitdem in der Pinguin-Apotheke in Kirchheim/Teck.
  • Die Familie lebte seit vielen Jahren in einer Wohnung in Wolfschlugen. Die Vermieterin ist schockiert über den Verlust ihrer zuverlässigen, ordentlichen und freundlichen Mieter und wird die Wohnung nun zunächst nicht weitervermieten. Damit die älteste Tochter, die noch hier ist, die Wohnung halten kann, verzichtet sie auf einen Teil der Miete und hofft, dass der Rest der Familie bald wieder zurückkommt.
  • Die 16-jährige Tochter Lejla stand unmittelbar vor den Realschul-Abschlussprüfungen (Abholung erfolge zwei Tage vor der Eurocom Prüfung). Die jüngste Tochter Elife ging in die 5. Klasse. Eine schulische Weiterbildung für Lejla und Elife wird es nicht geben, da die Schulen in Mazedonien kostenpflichtig sind und die Familie angesichts der hohen Arbeitslosigkeit (Mazedonien hat eine Jungenarbeitslosigkeitsrate von 50%) bereits Probleme mit dem Überleben hat. Die Perspektive für die Töchter sieht in der dort gelebten albanischen Tradition ohnehin nur die Rolle als Hausfrau und Mutter vor.
  • Die Familie Bajrami befindet sich aktuell bei Bekannten. Dass diese die finanzielle Belastung von fünf weiteren Personen nicht mehr lange tragen kann, ist absehbar.

Die Gemeinde Wolfschlugen und der Unterstützerkreis der Familie Bajrami haben ein Petitionsschreiben verfasst, welches den Fall nochmals genauer darlegt und an alle Abgeordneten des Landes versendet wird. Das Schreiben ist aktuell noch nicht veröffentlicht. Sobald dieses fertiggestellt ist, wird es im Rathaus von Wolfschlugen und in der Seegrasspinnerei in Nürtingen ausgelegt. Wenn Ihr (ebenso wie wir) von der Abschiebung der Familie Bajrami schockiert seid, unterschreibt bitte die Petition vor Ort, da diese noch mehr Druck erzeugen wird, als diese Online-Petition. Weitere Details folgen, sobald das Schreiben verfügbar ist.

Helft uns dabei, die Familie in ihre Heimat zurückzubringen.

 

Für die Unterstützung der Familie sammeln wir Spenden über das Konto des "Solifonds Perspektiven". Die Spenden werden hauptsächlich für Miete, Nahrungsmittel und Kleidung verwenden und werden der Familie Bajrami monatlich nach Mazedonien überwiesen, bis wir sie zurückholen können.

menschen.rechte tübingen e.V.
VR Bank Tübingen
IBAN: DE03 6406 1854 0308 1020 10
BIC: GENODES1STW

Bitte im Verwendungszweck "Bajrami" angeben. Wird bei der Überweisung eine Adresse angegeben, wird eine steuerlich abzugsfähige Spendenbescheinigung versandt.

Artikel und Leserbriefe der Nürtinger Zeitung



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